Bob-Anschieber Thorsten Margis erweiterte in Cortina seine beeindruckende Gold-Sammlung. Dabei hätte ihn eine tückische Verletzung wenige Wochen vor den Spielen beinahe die Teilnahme gekostet. Deutschlands Viererbob um Pilot Johannes Lochner war der große Favorit auf Gold - und sie lieferten. Lochner und seine Anschieber Thorsten Margis, Georg Fleischhauer und Jörn Wenzel wurden mit herausragender Leistung über alle vier Läufe hochverdienter Olympiasieger. Dass dieses Team in dieser Formation überhaupt an den Start gehen konnte, war jedoch wenige Wochen vor Beginn der Spiele plötzlich völlig ungewiss. Denn: Margis zog sich eine tückische Verletzung zu: "Um Weihnachten hatte ich plötzlich einen Bandscheibenvorfall . Mein Bein war taub. Da dachte ich: Das war es!", berichtet der 36-Jährige der "Sport Bild". Olympia 2026: Goldmedaillengewinnerin Nolte mit Appell: "Eine Schande" Doch er wurde rechtzeitig wieder fit. "Mit den Physios haben wir das gerettet", erzählte Margis. Und so gewann der frühere Zehnkämpfer im letzten Rennen seiner Karriere seine insgesamt fünfte Goldmedaille bei Olympia , wovon zwei im Viererbob und drei im Zweierbob zustande kamen. "Für mich ist es jetzt vorbei. Besser kann man nicht aufhören. Was für ein absurder Traum." Der beinahe schon geplatzt wäre, bevor er überhaupt begonnen hatte. Wie Margis hört auch sein Pilot Lochner auf. Der 35-Jährige: "Der letzte Lauf meines Bob-Lebens war dann zum Genießen und für die Ewigkeit. Ich hatte harte Lehrjahre, musste oft mit zweiten Plätzen leben. Aber irgendwann habe ich die Kurve gekriegt. Es ist das schönste Karriereende, das ich mir vorstellen kann." Fleischhauer widmet Medaillen seiner verstorbenen Mutter Für Margis' Anschieber-Kollegen Georg Fleischhauer waren es mit 37 Jahren die ersten Olympischen Spiele . Er gewann mit Lochner neben dem Vierer auch im Zweier Gold. Beide Medaillen widmete er seiner 2022 verstorbenen Mutter: "Sie war indirekt mit dabei und hat hoffentlich gesehen, dass ich geschafft habe, wovon ich immer geträumt habe. Ich hatte ein Bild von ihr im Rennanzug dabei." Anders als Lochner und Margis will der ehemalige Hürdenläufer noch nicht aufhören, sagt: "Ich mache noch weiter, schaue aber von Jahr zu Jahr. Bei wem ich dann im Bob sitze, werden wir sehen." Vielleicht bei Jörn Wenzel, dem vierten Mann im Team? Der war mit 21 Jahren der mit Abstand jüngste des Gold-Quartetts und kündigte an: "Ich werde mich jetzt als Pilot versuchen, teste in Oberhof und Altenberg, wie es an den Lenkseilen funktioniert." Über den Olympiasieg mit der Ü30-Fraktion sagt der gebürtige Sachse: "Ich bin dankbar, dass mich die Jungs auf diese Reise mitgenommen haben und dass sie mir vertraut haben."