Irankrieg: Diese Reiseziele sollten Sie zu Ostern besser meiden
Das Auswärtige Amt rät wegen des Irankriegs auch von Reisen zu beliebten Oster-Zielen ab. Wie gefährlich ist es – und welche Alternativen bleiben?
Der Anlass der anstehenden Abstimmung in Straßburg stammt noch aus den Coronajahren, wirkt aber wie maßgeschneidert für diese Zeit: Nach Willen der EU-Parlamentarier sollen Urlauber schneller ihr Geld zurückerhalten, wenn ihre Reise etwa durch „ungewöhnliche Umstände vor Ort“ storniert wird. Was genau „außergewöhnlich“ bedeutet, wird zwar vom Einzelfall abhängen, aber Drohnenangriffe wie jüngst auf ein Hotel am Persischen Golf dürften wohl dazugehören.
Auch fast zwei Wochen nach Beginn des Kriegs gegen den Iran hakt es im Verkehr von, nach oder über den Golfstaaten. Da gibt es Kreuzfahrtreisende, die lange nicht wussten, wann und wie sie nach Hause kommen. Da gab es Fernreisende, deren Anschlussflüge an den großen Flughäfen Dubai oder Katar gestrichen wurden. Und dann sind da noch diejenigen, die sich fragen, wie ratsam es überhaupt ist, derzeit in oder über die Gegend zu fliegen.
Kreuzfahrt-Reisen in die Golfregion sind alle storniert
Diesen Interessierten haben die großen Reedereien die Entscheidung bereits abgenommen: Sowohl Tui (Mein Schiff) als auch MSC bleiben in den kommenden Wochen der Golfregion fern. Sämtliche Gäste der dort verbliebenen „Mein Schiff 4“, „Mein Schiff 5“ und der „MSC Euribia“ sind von Bord, die Kapitäne dabei, die Rückfahrt zu organisieren. Wann genau das sein wird, ist noch offen und hängt natürlich von der Sicherheitslage ab.
Durch den unfreiwilligen Daueraufenthalt sind auch Kreuzfahrtrouten betroffen, die sich nicht einmal in der Nähe des Krisengebiets befinden. So soll die „Mein Schiff 4“ demnächst Richtung Kapstadt und Mallorca aufbrechen. Ob sie es rechtzeitig zurückschafft, weiß bislang aber niemand.
Durch die Bedrohungslage fallen derzeit beinahe alle Länder des Nahen Ostens als Urlaubsorte aus. Für fast alle von ihnen hat das Auswärtige Amt Reisewarnungen herausgegeben. Neben Israel, Iran und Libanon, gehören auch bislang sichere Länder wie Bahrain, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar dazu. Mittlerweile warnt das Ministerium sogar vor dem Besuch einiger Gegenden in Zypern, Ägypten und der Türkei.
- Zur Insel in der Levante heißt, es, dass „sicherheitsrelevante Vorfälle“ wie der Drohnenangriff auf die dortige britische Militärbasis nicht ausgeschlossen werden können.
- Für Ägypten gibt es eine Teilreisewarnung, konkret für das Grenzgebiet zu Israel im Norden, außerdem für den Süden der Sinai-Halbinsel.
- In der Türkei rät das Auswärtige Amt von Reisen in das Grenzgebiet zu Iran, Irak und Syrien in den Provinzen Ağrı, Iğdır, Van, Şanlıurfa, Mardin, Sırnak und Hakkâri ab.
Weitere unschöne Nebeneffekte des Konflikts: Wegen der Sperrung der wichtigen Transportroute durch die Straße von Hormus am Persischen Golf steigen die Ölpreise und damit auch die Kosten für Kerosin. Die Fluggesellschaften Qantas, SAS und Air New Zealand sind bereits dabei, ihre Ticketpreise zu erhöhen. Durch die Luftraumsperrungen müssen viele Airlines zudem Umwege fliegen, was den Treibstoffverbrauch und die Kosten noch mehr erhöht.
Wer Sonne will, reist in den Westen
Was bleibt also an sicheren Urlaubsorten? Für Trips in die Sonne im Grunde nur der Südwesten. Die Tui gab zuletzt bekannt, dass die Buchungen wegen des Kriegs zurückgehen und die Urlauber nach Destinationen im Westen suchen würden. Laut Reisedatenbanken legen derzeit Hotelbuchungen für Spanien stark zu, und dort vor allem in Katalonien, Andalusien und auf den Kanaren. Auch MSC beobachtet bei seinen Umbuchungen einen ähnlichen Trend: "Wir verzeichnen beispielsweise eine starke Nachfrage im westlichen Mittelmeerraum", heißt es bei den Schweizern.