Während einer gemeinsamen Militärübung der USA und Südkorea demonstriert Nordkorea seine Macht. Mehrere Raketen fliegen Richtung Japanisches Meer. Nordkorea hat am Samstag nach Angaben des südkoreanischen Generalstabs mehr als zehn ballistische Raketen in Richtung Meer abgefeuert. Die Geschosse seien gegen 13.20 Uhr Ortszeit aus der Gegend von Sunan nahe der Hauptstadt Pjöngjang gestartet worden und in Richtung Osten geflogen, teilte das Militär in Seoul mit. Japans Verteidigungsministerium erklärte, eine Rakete habe eine Höhe von etwa 80 Kilometern erreicht und sei rund 340 Kilometer weit geflogen. Sie sei offenbar außerhalb der japanischen ausschließlichen Wirtschaftszone im Japanischen Meer niedergegangen. Nordkorea : Kim Jong Un zeigt sich mit Tochter am Schießstand Kim Yo Jong : Schwester von Kim Jong Un bei Parteitag befördert Gemeinsame Militärmanöver Der Raketenstart erfolgte während eines gemeinsamen Militärmanövers der USA und Südkoreas. Die Übung "Freedom Shield" hatte fünf Tage zuvor begonnen. Beide Länder betonen, dass das Manöver rein defensiver Natur sei und der Vorbereitung auf mögliche militärische Bedrohungen aus Nordkorea diene. In Pjöngjang werden solche Übungen dagegen regelmäßig als Generalprobe für eine Invasion kritisiert. Die Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, Kim Yo Jong , hatte die Militärübungen zuletzt scharf verurteilt. Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap warnte sie vor "unvorstellbar schrecklichen Konsequenzen", sollte sich der militärische Druck auf ihr Land erhöhen. Mögliches Treffen von Trump und Kim Die Meldung über den Raketenstart kam nur wenige Stunden, nachdem Südkoreas Ministerpräsident Kim Min-seok ein mögliches Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un angedeutet hatte. Kim hatte Trump in Washington getroffen. Danach sagte er, Trump halte ein Treffen mit Kim Jong Un für "gut" und ein solches Treffen könne möglicherweise bei einer geplanten Reise nach China stattfinden. Trump will vom 31. März bis zum 2. April nach China reisen. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Trump mehrfach erklärt, er sei grundsätzlich bereit, Gespräche mit Nordkorea wieder aufzunehmen. Während seiner ersten Amtszeit hatte er Kim Jong Un mehrmals persönlich getroffen. Nordkorea verfügt Experten zufolge über Dutzende nukleare Sprengköpfe. Das Land führte 2006 seinen ersten Atomtest durch und hat trotz internationaler Sanktionen wiederholt bekräftigt, an seinem Atomprogramm festzuhalten. Pjöngjang argumentiert, die Waffen dienten der Abschreckung gegen eine angebliche militärische Bedrohung durch die USA und deren Verbündete. Mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats untersagen Nordkorea grundsätzlich den Test ballistischer Raketen. Nach Angaben aus Seoul hatte das Land zuletzt am 27. Januar zwei ballistische Raketen über dem Japanischen Meer gestartet.