Vincent Kompanys leidenschaftliche Rede gegen Rassismus im Fußball schlägt weiter hohe Wellen und hinterlässt Eindruck. Auch bei Bayern-Star Harry Kane. Die bemerkenswerte zwölfminütige Rede, die Vincent Kompany am Freitag zum Thema Rassismus im Fußball gehalten hat , hallte auch nach dem 3:2-Sieg des FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt noch weiter nach. Sturmstar Harry Kane zeigte sich von den Worten seines Trainers tief bewegt. Brandrede gegen Rassismus : Bayern-Coach emotional wie nie Das Ende naht: Mediziner erklärt die Neuer-Dämmerung "Er hat sehr gut gesprochen und ist da wirklich leidenschaftlich. Denn er hat dabei auf seine eigenen Erfahrungen zurückgeschaut", sagte Kane in der Mixed Zone der Münchner Arena zu t-online. "Er ist nicht nur ein großartiger taktischer Fußball-Coach, sondern auch eine großartige Person. Deshalb hat die Mannschaft auch so eine gute Verbindung zu ihm", so Kane weiter. "Er ist sehr offen und trägt sein Herz auf der Zunge. Und genau das hat er gestern auch getan." Er wolle die Sache "nicht noch größer machen als sie ist", sagte der 32 Jahre alte Kapitän der englischen Nationalmannschaft. "Aber ich bin stolz darauf, ihn als Coach zu haben. Er ist auch ein großartiger Repräsentant für Bayern München ." "Das kann keiner besser machen als er" Das sieht Sportvorstand Max Eberl genauso, der während Kompanys Rede direkt neben dem Bayern-Coach auf dem Podium saß. "So, wie Vinnie (Vincent Kompany; Anm. d. Red.) das gesagt hat, so sollten wir miteinander leben", sagte Eberl. "Das hat er eindrucksvoll beschrieben und das kann keiner besser machen als er. Mich hat das als Mensch tief berührt und mir aus der Seele gesprochen", erzählte Eberl weiter. Dem brauche er gar nichts hinzuzufügen. "Diese Rede steht für sich. Diese Rede ist herausragend. Unsere Aufgabe ist, das jetzt so zu leben, wie er es gesagt hat: Miteinander, keine Parteien links und rechts." Auch Kompany wollte es bei seiner Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Frankfurt dabei belassen und sich nicht erneut zu dem Thema äußern. Der Belgier, dessen Vater aus dem Kongo stammt, sagte nur: "Ich habe in diesem Moment alles gesagt. Ich hoffe, dass die Tür offen bleibt, damit wir aus diesem Moment wachsen und nicht einen Kampf gegeneinander führen, sondern in Zukunft zusammenkommen. Das war aus meinem Herzen gesagt gestern." Auf der Pressekonferenz am Freitagvormittag hatte sich Kompany emotional zu dem mutmaßlichen Rassismusvorfall gegen Real Madrids Vinícius Junior im Hinspiel der Champions-League-Playoffs bei Benfica Lissabon geäußert. Der Brasilianer soll nach seinem Torjubel von seinem argentinischen Gegenspieler Gianluca Prestianni rassistisch beleidigt und als "Affe" bezeichnet worden sein. Kompany kritisiert dabei unter anderem auch das Verhalten von Benficas Startrainer José Mourinho scharf, der den Jubel als Ursache und Provokation für den Zwist angeführt hatte.