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Landtagswahl Ba-Wü | Blitzanalyse: Ein Sieger – und viele Verlierer

Baden-Württemberg hat gewählt – und die Grünen könnten nach ersten Prognosen vor der CDU liegen. Was heißt das für die Parteien in Berlin? Die t-online-Blitzanalyse. Zu Beginn des Wahlkampfs im Südwesten sah es so aus, als sei die Sache klar – jetzt, am Wahlabend, zeichnet sich in Baden-Württemberg ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen ab: Die Grünen haben mit ihrem Spitzenmann Cem Özdemir eine fulminante Aufholjagd hingelegt, könnten nach ersten Prognosen gar knapp vorn liegen und die Staatskanzlei verteidigen. Die CDU mit Manuel Hagel dagegen hat auf den letzten Metern immer mehr an Zustimmung verloren. Bis ein klarer Sieger feststeht, wird es an diesem Sonntagabend noch eine Weile dauern. Erste Ableitungen lassen sich auf Basis der Prognosen von 18 Uhr jedoch treffen. t-online liefert eine erste Blitzanalyse und erklärt, was die absehbaren Ergebnisse der ersten Landtagswahl im Jahr 2026 für die Parteien bedeuten. Die Grünen: Ober-Realo Özdemir und seine beachtliche Aufholjagd Özdemirs Schicksal galt lange als ausgemacht: Das wird nichts. Trotz seiner großen Bekanntheit galt der Abstand in den Umfragen zu Hagels CDU als nahezu unüberwindbar, die Wahl für die Grünen als verloren. Doch Özdemir setzte auf einen ganz auf seine Person zugeschnittenen Wahlkampf: pragmatisch, heimatverbunden, nahbar und dennoch seriös, erfahren und trotzdem nicht abgehoben. Zu seiner eigenen Partei suchte er maximalen Abstand. Der Ober-Realo musste sich im Wahlkampf fragen lassen, ob er überhaupt ein Grüner sei. Bei Themen wie Verbrenner-Aus oder Migration lag er näher bei der Union als bei seiner eigenen Partei. Die ließ ihn gewähren und ordnete alles dem Wahlkampf unter. Das zahlte sich aus. Die Grünen behaupten nach außen gern, der ewige Kampf zwischen Linken und Realos sei überwunden. Doch der Blick nach Baden-Württemberg zeigt: Das stimmt nicht. Özdemirs Erfolg dürfte dem Realo-Flügel rund um die Co-Parteivorsitzende Franziska Brantner Auftrieb verleihen. In der Opposition suchen die Grünen immer noch ihre Rolle, verharren in Umfragen bundesweit bei bescheidenen elf bis zwölf Prozent. Özdemir hat nun bewiesen: Mit einem nüchternen Mitte-Kurs lassen sich Wahlen gewinnen, nach ersten Prognosen liegt die Partei auf dem ersten Platz. Zwar sagen viele linke Grüne: Gut, aber jedes Bundesland ist anders, Baden-Württemberg ist bürgerlich-konservativ. Dennoch strahlt Özdemirs Erfolg über den Südwesten hinaus. Julia Naue CDU: Zu zahm für einen Herausforderer Es hat wohl nicht gereicht für Manuel Hagel, so jedenfalls sieht es am frühen Abend aus. Fest steht ohnehin: Die CDU in Baden-Württemberg hat sich von einer Zahl blenden lassen, von der 14. So viele Prozentpunkte Vorsprung hatte sie in einer Umfrage noch im Oktober vor den Grünen. Nimmt man diese Zahl als Grundlage, ergibt die Wahlkampfstrategie der CDU sehr viel Sinn: Hagel inszenierte sich als eigentlicher Erbe des konservativen Grünen mit "Heiligenstatus", Winfried Kretschmann . Und tat so, als sei er selbst schon Amtsinhaber, sprach präsidial statt polarisierend, wollte Fehler vermeiden, statt Aufsehen erregen. Nach dem dahingeschmolzenen Vorsprung muss man sagen: zu zahm für einen Herausforderer. Denn eine andere Zahl vernachlässigte Hagel: Nur etwas mehr als jeder Dritte kannte ihn im Ländle Ende Oktober, und das im Zweikampf mit Cem Özdemir. Dabei gilt bei Landtagswahlen: Person ist wichtiger als