Teure Autos, Bargeld, Kunst – die Polizei nimmt alles mit, was von Wert ist: Im Zentrum der Razzia stehen Eigentümer einer Gruppe von Autohäusern. Die Europäische Staatsanwaltschaft (Eppo) spricht von einer kriminellen Organisation: Jetzt haben die Ermittler 1.100 Beamte in neun europäischen Ländern losgeschickt, um einen auf 103 Millionen Euro geschätzten Schaden wieder hereinzuholen. Ungewöhnliche Ursache: Menschen fallen plötzlich bewusstlos um Bürgermeister verteidigt Pläne: "Für alle Trump-Hasser: Pech gehabt" Neun Verdächtige – vier in Deutschland und fünf in Tschechien – seien festgenommen worden, teilte die Eppo in Luxemburg mit. Sichergestellt wurden am Mittwoch Luxusgüter und Bargeld im Wert von 13,5 Millionen Euro. Die Beamten transportierten unter anderem Kunst und teure Autos ab, darunter Ferraris und Lamborghinis. Razzia in neun Ländern: Autohändler im Fokus Die Verdächtigen sollen in einen massiven Umsatzsteuerbetrug mit Luxusautos zwischen 2017 und 2025 verwickelt gewesen sein. Die Hauptverdächtigen aus NRW und Berlin sollen Organisatoren und Anführer dieses kriminellen Netzwerks gewesen sein. Sie betrieben eine im Autohandel aktive Unternehmensgruppe und sollen das länderübergreifend tätige kriminelle Netzwerk, zu dem unter anderem dutzende Scheinfirmen gehören, gemeinsam mit weiteren Verdächtigen organisiert haben. So funktionierte der Betrug Der EU-Staatsanwaltschaft zufolge sollen die Beschuldigten Umsatzsteuerbetrug unter Ausnutzung der Regeln für den grenzüberschreitenden Warenverkehr im EU-Binnenmarkt begangen haben. Die Behörde sprach von einem komplexen kriminellen Konstrukt innerhalb einer weit verzweigten Lieferkette, in der der Handel mit Luxusfahrzeugen abgewickelt oder simuliert wurde. Demnach kamen Scheinfirmen ihrer Pflicht zur Umsatzsteuerzahlung absichtlich nicht nach, während der nachfolgende Händler in der Kette trotzdem Umsatzsteuererstattungen erhielt. Nach Einschätzung der europäischen Ermittler handelt es sich bei dem bisher ermittelten Steuerschaden von rund 103 Millionen Euro eventuell "nur um die Spitze des Eisbergs". Im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Netzwerk liefen noch mehrere weitere Ermittlungsverfahren, hieß es. Die Europäische Staatsanwaltschaft ist die unabhängige Staatsanwaltschaft der Europäischen Union. Sie ist verantwortlich für die Verfolgung von Straftaten gegen die finanziellen Interessen der EU und befasst sich unter anderem mit Fällen von Steuerbetrug, Geldwäsche, Zollbetrug oder Veruntreuung von EU-Mitteln.