Die Steuererklärung gilt vielen als lästig oder kompliziert – und wird daher oft an Profis vergeben. t-online zeigt, was das je nach Einkünften kostet. Vielen Menschen graut es vor der Steuererklärung . So sehr, dass sie sich am liebsten gar nicht selbst mit ihr befassen würden, sondern andere dafür bezahlen, dass diese sich darum kümmern. Doch mit welchen Kosten muss man rechnen, wenn man die Einkommensteuererklärung an einen Steuerberater auslagert? Zwei Faktoren spielen bei der Antwort eine Rolle: die Höhe Ihrer Einkünfte (der sogenannte Gegenstandswert) und der Arbeitsaufwand. Denn die Höhe des Honorars ist zwar gesetzlich in der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) geregelt, es gibt aber einen Ermessensspielraum. "Wenn jemand seine Unterlagen geordnet digital einreicht, bedeutet das weniger Aufwand und kann damit günstiger werden, als wenn er einen Schuhkarton mit Belegen abgibt", sagt Eugen Müller, Vorstandsmitglied der Steuerberaterkammer Nürnberg , t-online. Rechenbeispiel für durchschnittlichen Aufwand Wie hoch die Steuerberaterkosten genau ausfallen, lässt sich also nicht pauschal sagen – wohl aber die Spannbreite, innerhalb der sich die Gebühren bewegen können. Für die Einkommensteuererklärung legt die StBVV die Gebühr zwischen 1/10 und 6/10 der vollen Gebühr (10/10) fest. Ist der Aufwand beispielsweise durchschnittlich, legen Steuerberater meist die sogenannte Mittelgebühr von 3,5/10 an. Sie multiplizieren also die volle Gebühr mit diesem Faktor. Welchem Euro-Betrag die volle Gebühr entspricht, hängt von der Höhe Ihrer Einkünfte ab. Liegen diese zum Beispiel bei 40.000 Euro im Jahr, ergibt sich aus der Tabelle A der StBVV eine volle Gebühr (10/10) von 1.125 Euro. Setzt der Steuerberater nun die Mittelgebühr von 3,5/10 an, kostet Sie die Einkommensteuererklärung 393,75 Euro (0,35 x 1.125 Euro). Hinzu kommen noch 19 Prozent Umsatzsteuer. Tabelle A können Sie hier einsehen. Tabelle zeigt Mindest- und Maximalgebühren Wir haben für verschiedene Einkünfte ausgerechnet, wie teuer Sie Ihre Steuererklärung mindestens und höchstens zu stehen kommt: Höhe der Einkünfte Minimale Gebühr (1/10) Mittelgebühr (3,5/10) Maximale Gebühr (6/10) 10.000 Euro 60,50 Euro 211,75 Euro 363 Euro 13.000 Euro 65,50 Euro 229,25 Euro 393 Euro 19.000 Euro 75,50 Euro 264,25 Euro 453 Euro 25.000 Euro 85,40 Euro 298,90 Euro 512,40 Euro 30.000 Euro 94,60 Euro 331,10 Euro 567,60 Euro 35.000 Euro 103,60 Euro 362,60 Euro 621,60 Euro 40.000 Euro 112,50 Euro 393,75 Euro 675 Euro 45.000 Euro 121,50 Euro 425,25 Euro 729 Euro 50.000 Euro 130,40 Euro 456,40 Euro 782,40 Euro 65.000 Euro 139,90 Euro 489,65 Euro 839,40 Euro 80.000 Euro 149,60 Euro 523,60 Euro 897,60 Euro 95.000 Euro 159,290 Euro 557,20 Euro 955,20 Euro 110.000 Euro 168,90 Euro 591,15 Euro 1.013,40 Euro Ein guter Steuerberater kommuniziert die Kosten übrigens klar im Vorfeld und begründet Abweichungen. Lesen Sie hier, woran Sie außerdem erkennen, ob Ihr Steuerberater professionell arbeitet. Lohnsteuerhilfevereine als günstige Alternative Ein Steuerberater lohnt sich grundsätzlich nur, wenn die Kosten nicht die Rückzahlung übersteigen. Laut Statistischem Bundesamt lag die durchschnittliche Rückzahlung zuletzt bei 1.172 Euro. Wie viel oder ob Sie überhaupt etwas vom Finanzamt erstattet bekommen, hängt aber von Ihrer individuellen Situation ab. Bei vielen Arbeitnehmern ist die Steuererklärung nicht sonderlich kompliziert. Sie könnten sie also auch selbst erledigen und sich mehrere Hundert Euro für den Steuerberater sparen. Eine günstige Alternative zum Steuerberater sind Vereine für Lohnsteuerhilfe. Diese können aber nur Angestellte, Rentner, Beamte und Pensionäre in Anspruch nehmen – Selbstständige bleiben außen vor. Die Kosten für den Lohnsteuerhilfeverein ergeben sich aus einer niedrigen einmaligen Aufnahmegebühr und aus einem Mitgliedsbeitrag, der sich an Ihren Einkünften orientiert. Darüber hinaus entstehen keine weiteren Kosten.