Die US-Luftfahrtbehörde hat wegen des Shutdowns drastische Kürzungen bei Inlandsflügen angekündigt. Auf Reisende könnten an Feiertagen erhebliche Verzögerungen zukommen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat angekündigt, die Flugkapazitäten an 40 großen Flughäfen im Land um bis zu zehn Prozent zu verringern. Wie ABC News berichtet, reagieren die Behörden damit auf den anhaltenden Stillstand der US-Regierung durch den Shutdown und die damit verbundenen Engpässe beim Personal in der Flugsicherung. Die Maßnahme soll ab Freitagmorgen greifen, erste Kürzungen könnten laut Insidern jedoch bereits am Donnerstag beginnen. In einem gemeinsamen Auftritt erklärten FAA-Chef Bryan Bedford und Verkehrsminister Sean Duffy, dass der Schritt eine Vorsichtsmaßnahme sei, um die Sicherheit im Luftverkehr weiterhin zu gewährleisten. Wegen Haushaltssperre: US-Armee schickt Soldaten in Deutschland zur Tafel Alle aktuellen Entwicklungen: Der Newsblog zur US-Politik Betroffen sind laut ABC News unter anderem die Flughäfen in Atlanta, Boston, Chicago und alle drei großen Airports im Großraum New York . Die Kürzungen sollen schrittweise eingeführt werden: Die Anzahl der Flüge soll zunächst um vier Prozent verringert werden, später um bis zu zehn Prozent. Internationale Verbindungen sind von den Einschränkungen ausgenommen. Betroffen sind ausschließlich Inlandsflüge im Zeitraum zwischen 6 und 22 Uhr Ortszeit. "Das System ist heute extrem sicher und wird es auch morgen sein" Laut FAA sollen die Kürzungen proportional über alle Fluggesellschaften verteilt werden. Dabei werde auch berücksichtigt, ob Airlines bestimmte Verbindungen ohnehin nicht täglich bedienen. Eine endgültige Liste der betroffenen Flughäfen und eine entsprechende Anordnung der FAA sollen noch veröffentlicht werden. FAA-Administrator Bedford sagte bei der Pressekonferenz, es gehe nicht darum, weniger genutzte Flughäfen zu entlasten. Entscheidend sei, "wo der Druck im System am höchsten ist und wie man diesen gezielt abbauen kann". Es sei nicht sinnvoll, auf Sicherheitsprobleme zu warten, wenn sich frühzeitig Anzeichen für Überlastung erkennen ließen. "Das System ist heute extrem sicher und wird es auch morgen sein", sagte Bedford. Verkehrsminister Duffy betonte, man wolle durch die Kapazitätsbegrenzung das "Risikoprofil im nationalen Luftraum" aktiv senken. Auf die Frage, ob Amerikaner ihre Reisepläne für die Feiertage besser absagen sollten, sagte Duffy im US-Sender Fox News es sei "schwer vorherzusagen", was in den kommenden Wochen passieren könne. "Wenn wir uns dem Thanksgiving nähern und sich die Regierung immer noch im Shutdown befindet, wird es hart werden. Wirklich hart. Wir werden die Sicherheitsaspekte abfedern, aber werden Sie pünktlich fliegen? Wird Ihr Flug tatsächlich starten? Das bleibt abzuwarten, aber es wird mehr Störungen geben", sagte Duffy. Kunden können Rückerstattung beantragen Damit machte er deutlich, dass sich Reisende auf erhebliche Unannehmlichkeiten einstellen müssen, sollte die politische Blockade andauern. Branchenvertreter und Airlines reagieren mit Anpassungen auf die Situation. Die Fluggesellschaft United Airlines teilte laut ABC News mit, dass Langstreckenflüge sowie Verbindungen zwischen zentralen Drehkreuzen nicht betroffen seien. Kunden könnten gebuchte Tickets stornieren und auch für sonst nicht erstattbare Tarife eine Rückzahlung erhalten. Über App, E-Mail und Push-Benachrichtigungen sollen Passagiere über Änderungen informiert werden. FAA: Vergleichbare Maßnahmen habe es noch nie gegeben Auch die Luftfahrtlobby-Gruppe Airlines for America kündigte an, eng mit der Regierung zusammenzuarbeiten, um die Auswirkungen für Passagiere und Frachtunternehmen möglichst gering zu halten. Das Ausmaß der Einschränkungen ist nach Einschätzung von FAA-Chef Bedford beispiellos. In seinen 35 Jahren in der Behörde habe es eine vergleichbare Maßnahme noch nicht gegeben. Unterdessen teilte das Weiße Haus mit, dass Präsident Donald Trump über die Entscheidung der FAA informiert sei, so ABC News.