Magnus Carlsen wird Weltmeister an der Ostsee, Vincent Keymer Vierter.
Eine Stunde vor Rundenbeginn noch eine Pressekonferenz? Das war dann selbst dem größten unter den Großmeister, der sonst um keine PR-Aktion verlegen ist, ein Ärgernis. Magnus Carlsen wirkte genervt, Vincent Keymer machte gute Miene zum ungewohnten Spiel. Und beide waren letztlich froh, sich nach wenigen Minuten Fragerunde mit den Journalisten wieder aufs Wesentliche konzentrieren zu können. Mag der Tunnel vor einer Partie auch noch so dunkel sein – Schachspieler wollen ihn so kurz vor einem Turnier eigentlich nicht verlassen. Aber: Was tut man nicht alles für Geld und Ruhm? An diesem Wochenende fand auf deutschem Boden, im Weissenhaus Resort an der Ostsee, die erste offizielle FIDE-Freestyle-WM im Schach statt. Carlsen holte sich den WM-Titel und 100.000 US-Dollar Preisgeld für Platz eins, im Klassiker-Finale gegen Fabiano Caruana siegte er in vier Partien 2,5:1,5. Vincent Keymer wurde Vierter im Achterfeld.