Das Münchener Abkommen wird beschlossen (am 29.9.1938)
Großbritanniens Premier Arthur Neville Chamberlain will für die kleine Tschechoslowakei – ein Land, das die meisten seiner Bürger gar nicht kennen – kein Kriegsrisiko eingehen. Denn würde Hitler die Tschechoslowakei überfallen, träte für Frankreich der Bündnisfall ein und Großbritannien wäre auch betroffen. Chamberlain macht ein Angebot. Hitler bekomme seine sudetendeutschen Gebiete, unter der Bedingung, auf militärische Aktionen zu verzichten. Hitler stimmt zu.
Das Münchener Abbkommen ist Teil der "Appeasement-Politik", Zugeständnissen, mit denen die Westmächte hoffen, Hitler im Zaum zu halten. Sie ignorieren die deutsche Wiederaufrüstung seit 1933, reagieren nicht auf die deutsche Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes 1936 und nehmen den "Anschluss" Österreichs im März 1938 hin. Doch die Beschwichtigungsstrategie geht nicht auf. Schon im März 1939 marschieren deutsche Truppen in die Rest-Tschecheslowakei ein, ein halbes Jahr später in Polen.
In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:
- Warum der britische Premier Neville Chamberlain glaubt, er könnte Hitler durch Zugeständnisse beschwichtigen.
- Welche Rolle der Ökonom John Maynard Keynes für die britische Appeasement-Politik spielt.
- Warum nicht alle Sudetendeutsche über die Anbindung an Deutschland froh sind.
- Ob der Westen die Warnzeichen von Vladimir Putins Russland ebenso ignoriert hat wie von Hitlers Nazi-Deutschland.
*** Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Tim Bouverie, Historiker und Publizist
- Jürgen Zarzusky und Martin Zückert: Das Münchener Abkommen von 1938 in europäischer Perspektive, München 2013
- München – Im Angesicht des Krieges. Spielfilm von Christian Schwochow. Netflix 2021.
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*** Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Almut Finck
Redaktion: Matti Hesse
Technik: Martin Kropp ]]>