Goldene Sportpyramide: Franziska van Almsick in der Hall of Fame des deutschen Sports
Berlin. (sid) Dem Olympia-Gold jagte Franziska van Almsick im Becken vergeblich und teils tragisch hinterher. Doch das Stück Gold, das sie am Donnerstag so stolz in ihren Händen hielt, machte diese Enttäuschung ein klein wenig wett. „Das rundet meine sportliche Karriere ab, die nie so wirklich rund zu sein schien“, sagte die zweimalige Schwimm-Weltmeisterin bei ihrer Auszeichnung mit der „Goldenen Sportpyramide“ in Berlin: „Erst heute, mit 41 Jahren, ist mir bewusst, was ich alles erreicht habe.“
30 Jahre nach dem Mauerfall wurde van Almsick für ihr Lebenswerk als „erster gesamtdeutscher Sportstar“ geehrt. Sie sei ein „Fixstern des deutschen Schwimmens“ und „eines der größten Idole des deutschen Sports“, schwärmte Bundesinnenminister Horst Seehofer in seiner Laudatio. Worte wie diese „gehen heute mehr wie Öl runter als noch vor 20 Jahren“, sagte van Almsick.
Als 14-Jährige begeisterte die Schwimmerin bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona mit vier Medaillen. Die „Berliner Göre“ kam ist Ost und West gleichermaßen gut an und wurde so zu einem Symbol der Wiedervereinigung. Doch nachdem van Almsick bei den Sommerspielen 2000 in Sydney kein einziges Einzelfinale erreichte, wurde sie in Boulevard-Medien verspottet („Franzi van Speck“). Zwei Jahre später war sie wieder „Franzi wunderbar“. Die Heim-EM in ihrer Heimatstadt Berlin wurde mit fünf Titeln und dem umjubelten Weltrekord über 200 m Freistil zu „Van-Almsick“-Festspielen.
Die zweifache Mutter, nun in Heidelberg wohnhaft, nutzt diese Fähigkeit für ihr großes gesellschaftliches Engagement. Das Preisgeld für die Sportpyramide verdreifachte van Almsick aus eigener Tasche auf 75.000 Euro. Die Ex-Schwimmerin wurde in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.