Die Rhetorik der US-Kommandeure irritiert: Der Krieg gegen den Iran sei "Teil von Gottes Plan", auch von der "Wiederkunft Christi" ist die Rede. Jetzt reagieren die Soldaten. Nach außen soll die US-Armee Stärke und Einigkeit demonstrieren, doch intern erschüttert derzeit eine Empörungswelle die Streitkräfte der USA . Wie die US-Organisation Military Religious Freedom Foundation (MRFF), die sich für Religionsfreiheit im Militär einsetzt, mitteilt, gehen seit Beginn des Krieges gegen den Iran über 200 Beschwerden von US-Soldaten ein. Den Angaben zufolge haben US-Militärkommandeure extremistische, christliche Rhetorik über die biblische "Endzeit" herangezogen, um US-Beteiligung an den Angriffen zu rechtfertigen. Beschwerden seien aus mindestens 40 Einheiten aus mindestens 30 Stützpunkten eingegangen. Betroffen seien alle Teile der US-Armee – von der Marine bis zur Luftwaffe . Routine soll die Rettung sein: Merz-Besuch bei Donald Trump Newsblog: Alle aktuellen Entwicklungen in der US-Politik Die Organisation zitiert unter anderem einen aktiven Unteroffizier, der im Namen von sich und 15 Mitgliedern seiner Einheit schreibt. Demnach habe der zuständige Kommandeur die Lagebesprechung zur Kampfbereitschaft mit dem Appell eröffnet, keine Angst vor den aktuellen Einsätzen im Iran zu haben. "Er forderte uns auf, unseren Truppen zu vermitteln, dass dies alles Teil von Gottes himmlischem Plan sei, und bezog sich dabei ausdrücklich auf zahlreiche Stellen aus der Offenbarung des Johannes, die sich auf Armageddon und die bevorstehende Wiederkunft Jesu Christi beziehen." Weiter habe der Kommandeur gesagt, "Präsident Trump sei von Jesus selbst auserwählt worden, im Iran das Signalfeuer zu entzünden, um Armageddon herbeizuführen und seine Rückkehr auf die Erde anzukündigen." MRFF-Gründer Weinstein wütet gegen US-Regierung Armageddon ist in der Bibel der Ort eines endzeitlichen Kampfes zwischen Gut und Böse. Laut Offenbarung des Johannes versammeln die bösen Geister dort die Könige der gesamten Erde für einen großen Krieg mit Gott. MRFF-Gründer und Präsident Michael L. Weinstein zeigte sich offenbar verärgert: Im Namen der MRFF fordert er, dass alle Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums sich daran erinnern, dass sie ihren Eid weder dem "narzisstischen, soziopathischen, orangefarbenen" Trump, noch Pete Hegseth oder Jesus Christus geschworen haben. Ihr Eid gelte ausschließlich der Verfassung der USA, die eine vollständige Trennung von Kirche und Staat vorsieht, zitiert ihn der US-amerikanische Trump-kritische Journalist Jonathan Larsen. Trump und Hegseth fallen mit religiöser Rhetorik auf Pete Hegseth hat in der Vergangenheit mehrfach religiöse Kriegsmetaphorik verwendet. Besonders deutlich tat er das 2020 in seinem Buch "American Crusade: Our Fight to Stay Free", in dem er den politischen Kampf konservativer Amerikaner als "Kreuzzug" und sogar als eine Art "Heiliger Krieg" für Freiheit beschreibt. Auch wegen seiner Tätowierungen steht Hegseth in der Kritik. Er trägt etwa ein Tattoo mit der Parole "Deus vult" ("Gott will es"), die eine Kreuzzugsideologie symbolisiert. Wie unter anderem das französische Medium "Le Monde" berichtet, neigt auch US-Präsident Trump seit seiner ersten Amtszeit zu apokalyptischen und messianischen Anspielungen. Einige seiner Anhänger verglichen ihn zudem mit biblischen Gestalten wie König David.