"Weiberwirtschaft": das Scheitern der ersten Frauenbank
- warum sich die Frauenbewegung kaum für Geld interessiert,
- wie sich Frauen durch eine eigene Bank mehr Einfluss erhoffen,
- wer zu den Kundinnen der Frauenbank zählt,
- warum das Geldinstitut scheitert.
Anfang des 20. Jahrhunderts haben Frauen zwar erste Rechte erkämpft, doch über ihr eigenes Geld bestimmen Väter, Ehemänner oder ein Vormund. Abhilfe schafft 1910 ein mutiges Projekt: ein ausschließlich von Frauen geführtes Kreditinstitut. In Berlin können Frauen nun erstmals selbstbestimmt ein Konto eröffnen, Geld anlegen oder Kredite aufnehmen.
Das nötige Finanzwissen liefert die hauseigene Zeitschrift "Frauenkapital". Die männlich dominierte Finanzwelt ist empört und warnt vor einer angeblichen "Übernahme des Kapitals" durch die Frauen. Einige fürchten sogar eine weibliche Weltherrschaft. Dazu kommt es nicht, die Frauenbank muss wegen Zahlungsunfähigkeit 1916 wieder schließen.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Dr. Gilla Dölle, Archiv der Deutschen Frauenbewegung Kassel
- Helma Sick, Autorin und Gründerin einer der ersten Frauenfinanzberatungen (Frau & Geld)
- Gilla Dölle: Die (un)heimliche Macht des Geldes. Finanzierungsstrategien der bürgerlichen Frauenbewegung in Deutschland zwischen 1865 und 1933. Frankfurt a.M. 1997
- Helma Sick und Renate Fritz: Frau und Geld. Wie Frauen finanziell unabhängig werden. München 2021
- Helma Sick und Renate Schmidt: Ein Mann ist keine Altersvorsorge. Warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist. München 2019
Weiterführende Links:
- Digitales Deutsches Frauenarchiv: Ohne ökonomische Macht keine Emanzipation - die Berliner Frauenbank (1910-1916)
- Zeitzeichen: 30.11.1918 - Frauenwahlrecht in Deutschland
- Zeitzeichen: 13.03.1895 - Die Feministin Louise Otto-Peters stirbt in Leipzig
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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Doris Arp
Redaktion: Christoph Tiegel und Seva Inci Suvak ]]>