Eier sind in vielen Supermärkten derzeit knapper als gewohnt. Branchenvertreter sprechen von einer angespannten Situation. Eier sind in Supermärkten zuletzt zeitweise knapper geworden. In manchen Geschäften fehlen einzelne Sorten, und die Auswahl ist eingeschränkt. Branchenvertreter sprechen dennoch nicht von einer Krise, sondern von einer angespannten, aber stabilen Lage. Ein Sprecher der Rewe Gruppe erklärte, die Situation bleibe wegen der Vogelgrippe für die gesamte Branche herausfordernd. Das Unternehmen stehe in engem Austausch mit Lieferanten und wolle so die Versorgung sichern. Auch der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels teilte mit, die Versorgung sei wieder stabil. Verbraucherzentrale: Die neue Macht der Supermärkte Chaos beim Tanken: Reiche lässt Rekordpreise prüfen Hohe Nachfrage und Vogelgrippe als Ursachen Marktexperten sehen ebenfalls keinen Notstand. Margit Beck vom Informationsdienst Marktinfo Eier und Geflügel sagte: "Es gibt keinen Notstand, aber eine Eierknappheit". Die Regale seien nicht leer, jedoch gebe es teilweise Lücken und eine kleinere Auswahl. Auch der Vorsitzende des Bundesverbands Ei, Hans-Peter Goldnick, beschrieb den Markt als knapp versorgt, aber weiterhin beliefert. Laut der Branche erzeugt die hohe Nachfrage vor Ostern weiteren Druck. Färbereien kaufen in dieser Zeit große Mengen Eier, die dem Markt vorübergehend fehlen. Im vergangenen Jahr mussten wegen der Vogelgrippe mehrere Hunderttausend Tiere gekeult werden. Der Wiederaufbau der Bestände dauert jedoch länger. Gastronomie und Lebensmittelindustrie spüren die Knappheit stärker, da der Handel bevorzugt beliefert wird. Auch strukturelle Veränderungen begrenzen das Angebot. Ende 2025 stellten die letzten Betriebe mit Kleingruppenhaltung die Produktion ein. Diese Eier wurden vor allem in der Lebensmittelindustrie verwendet, wodurch sich laut Landwirtschaftskammer NRW die Warenströme verändert haben. Nachfrage wächst schneller als Produktion Die Produktion ist laut Marktinfo Eier und Geflügel im Jahr 2025 zwar um rund 0,5 Prozent gestiegen. Gleichzeitig ist die Nachfrage noch stärker gewachsen. Dadurch sind auch die Preise gestiegen. Im vergangenen Jahr zahlten Kunden im Schnitt 2,02 Euro für zehn Eier aus Bodenhaltung. Derzeit kostet die günstigste Packung vielerorts etwa 2,49 Euro. Neben Angebot und Nachfrage treiben laut Experten auch höhere Löhne, steigende Mautgebühren und Energiekosten die Preise. Die höheren Preise bremsen die Nachfrage bisher nicht. Beck sagte: "Von zehn Eiern bekommt man mehrere Leute satt. Für das Geld gibt es kein Schnitzel". Eier seien im Vergleich zu anderen Eiweißquellen weiterhin günstig. 249 Eier werden im Durchschnitt pro Kopf jährlich gegessen Der Konsum steigt seit Jahren. Laut vorläufigen Zahlen lag der Pro-Kopf-Verbrauch 2024 bei durchschnittlich 249 Eiern und damit zehn Eiern mehr als im Jahr zuvor. Für 2025 erwarten Experten einen weiteren Anstieg. Deutschland kann den Bedarf nur teilweise selbst decken. Der Selbstversorgungsgrad lag 2024 bei 72 Prozent. Wichtigstes Lieferland für Schaleneier waren die Niederlande mit einem Anteil von 76 Prozent der Importe. Auch weltweit wächst die Nachfrage nach Eiern. Laut einer Analyse der World Egg Organisation und der Rabobank könnte der globale Eiermarkt bis 2035 um rund 22 Prozent wachsen.