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Nach Kuss-Skandal: Regierung schaltet sich in Streit im spanischen Fußball ein

Der Streit zwischen spanischen Auswahl-Fußballerinnen und dem Verband spitzt sich weiter zu. Nun greift angesichts des Streiks sogar die Regierung ein.

Angesichts der völlig verfahrenen Lage wegen des Streiks von Spaniens Fußball-Weltmeisterinnen hat sich jetzt die Regierung in Madrid eingeschaltet. Der Präsident der obersten spanischen Sportbehörde CSD, Víctor Francos, kündigte einen Schlichtungsversuch an, warnte die streikenden Fußballerinnen aber zugleich vor rechtlichen Konsequenzen.

Es geht nach dem Kuss-Skandal bei der WM um die Weigerung der Weltmeisterinnen, solange nicht in der Nationalelf zu spielen, bis es nicht tiefgreifende Maßnahmen gegen die Männerdominanz im Fußballverband RFEF gibt. Es ist weiter unklar, mit welchem Team Spanien in den nächsten Spielen der Nations League antritt, bei denen es auch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2024 geht.

Den Skandal ausgelöst hatte der inzwischen zurückgetretene RFEF-Präsident Luis Rubiales, als er die Weltmeisterin Jennifer Hermoso bei der Siegerehrung am 20. August in Sydney ungefragt auf den Mund küsste.

Francos kündigte einen Versuch an, die Krise im letzten Augenblick beizulegen. "Morgen früh werde ich eine Reihe von Leuten aus der Nationalmannschaft anrufen, um mit ihnen zu sprechen. Ich denke, es gibt einen Punkt, an dem die Regierung eingreifen muss; nicht alles ist zulässig", sagte er dem Radiosender El Larguero am Montagabend. "Wenn die Spielerinnen nicht antreten, muss die Regierung - so leid es mir tut - handeln und dem Gesetz Geltung verschaffen", warnte er.

Strafen drohen

Dem spanischen Sportgesetz zufolge stellt die Weigerung, trotz Nominierung nicht anzutreten, eine besonders schwere Verfehlung dar. Sie kann Geldstrafen zwischen 3000 und 30.000 Euro sowie Sperren zwischen 2 und 15 Jahren nach sich ziehen.

Am Montag hatte die neue Nationaltrainerin Montse Tomé 15 Weltmeisterinnen für die Spiele der Nations League am Freitag in Schweden sowie am Dienstag darauf daheim gegen die Schweiz nominiert, obwohl diese Sportlerinnen zusammen mit anderen Kolleginnen ihren Streik schon vor Tagen angekündigt hatten. Am späten Montagabend hatten sie ihre Weigerung bekräftigt.

Ziel Olympiasieg

Francos betonte, die Regierung stehe auf der Seite der Spielerinnen und sei nicht an deren Bestrafung interessiert. "Wir werden den Spielerinnen sagen, dass wir alles Notwendige tun werden, um das Problem zu lösen, aber wir bitten sie, zu den Spielen zu gehen. Wir wollen, dass sie Olympiasiegerinnen werden", sagte er.

Die Spielerinnen betonten, die von Tomé am Montag ausgesprochene Nominierung habe gegen Verfahrensvorschriften des Weltverbandes FIFA verstoßen. Demnach müssten Sportler mindestens 15 Tage vor der Nominierung schriftlich darüber informiert werden.

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