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Fehlende Ressourcen für Journalistenausbildung in Ghana: „Dies könnte ein kontinentales Problem sein.“

Fehlende Ausbildungsressourcen und bürokratische Hürden erschweren die Ausbildung junger Journalist:innen in Ghana. Studierende fühlen sich schlecht vorbereitet auf die Ansprüche einer sich schnell entwickelnden Medienbranche. Samuel Danso forscht zur Journalistenausbildung in Ghana und entwickelt Empfehlungen, was sich ändern sollte.

Samuel Danso ist Doktorand an der University of Education in Winneba, Ghana. Er forscht unter anderem zu Künstlicher Intelligenz im Journalismus und Datenjournalismus. Seine Doktorarbeit befasst sich mit der Journalistenausbildung in Ghana.

Samuel Danso, Foto: @abey_multimedia

Welchen Aspekt der Journalistenausbildung untersuchen Sie in Ihrer Doktorarbeit?

Das Internet und neue Technologien haben den Journalismus grundlegend verändert. Das, was wir unter „Journalismus“ verstanden haben, entspricht nicht mehr unbedingt dem, was wir heute praktizieren oder sehen. Wenn man sich die Branche ansieht, lassen sich einige neue Trends erkennen, darunter KI, Datenjournalismus, lösungsorientierter Journalismus und Mobile Journalism. In meiner Forschung untersuche ich, wie gut zukünftige Journalist:innen darauf vorbereitet werden, diesen neuen Anforderungen der Medienbranche gerecht zu werden.

Ich habe dafür drei journalistische Einrichtungen in Ghana ausgewählt, als erstes die University of Media, Arts and Communication. Dabei handelt es sich um eine Journalistenschule in Ghana, die 1959 vom damaligen Präsidenten Dr. Kwame Nkrumah gegründet wurde. Außerdem habe ich die University of Education in Winneba ausgewählt. Die dritte Einrichtung ist die University of Cape Coast. Auch sie spielt eine wichtige Rolle bei der Ausbildung von Medienfachleuten in der ghanaischen Medienlandschaft. Ich habe mir angesehen, wie die Kursinhalte und Lehrpläne dieser Universitäten strukturiert sind. Ich möchte herausfinden, wie gut ihre Studierenden auf die Veränderungen der Medienlandschaft vorbereitet sind, wenn sie die Nachfolge der Medienfachleute antreten sollen.

Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Trends im Journalismus, auf die angehende Journalisten vorbereitet sein sollten?

Für meine Forschung habe ich zuerst Kontakt zur Medienbranche gesucht und 14 Redakteure renommierter Medienunternehmen in Ghana interviewt. Im Rahmen dieser Gespräche habe ich sie danach gefragt, welche neuen Trends ihrer Meinung nach die journalistische Praxis prägen. Sie nannten mir sechs wichtige neue Trends: Datenjournalismus, künstliche Intelligenz im Journalismus, mobile Journalism, Bürgerjournalismus, lösungsorientierter Journalismus und digitaler Journalismus. Auf der Grundlage meiner Erkenntnisse aus der Branche kehrte ich an die Universitäten zurück, um herauszufinden, ob diese von den jeweiligen Einrichtungen identifizierten Trends in das Kursangebot integriert sind.

Und ist das der Fall?

Ich habe die Lehrpläne der drei von mir ausgewählten Einrichtungen gesammelt, sowohl für Bachelor- als auch für Masterstudiengänge. ergänzend habe ich die Leiter der Fachbereiche aller drei Einrichtungen befragt, um ihre Meinung zu den Studienangeboten zu erfahren und herauszufinden, inwieweit die von den Branchenakteuren beobachteten Trends in ihren Lehrplänen berücksichtigt werden. Außerdem habe ich Dozenten interviewt, die Journalismus-Studierende unterrichten. Leider muss ich sagen, dass nur der digitale Journalismus in allen drei Einrichtungen sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudiengang vertreten ist, aber in keinem der Programme als eigenständiger Kurs. Er wird entweder als Unterthema angesehen, oder ist in breitere Module eingebettet. Nur eine Universität, die University of Education in Winneba, bot auch einen Kurs zum Datenjournalismus als eigenständigen Kurs auf Postgraduiertenebene an. In allen drei Einrichtungen gibt es also keinen KI-Journalismus im Lehrplan. Ebenso gibt es keine Lehrangebote für lösungsorientierten Journalismus, mobile Journalism und Bürgerjournalismus.

Welche Folgen haben diese Defizite im Lehrplan für die Studierenden?

