US-Präsident Trump verstärkt die Militärpräsenz vor der Küste Venezuelas. Das Land antwortet mit einer Militärübung und rhetorischen Attacken. Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump einen Flugzeugträger in die Karibik zu verlegen, hat Venezuela ein Manöver vor seiner Küste angekündigt. "Wir führen eine Übung durch, die vor 72 Stunden begonnen hat, eine Küstenverteidigungs-Übung", so Venezuelas Verteidigungsminister Wladimir Padrino Lopez. Überblick: Alle Entwicklungen im US-Newsblog Aufmarsch: Trump verlegt Langstreckenbomber in Karibik Zuvor hatten die USA ihre Militärpräsenz in der Region ausgebaut. Ein Flugzeugträger der US-Marine sowie mehrere Begleitschiffe seien in die Karibik entsandt worden, hieß es seitens der US-Regierung. Offiziell dient die Mission dem Kampf der US-Regierung gegen Drogen. So wurden mehrere mutmaßliche Schiffe von Drogenschmugglern vor Venezuelas Küste zerstört. Doch bringen Beobachter die Bemühungen der US-Armee auch mit einem möglichen Sturz von Venezuelas links-autoritärem Staatschef Nicolás Maduro in Verbindung. Verteidigungsminister Padrino sprach einen Tag nach der US-Ankündigung von "verdeckten Operationen, die darauf abzielen, das Land von innen zu destabilisieren". Parallelen zum Fall Noriega Die USA hatten bereits 1990 Panamas Staatschef Manuel Noriega abgesetzt. Begründung: Verwicklung in den Drogenschmuggel. Parallel zum Vorgehen gegen Venezuela erhöhten die USA den Druck auf Kolumbien . Washington hat bislang keine Beweise dafür vorgelegt, dass es sich bei den Zielen der Angriffe tatsächlich um Boote von Drogenschmugglern handelt. Kritikern zufolge sind die Angriffe illegal – selbst wenn sie sich wirklich gegen Drogenhändler richten würden. Auch Experten wähnen hinter dem Anti-Drogen-Krieg in Venezuela ein größeres strategisches Interesse. "Viele fragen sich, ob die aktuellen Operationen in internationalen Gewässern nicht nur ein Vorwand für eine größere Kampagne zum Sturz des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro sind", notierten Henry Ziemer und Ryan C. Berg vom Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington in einer Studie. Zugleich wiesen die beiden Forscher darauf hin, dass anders als im indopazifischen Raum die USA in Südamerika kaum über geeignete Basen für ein militärisches Vorgehen verfüge. Auch deshalb ließ Trump nun wohlen einen Flugzeugträger verlegen. Die Liste der Interventionen der USA in Mittel- und Südamerika ist lang. Bereits in den 1840er-Jahren übernahmen die USA nach einem Krieg gegen Mexiko die heutigen Bundesstaaten Texas , Arizona und Kalifornien . 1898 folgte das Ende der spanischen Herrschaft auf Kuba . Mit dem Land vor der Küste verbindet sich aber auch eine der schmerzlichsten Niederlagen der US-Geschichte. 1961 scheiterte in der Schweinebucht der Sturz des kubanischen Sozialisten Fidel Castro.