Bei einem Atomenergie-Gipfel in Paris gesteht EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen Fehler. Ihre Pläne dürften Frankreichs Präsidenten Macron erfreuen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Abkehr von Atomkraft als einen "strategischen Fehler" bezeichnet. Zugleich kündigte sie am Dienstag auf einem Atomenergie-Gipfel in Frankreich künftige Risikoabsicherungen der EU in Höhe von 200 Millionen Euro für private Geldgeber an, die in neue Atomtechnologien investieren. "Die Mittel dafür werden aus unserem Emissionshandel kommen", sagte von der Leyen in Boulogne-Billancourt bei Paris . Zuvor hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron neue Finanzierungsmöglichkeiten für den Ausbau von Atomenergie gefordert. "Wir müssen es schaffen, diese Projekte besser zu finanzieren, sowohl konventionelle als auch innovative Atomvorhaben", sagte Macron zum Auftakt des internationalen Treffens. Krieg in Nahost: Macron verlegt Kriegsschiffe ins Mittelmeer – auch Flugzeugträger Krieg in Nahost: Deshalb schicken die USA ihr "Weltuntergangsflugzeug" Auch auf EU-Ebene müsse die Unterstützung verbessert werden. Staatliche Hilfen und Fördermechanismen müssten EU-weit verbessert werden, "um den Erfolg neuer Nuklearvorhaben ebenso sicherzustellen wie den der erneuerbaren Energien", sagte der französische Präsident und wiederholte damit die Forderung, Atomenergie und erneuerbare Energien gleichzustellen. Macron: "Europäer müssen im Rennen bleiben" Macron forderte insbesondere mehr Investitionen in die Entwicklung sogenannter kleiner, modularer Atomreaktoren (SMR – small modular reactors). "Unsere amerikanischen Freunde, die Kanadier und Chinesen sind bei diesen Innovationen an vorderster Front, die Europäer müssen im Rennen bleiben", sagte Macron. Frankreichs Präsident plädierte zudem für eine bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit. "Wir brauchen einen Markt für den freien Verkehr von kohlenstofffreien Elektronen", sagte Macron. Dabei sei es egal, ob der Strom mit Offshore-Windenergie in Belgien , mit Solarenergie in Griechenland oder mit Atomenergie in Frankreich erzeugt werde, fügte er hinzu. An dem Atomenergie-Gipfel nehmen Vertreter von etwa 40 Staaten und Organisationen teil, unter ihnen neun Staats- und Regierungschefs, unter anderem aus Ruanda, Marokko und Belgien.