Der baden-württembergische CDU-Chef Manuel Hagel hat sich klar gegen einen neuen Kurs seiner Partei im Verhältnis zur AfD ausgesprochen. "Die AfD tritt gegen alles an, was wir an Deutschland lieben", sagte er t-online. Die Idee einiger prominenter CDU-Politiker, den Umgang der Partei mit der AfD zu überdenken und sich punktuell einer Zusammenarbeit zu öffnen, stößt in den eigenen Reihen auf scharfe Kritik. Für den baden-württembergischen Landesverband und seinen eigenen Landtagswahlkampf schließt Manuel Hagel diesen Weg kategorisch aus. "Eine Zusammenarbeit der CDU Baden-Württemberg mit der AfD wird es nicht geben", so der Spitzenkandidat der Partei für die Landtagswahlen im kommenden Jahr in einem Gespräch mit t-online. Hagel, der gute Chancen hat, im kommenden Jahr Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zu beerben, möchte die AfD stattdessen inhaltlich herausfordern: "Alles Moralisieren, Ausgrenzen, Verteufeln hat in den letzten Jahren nachweislich nicht dazu geführt, die AfD zu schlagen". Die AfD ist in den jüngsten Umfragen zweitstärkste Kraft im Ländle. Knapp fünf Monate vor dem Urnengang liegt sie nur noch acht Prozent hinter der CDU. "Wegducken ist keine Option" Hagel setzt deshalb auf Konfrontation: "Wegducken ist für aufrechte Christdemokraten keine Option. Wir müssen die kruden Thesen der AfD enttarnen. Die AfD tritt gegen alles, was wir an Deutschland lieben: unsere liberale Gesellschaft, unsere Demokratie, unsere soziale Marktwirtschaft und unser vereintes Europa." Gleich drei einflussreiche ehemalige Unionspolitiker hatten sich zuletzt für einen Kurswechsel im Umgang mit der AfD starkgemacht. Der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber, Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und der einstige Vorsitzende der CDU-Grundwertekommission, Andreas Rödder, stellten im "stern" die Brandmauer zumindest infrage. "Nur so wird die AfD als Frustventil unnötig" Tauber hatte eine inhaltlich "neue Politik der roten Linien" ins Spiel gebracht, die es aber auch erlaubt, Beschlüsse zu fassen, denen die AfD zustimmt". Nicht bei jedem gemeinsam getroffenen Beschluss dürfe "die Nazikeule geschwungen werden". Rödder stellte solche Beschlüsse unter den Vorbehalt, dass die AfD solche "roten Linien" nicht überschreite und sich gleichzeitig von rechtsextremen Positionen und Figuren abgrenze. Zu Guttenberg empfahl der Union zudem "inhaltliche Konfrontation": "Wovor haben wir Angst?" Zumindest im letzten Punkt stimmt auch Hagel zu: "Wir müssen die AfD inhaltlich stellen und wir müssen die Probleme lösen, die dazu führen, dass Menschen die AfD wählen", sagte er t-online. Nur so werde die AfD als "Frustventil" überflüssig. Ein möglicher Angriffspunkt dabei sei, wofür die AfD im Zusammenhang mit Deutschlands internationalen Beziehungen stehe. Hagel: "Sie lehnt die feste Verankerung Deutschlands im Westen ab. Unsere Mitgliedschaft in der Nato , die Stärke unserer Bundeswehr sowie den Euro und den europäischen Binnenmarkt. Die AfD will uns ärmer und einsamer machen." Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg sei die Frage "CDU oder AfD", so Hagel kampfeslustig: "Wir treten an, um die AfD zu schlagen, damit sie in diesem Land niemals in Verantwortung kommt."