Partei. Statt den deutlich bekannteren und beliebteren Özdemir anzugreifen, versuchte Hagel den Leuten einzubläuen, die Grünen würden Özdemirs Hyper-Realo-Kurs niemals mittragen. Angesichts ihrer Ablehnung des Mercosur-Abkommens im Europaparlament keine schlechte Idee, nur entspricht sie im Ländle nicht der Erfahrung aus 15 Jahren Kretschmann. Und dann veröffentlichte eine Grüne auch noch ein Video, in dem Hagel für eine Schülerin mit "Rehaugen" schwärmte. Und schaffte damit wohl das, was Hagel selbst im Wahlkampf nicht gut genug gelungen ist: etwas zu produzieren, woran sich Leute erinnern. Johannes Bebermeier AfD: Schwacher Kandidat, starke Partei Der AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier lieferte viel in diesem Wahlkampf – nur nicht das, worauf die AfD setzte. Es hagelte Negativ-Schlagzeilen und Peinlichkeiten: skurrile Auftritte, Anstellungen von Verwandten bei Kollegen. Dazu passte recht gut, dass Frohnmaier in der traditionell für (andere) Spitzenkandidaten wichtigen letzten Wahlkampfwoche lieber in die USA flog, als Termine in der Heimat wahrzunehmen. Nach ersten Prognosen scheint das der Partei gar nicht so sehr geschadet zu haben. Sie wird eben nach wie vor vor allem um ihrer selbst willen gewählt, nicht wegen ihres Personals. Und sie ist auch im Westen in den vergangenen Jahren so stark gewachsen, dass unterm Strich trotz eines mauen Wahlkampfs noch immer eine Verdopplung im Vergleich zu 2021 für sie steht. Das bedeutet einen Sprung von Platz 5 auf Platz 3. In der AfD allerdings ist die Kritik an Frohnmaier groß. Vor allem daran, dass er viel zu viele Ämter anhäufe. Sogar öffentlich haben ihn Kollegen schon gewarnt: Jedes Ergebnis unter 20 Prozent bleibe weit hinter den derzeit hochgestochenen Erwartungen zurück und werde zu prüfen sein. Das klingt nach möglichen Konsequenzen. Das stellt auch Weidel vor eine große Frage: Hält die AfD-Chefin weiter ihre schützende Hand über Frohnmaier? Der nämlich hat für sie ihren chronisch zerstrittenen Heimatverband unter Kontrolle gebracht – und Weidel gewährt ihm dafür bisher vieles. Ob sich das jetzt ändert, wird vor allem abhängig sein von der Höhe des Drucks, den die Parteikollegen ausüben. SPD: Historische Wahlpleite mit Ansage Wieder eine Wahl mit einem Negativrekord: Mit 5,4 Prozent laut erster Hochrechnung erzielt die SPD ihr historisch schlechtestes Ergebnis im Ländle. Es ist eine brutale Wahlpleite, auch wenn sie niemanden überraschen dürfte. Der Spitzenkandidat der SPD, Andreas Stoch, scheiterte damit an seinem ohnehin schon bescheidenen Ziel, die 11-Prozent-Marke vom letzten Mal zu übertreffen. Jetzt muss die SPD sogar um den Wiedereinzug in den Landtag fürchten. Klar, die Ausgangslage war schwierig. Medial dominierte das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Grünen, die SPD drang mit ihren Themen kaum durch. Obwohl die gar nicht schlecht gewählt waren: Stoch versuchte, vor allem mit der Rettung von Industriearbeitsplätzen bei den Wählern zu punkten. Angesichts der kriselnden Autoindustrie im Südwesten war das durchaus naheliegend. Doch offenbar trauten die Leute weder ihm noch seiner Partei zu, die Interessen der Beschäftigten glaubwürdig zu vertreten. Chef-Genosse Lars Klingbeil hat also noch einiges zu tun, damit sein Traum von der SPD als Arbeiterpartei 2.0 auch beim Wähler verfängt. Apropos Bundes-SPD: Die Auswirkungen dürften eher gering sein. Erstens war die Niederlage schon eingepreist, auch wenn sie nun verheerender ausfällt als befürchtet. Zweitens blicken die Genossen