Wegen des Ausmaßes der Zerstörung in Syrien hat sich Johann Wadephul vorerst gegen Rückführungen in das Land ausgesprochen. Das widerspricht der Linie des Innenministers und wird in der Union kritisiert. Zu Recht? Eine Aussage des deutschen Außenministers hat am Wochenende Teile der Unionsfraktion irritiert: Nach einem Besuch im vom Bürgerkrieg gezeichneten Syrien in der vergangenen Woche hatte Johann Wadephul angezweifelt, dass angesichts der Zerstörung kurzfristig eine große Zahl syrischer Flüchtlinge freiwillig dorthin zurückkehren kann. "Hier können wirklich kaum Menschen richtig würdig leben", sagte er. Diese Aussage steht im Widerspruch zur Absicht des Innenministers Alexander Dobrindt (CSU), Syrer aus Deutschland abzuschieben. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Unionsfraktion, Günter Krings, sagte nun der "Bild"-Zeitung: Der syrische Bürgerkrieg sei vorbei, und in weiten Teilen des Landes sei für die allermeisten ausgereisten Syrer eine Rückkehr zumutbar. Der offenkundige Streit innerhalb der Union führt zu der Frage: Hat Außenminister Wadephul mit seiner Äußerung recht?