Nach Olympia ist vor den Paralympischen Spielen. Kurz vor dem Start werden Forderungen laut – auch von einer siebenfachen deutschen Goldmedaillengewinnerin. In drei Tagen starten die Paralympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo. Vor dem Großereignis in Italien werden nun jedoch Forderungen von Para-Athleten laut. 196 von ihnen appellieren an die Bundesregierung , die Förderung des paralympischen Spitzensports im Bundeshaushalt 2027 zu erhöhen. Das Ziel müsse sein, mindestens 200 Förderplätze zu finanzieren und mehrjährig abzusichern. Denn aktuell werden nur 168 Para-Athleten direkt gefördert. Das sieht auch Anna Schaffelhuber so. Die siebenfache Paralympics-Siegerin und ehemalige deutsche Monoskibobfahrerin sagt t-online: "Es ist entscheidend, die finanziellen Mittel für den paralympischen Spitzensport zu erhöhen. Es geht nicht nur darum, mit dem olympischen Sport gleichzuziehen, sondern um gelebte Inklusion, persönliche Weiterentwicklung und eine starke Vorbildfunktion." Erst Sport-Gleichbehandlung, dann "auch gesellschaftlich inklusiv" Die 33-Jährige betont: "Sport gibt Menschen die Möglichkeit zur Teilhabe, und nur wenn wir diese Gleichbehandlung in 'Leuchtturm-Feldern' wie dem Sport erreichen, werden wir auch gesellschaftlich wirklich inklusiv." Schaffelhuber weiß, wovon sie spricht. Die frühere Para-Athletin, die 2018 in Pyeongchang Gold in der Abfahrt und im Super-G gewonnen hat, veranstaltet inzwischen die "Grenzenlos Camps" für Jugendliche mit und ohne Behinderung. Sie möchte damit vormachen, wie gelebte Inklusion funktioniert. Mit ihrem Einsatz dafür ist sie nicht alleine. Die Erklärung an die Bundesregierung für mehr Förderung des paralympischen Spitzensports haben unter anderem auch die viermalige Paralympics-Siegerin Anna-Lena Forster (Para Ski Alpin) oder die zweimalige Weltmeisterin Anja Wicker (Para Ski nordisch) unterzeichnet. "Jetzt ist der Moment zu handeln" Elena Semechin, zweifache Paralympics-Siegerin im Schwimmen, sagte zudem: "Wer paralympische Athletinnen und Athleten fördert, investiert nicht nur in Medaillen, sondern in Inklusion, Sichtbarkeit und Chancengerechtigkeit. Jetzt ist der Moment zu handeln." Denn die Gleichstellung scheitere noch immer am Budget. Nach Angaben der Athletenvertreter wird Deutschland bei den Paralympischen Sommer- und Winterspielen von rund 200 Sportlern vertreten. Allerdings werden wie oben genannt, nicht so viele Para-Athleten auch gefördert. "Schon heute passt die Förderung damit nicht zur sportlichen Realität. Rund 30 zusätzlich benötigte Förderplätze kosten etwa 400.000 Euro pro Jahr – unter 0,2 Prozent der Gesamtausgaben des Bundes für den Spitzensport", teilten die Sportler und Athletenvertreter mit. Im Bundeshaushalt für 2026 waren rund 350 Millionen Euro für den Sport eingeplant. Davon entfallen große Teile auf Spitzensportförderung.