Rhein-Neckar Löwen: Verlieren beim Bergischen HC ist verboten
Von Daniel Hund
Heidelberg. Der vergangene Sonntag war grandios. 27 Grad, strahlender Sonnenschein, ein leichtes Lüftchen. Eigentlich konnte es einem da nur gut gehen. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Rhein-Neckar Löwen zum Beispiel. Bei denen herrschte Katerstimmung. Am Tag nach der schmerzlichen Topspiel-Pleite gegen den THW Kiel war bei den Löwen Wunden lecken angesagt. Trauern. Ärgern über fünf Minuten, die man so schnell nicht verdrängen kann. Fünf Minuten, die aus möglichen Gewinnern frustrierte Verlierer gemacht haben. Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen sagt es so: "Durch diese kurze Phase nach der Pause haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht."
Zu schwer. Egal, es muss weiter gehen. Niederlagen passieren. In der Bundesliga kann man die wieder ausbügeln. Am heutigen Dienstagabend wäre eine Pleite dagegen fatal. Es ist Pokal-Zeit. Um 19.30 Uhr müssen die Badener beim Bergischen HC zum Achtelfinal-Duell ran. Und der ist kein gewöhnlicher Aufsteiger. Mit sieben Siegen - bei nur zwei Niederlagen - rangiert der BHC momentan auf dem vierten Platz.
Schwerstarbeit deutet sich an. Jacobsen weiß das: "Sie spielen einen sehr schnellen Handball, haben keine Stars im Team und treten homogen auf", pustet Jacobsen tief durch. Auch deshalb traf man sich am Momtag oben im Videoraum des Kronauer Trainingszentrums. Die Stärken und Schwächen des BHC wurden genauestens unter die Lupe genommen. Doch auch die Schmach gegen Kiel wurde noch einmal aufbereitet. Schmerzhaft war das, aber notwendig: "Wichtig ist, dass wir aus unseren Fehlern lernen", erklärte Jacobsen im RNZ-Gespräch.
Doch bei all dem Frust über den Dämpfer im Titelkampf, die Vorfreude auf den Bergischen HC ist vor allem wegen einem Mann groß: Rafa Baena. Der spanische Kreis-Torero wechselte im Sommer den Verein, von den Löwen zum BHC. Was er kann, wissen seine ehemaligen Mitspieler genau. Mit seinem massigen Körper - der Spanier bringt bei 1,91 Meter Körpergröße 120 Kilo auf die Waage - ist er nur ganz schwer zu greifen. Jacobsen sagt: "An einem guten Tag ist er kaum zu stoppen."