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Iran-Krieg: Iranische Drohne trifft britischen Stützpunkt auf Zypern

Stern 

Am dritten Tage des Iran-Krieges hat eine iranische Drohne erstmals europäisches Gebiet erreicht: Die Drohne schlug in der Nacht zum Montag auf einem britischen Luftwaffenstützpunkt auf Zypern ein. Dabei wurde nach britischen Angaben eine Landebahn beschädigt. Das Gebiet um den Stützpunkt wurde evakuiert. Griechenland kündigte die Entsendung von zwei Kriegsschiffen und zwei Kampfjets nach Zypern an.

Die iranische Drohne vom Typ Schahed habe den britischen Stützpunkt Akrotiri im Süden der Insel getroffen, erklärte der zyprische Präsident Nikos Christodoulides. Die britische Außenministerin Yvette Cooper teilte mit, auf dem nahe der bei Touristen beliebten Großstadt Limassol gelegenen Stützpunkt sei eine Landebahn getroffen worden. Opfer gab es nach Angaben der britischen und zyprischen Behörden nicht, sondern nur leichte Sachschäden.

Zwei weitere Drohnen, die sich "in Richtung des britischen Stützpunktes in Akrotiri bewegten", seien "rechtzeitig" abgefangen worden, teilte ein zyprischer Regierungssprecher im Onlinedienst X mit. Der britische Staatssekretär für den Nahen Osten, Hamish Falconer, betonte, Großbritannien befinde sich "nicht im Krieg".

Familienangehörige von Soldaten des Stützpunktes wurden "vorsorglich" evakuiert und in andere Unterkünfte gebracht, wie das britische Verteidigungsministerium erklärte. Der Stützpunkt und das Personal arbeiteten weiter normal. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete, wie rund 70 Fahrzeuge das Gebiet verließen. Auf dem Stützpunkt leben rund 3500 Menschen, darunter neben Militärs auch deren Familien sowie zivile Mitarbeiter. Bei den Militärstützpunkten Akrotiri im Süden und Dekelia im Südosten Zyperns handelt es sich um britische Überseegebiete.

Einer der beiden großen Flughäfen der Insel, der Airport Paphos, wurde ebenfalls evakuiert, später nahm er jedoch wieder seinen normalen Betrieb auf. Insgesamt seien mehr als 60 Flüge an den Flughäfen Larnaca und Paphos gestrichen worden, teilten die Behörden mit.

Großbritannien hatte am Sonntag den USA erlaubt, seine Stützpunkte für "defensive" Militäreinsätze gegen iranische Raketen und Raketen-Abschussrampen zu nutzen. Der britische Premierminister Keir Starmer sagte, der Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt sei "keine Reaktion auf irgendeine von uns getroffene Entscheidung".

US-Präsident Donald Trump zeigte sich "sehr enttäuscht" darüber, dass sich Starmer lange gegen eine Nutzung britischer Luftwaffenstützpunkte durch die USA gesträubt habe. Starmer habe "viel zu viel Zeit" gebraucht, um den USA die Nutzung des wichtigen Militärstützpunkts Diego Garcia im Indischen Ozean gegen den Iran zu gestatten, sagte Trump der Zeitung "Daily Telegraph".

Die zyprische Regierung forderte derweil von Großbritannien Garantien, dass die Stützpunkte "unter keinen Umständen für andere Zwecke als humanitäre" genutzt würden. 

Israel und die USA fliegen seit Samstagmorgen massive Luftangriffe auf den Iran. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Als Reaktion greift der Iran seit Samstag Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte unterdessen "aufs Schärfste" die "rücksichtslosen und wahllosen Angriffe des Iran und seiner Stellvertreter gegen souveräne Gebiete in der gesamten Region" und sicherte Zypern die Solidarität der Europäischen Union zu.

Ein für Montag und Dienstag geplantes Treffen der EU-Europaminister in Nikosia wurde wegen der Drohnenvorfälle verschoben. Eine Kommissionssprecherin erklärte, es werde in den kommenden Tagen "sicherlich" über die Aktivierung der EU-Beistandsklausel diskutiert werden. Der Beistandsfall in den EU-Verträgen sieht vor, dass bei einem Angriff auf einen Mitgliedstaat die anderen Mitgliedstaaten diesem Unterstützung schulden.

Griechenland kündigte bereits an, "sofort" zwei Fregatten nach Zypern zu entsenden sowie zwei Kampfjets vom Typ F-16. Damit unterstütze Griechenland Zypern dabei, "Bedrohungen und illegalen Handlungen auf seinem Territorium entgegenzuwirken", erklärte das Verteidigungsministerium in Athen.

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