In Baden-Württemberg zeichnet sich ein Wahlsieg für die Grünen ab. Das nutzt die Parteijugend, um Druck auf Spitzenkandidat Özdemir auszuüben. Direkt nach dem sich abzeichnenden Wahlsieg der Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat die Parteijugend Spitzenkandidat Cem Özdemir kritisiert. Luis Bobga, Co-Vorsitzender der Grünen Jugend, äußerte im Gespräch mit RTL/n-tv Zweifel daran, ob ein gutes Wahlergebnis automatisch auch gute Politik bedeute. "Wichtiger als ein gutes Ergebnis für die Partei ist am Ende auch gute Politik für die Menschen in Baden-Württemberg", sagte Bobga. Nach den vergangenen Wochen mit Özdemir bleibe bei ihm "ein Fragezeichen hängen, ob das am Ende grüne Politik ist". Landtagswahl in Baden-Württemberg: Newsblog zur Wahl Spahn nach Hochrechnung: "Grüne Schmutzkampagne gegen unseren Kandidaten" Blitzanalyse zur Landtagswahl: Ein Fiasko mit potenziell schweren Folgen Der Parteinachwuchs kritisiert unter anderem Positionen Özdemirs im Wahlkampf. Dabei geht es laut Bobga um Äußerungen zum Verbrennerauto sowie darum, dass Themen wie Wohnkosten oder Umverteilung aus Sicht der Grünen Jugend nicht ausreichend angesprochen worden seien. Grüne Jugend: Palmer darf in Regierung keine Rolle spielen Zudem warnte Bobga davor, dass der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer bei einer möglichen Regierungsbildung eine Rolle spielen könnte. Palmer war früher Mitglied der Grünen und hatte sich zuletzt mehrfach gemeinsam mit Özdemir gezeigt. Die Bundespartei solle darauf achten, dass Palmer kein Ministeramt erhält, forderte Bobga. Auch dem möglichen historischen Aspekt eines Ministerpräsidenten mit Migrationsgeschichte maß Bobga keine besondere Bedeutung bei. Mit Blick auf das Abschneiden der AfD sagte er, ihn beschäftige stärker, dass Rechtsextreme in Parlamenten vertreten seien.