Kurz vor seiner "State of the Union"-Rede zeigen Umfragen: Eine Mehrheit der US-Amerikaner ist mit Donald Trumps Arbeit nicht zufrieden. Die Werte sind historisch schlecht. Am Mittwochabend (Ortszeit) hält US-Präsident Donald Trump die erste Rede zur Lage der Nation während seiner zweiten Amtszeit. Kurz vor dem wichtigen Auftritt dürften zwei neue Umfragen die Stimmung im Weißen Haus allerdings gründlich verhageln – denn sie zeigen, dass viele Amerikaner unzufrieden mit Trumps Arbeit im höchsten Amt des Staates sind. Eine Ende Januar erhobene Umfrage von den öffentlichen Sendeanstalten PBS und NPR kommt zu dem Ergebnis, dass 55 Prozent der US-Amerikaner überzeugt sind, Trump habe das Land zum Schlechteren verändert. Das sind 13 Prozentpunkte mehr als zum vergleichbaren Zeitpunkt seiner ersten Amtszeit. 57 Prozent bezeichnen den Zustand der Nation als schwach oder sehr schwach. Streit um Lazarettschiff: Grönland macht sich über US-Gesundheitssystem lustig Juristisches Debakel für US-Regierung: Der Mann, der Trump besiegte Auch das Vertrauen in die staatlichen Institutionen ist demnach gesunken. 68 Prozent der Befragten gaben an, die verfassungsmäßigen Kontrollmechanismen zwischen Legislative, Exekutive und Judikative – die sogenannten "Checks and Balances" – funktionierten nicht. Das entspricht einem Anstieg um zwölf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Zustimmung für Trump auf niedrigstem Wert Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine aktuelle Umfrage des Senders CNN , für die 2.496 US-Bürger befragt wurden. Nur 32 Prozent der Befragten glauben demnach, Trump setze die richtigen Prioritäten. 68 Prozent glauben, er konzentriere sich nicht ausreichend auf die drängenden Probleme des Landes. Laut CNN ist dies der niedrigste Wert, der für Trump in seinen beiden Amtszeiten gemessen wurde. Die generelle Zustimmung zu seiner Amtsführung liegt in der CNN-Erhebung bei 36 Prozent. Das sind zwölf Prozentpunkte weniger als im Februar 2025. Besonders deutlich fallen die Verluste bei Latinos und bei Wählern unter 45 Jahren aus – jeweils minus 19 Prozentpunkte. Auch unter republikanischen Stammwählern sank die Zustimmung, wenn auch weniger stark: Hier verzeichnet die Umfrage einen Rückgang um acht Prozentpunkte im Vergleich zum Februar. Zustimmungswerte vergleichbar mit Biden Nach Angaben der Wahlanalyse-Plattform Silver Bulletin sind derzeit rund 60 Prozent der US-Bürger mit Trumps Politik unzufrieden. Dieses Niveau entspreche in etwa dem Wert, den auch Joe Biden ein Jahr nach Amtsantritt verzeichnete, liege jedoch deutlich unter dem von Barack Obama zum gleichen Zeitpunkt. Als Gründe für die schwache Zustimmung nennen die Analysten vor allem anhaltende Sorgen über Inflation und Lebenshaltungskosten. Zwar betonen Trump und seine Sprecherin Karoline Leavitt regelmäßig sinkende Preise für bestimmte Güter wie Treibstoff oder Lebensmittel, in Umfragen zeigen sich jedoch insbesondere jüngere Menschen unzufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Situation. Auch in Politikfeldern, in denen Trump zuvor vergleichsweise gute Werte erzielt hatte, etwa in der Einwanderungspolitik, sind die Zustimmungswerte zuletzt zurückgegangen. Insbesondere junge Wähler sind unzufrieden Die Unzufriedenheit bei jungen Menschen erkennt auch der Analyst Jesse Arm vom konservativen Manhattan Institute. Im Gespräch mit der "Tagesschau" verweist er darauf, dass sich vor allem jüngere Wechselwähler zunehmend von der Politik des Präsidenten abwenden. Die republikanische Kernwählerschaft stehe zwar weiterhin mehrheitlich hinter Trump, doch reiche dies für stabile Mehrheiten bei landesweiten Wahlen nicht zwingend aus. Gleichzeitig fallen einige wirtschaftliche Kennzahlen vergleichsweise positiv aus. Das Bruttoinlandsprodukt der USA wuchs im vierten Quartal um 1,4 Prozent. Im Januar wurden 130.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, die Arbeitslosenquote sank von 4,4 auf 4,3 Prozent. Beobachter weisen jedoch darauf hin, dass sich positive makroökonomische Daten nicht automatisch in höheren Zustimmungswerten niederschlagen. Für Trump sind die aktuellen Umfragewerte auch mit Blick auf die anstehenden Zwischenwahlen von Bedeutung. Zwar steht der Präsident selbst nicht zur Wahl, doch gelten die Midterms traditionell als wichtiger Stimmungstest für die Regierung. Dabei werden zahlreiche Sitze im Kongress neu vergeben. Sollten sich die aktuellen Trends verfestigen, könnten sie die dortigen Mehrheitsverhältnisse zugunsten der US-Demokraten verändern.