längst nach Rheinland-Pfalz, wo in zwei Wochen die aus Sicht der SPD viel wichtigere Wahl stattfindet . Stoch und die Seinen schienen die Wahl ohnehin schon vorher abgeschrieben zu haben. Der Chef der baden-württembergischen Jusos sagte vor wenigen Tagen: "Wir sind alle froh, wenn das am Sonntag vorbei ist." Nun, der Sonntag ist fast vorbei, die SPD steht vor einem Scherbenhaufen. Stochs Rückzug als Landeschef, den er noch am Wahlabend verkündete, ist daher folgerichtig. Daniel Mützel Linke: Zumindest ein kleiner Erfolg Noch ist unklar, wie die Wahlnacht für die Linke endet: Schafft sie es erstmals in den baden-württembergischen Landtag oder bleibt sie eine außerparlamentarische Opposition? So oder so, die Partei wird ihr Ergebnis als Erfolg verkaufen – zumindest als einen kleinen. 2021 erlangte sie nur 3,6 Prozent der Stimmen, Umfragen sahen sie in Baden-Württemberg zwischendurch bei bis zu acht Prozent. Sie sanken, als sich der Wahlkampf zu einem Duell zwischen Özdemir und Hagel zuspitzte. Doch dass die Linke ausgerechnet im konservativen Baden-Württemberg überhaupt eine ernsthafte Rolle im Wahlkampf spielt, zeigt die neue Stärke der Partei. Das hat zwei hauptsächliche Gründe: Erstens stieß die Linke in Baden-Württemberg in eine Leerstelle, die Grünen sind hier eine mittige bis konservative Kraft, die SPD blieb farblos. Und zweitens hat sich die Partei grundlegend erneuert: Sie hat sich mit Sozialsprechstunden und Heizkostenrechner ein Kümmerer-Image aufgebaut, ist sehr erfolgreich in der Ansprache über soziale Medien, und nicht zuletzt hat der Mitglieder-Boom für viele hoch motivierte Wahlkämpfer gesorgt. Auch wenn sie es nicht in den Landtag schafft: Der deutschlandweite Höhenflug der Partei dürfte anhalten. Um den zu brechen, ist die Wahl in Baden-Württemberg für die Partei nicht bedeutend genug. Die tatsächlich wichtigen Wahlen für die Linke folgen im September in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und vor allem in Berlin . Camilla Kohrs FDP: Ein Wahlfiasko mit potenziell schweren Folgen Für die FDP droht der Wahlabend zum Fiasko zu werden: Die Landtagswahl im Südwesten, sie könnte – Stand 18 Uhr – zum Anfang vom endgültigen Ende der Partei werden. Scheitert sie tatsächlich an der Fünfprozenthürde, wäre nicht nur das einstige liberale Stammland Baden-Württemberg verloren, in dem die FDP den Einzug in den Landtag noch nie verpasst hat. Eine mögliche Wahlschlappe im Ländle könnte auch zur Folge haben, dass sich die Partei insgesamt ins politische Niemandsland verabschiedet. Die folgenden vier Landtagswahlen hatte man intern sowieso fast abgeschrieben. Schon lange vor dem Wahltag mahnten nicht wenige Parteiinsider: Wenn es die FDP nicht einmal mehr im Ländle schafft, kann sie auch bundesweit einpacken. Für Parteichef Christian Dürr dürfte es dann sehr bald sehr eng werden. Umgekehrt gilt: Gelingt der Wiedereinzug wider Erwarten doch noch so mit Ach und Krach, wäre das ein liberales Lebenszeichen. Das Minimalziel wäre erreicht, wenn auch mit viel Zittern. Wenn die FDP in den folgenden Landtagswahlen dieses Jahr scheitern sollte, in Stuttgart hätte die Partei dann für weitere fünf Jahre – und damit bis nach der nächsten Bundestagswahl – einen parlamentarischen Arm. Der sichert nicht nur Posten, Ämter und möglicherweise Jobs für manch junges Talent innerhalb der Partei, sondern auch ein mediales Grundrauschen. Und Dürr würde etwas mehr Zeit gewinnen, um die FDP neu auszurichten. Florian Schmidt

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