Für meine Studie habe ich auch eine Fokusgruppendiskussion mit Studierenden durchgeführt, um diese Frage zu erörtern. Ich habe sie gefragt: Wie gut seid ihr auf die Anforderungen der Branche vorbereitet? Die Antworten fielen sehr besorgt aus. Im ghanaischen Kontext wird mehr Wert auf theoretisches Wissen gelegt, und das geht auf Kosten der Praxis. Ein Student gab ein Beispiel dafür. Er erzählte, der Dozent habe sie an einen Ort geschickt, an dem sie Zugang zu einer Kamera hatten. Der Dozent sagte: „Das ist eine Kamera. Wenn ihr sie bedienen wollt, berührt ihr hier, berührt ihr dort, drückt auf den Auslöser, bam, so einfach ist das.“ Aber sie durften die Kamera nicht in die Hand nehmen.

Im ghanaischen Kontext wird mehr Wert auf theoretisches Wissen gelegt, und das geht auf Kosten der Praxis.

Eine Studentin der University of Media, Arts and Communication – einer Hochschule, die auf Journalismus spezialisiert ist – erzählte, dass sie ein Praktikum bei einem Medienunternehmen absolvierte. Als sie dort ankam, gab man ihr eine Audioaufnahme, um daraus eine Nachricht zu transkribieren und zu schreiben. Und sie konnte es nicht. Sie sagte, sie habe sich geschämt. Die Studierenden finden also, sie seien nicht vorbereitet. Sie wurden nicht in die Praxis eingeführt, um den neuen Trends gerecht zu werden. Praxiserfahrung bekommen sie nur durch Praktika in der Industrie, nicht durch die Universitäten.

Ein Mangel an Praxis kann beim Eintritt in die Arbeitswelt viel Angst und Überforderung verursachen. Was sind die Gründe für den starken Fokus auf die theoretische Lehre?

Es gibt mehrere Herausforderungen, die die journalistische Ausbildung in Ghana behindern. Die Lehrenden haben Probleme mit logistischen und infrastrukturellen Einschränkungen. Zum Beispiel haben sie keine Studios, um den Studierenden praktische Erfahrungen zu vermitteln. Sie bräuchten Geld, um all diese Dinge zu kaufen, und dieses Geld ist einfach nicht da. Sie haben auch nicht die Gebäude, die sie benötigten. Sie unterrichten in großen Klassen mit etwa 300 Studierenden. Selbst wenn es ihnen gelingt, ein oder zwei praktische Übungen durchzuführen, wie soll das mit 300 Personen funktionieren? Das ist eine Herausforderung.

Welche weiteren Herausforderungen erschweren es, auf neue Branchentrends zu reagieren?

In den Interviews nannten die Fachbereichsleiter und Dozenten mehrere Auswirkungen, die die Unzulänglichkeiten ihrer Lehrpläne ihrer Meinung nach haben. Eine der Herausforderungen, die sie nannten, ist der Mangel an Lehrkräften. Da die Lehrkräfte ihr Studium vor Jahren abgeschlossen haben, wurde ihnen weder KI noch Datenanalyse oder lösungsorientierter Journalismus beigebracht. Und jetzt sollen sie diese Kurse unterrichten. Auch bürokratische Engpässe stellen eine Herausforderung dar. Im ghanaischen Kontext werden alle Kurse, die an der Universität angeboten werden, von der Ghana Tertiary Education Commission verwaltet.

Also auf Regierungsebene?

Ja. Es ist die Regierung, die regelt, welche Kurse an jeder Universität unterrichtet werden. Wenn die Regierung nun beschließt, dass ein Thema unterrichtet werden soll und ein anderes nicht, können die Dozenten und Studenten wenig dagegen tun. Vielleicht möchten sie trotzdem einen neuen Kurs entwerfen, der die neuen Trends widerspiegelt, und ihn in das Kursangebot aufnehmen. Dann sehen die Akkreditierungsrichtlinien jedoch vor, dass dies zunächst vom Fachbereichsleiter, dann vom Fakultätsrat, vom Dekan, vom Vizekanzler und schließlich von der Ghana Tertiary Education Commission genehmigt werden muss. Bis all diese Instanzen durchlaufen sind, vergehen mehr als zwei Jahre. Wenn es dann bei der höchsten Instanz, der Ghana Tertiary Education Commission, ankommt, kann es noch einmal zwei oder drei Jahre dauern. Für einen einzigen Kurs kann die Akkreditierung also mehr als fünf Jahre in Anspruch nehmen. Währenddessen wird beispielsweise Künstliche Intelligenz jeden Tag weiterentwickelt. All diese neuen Trends warten nicht auf uns. Aber das Bildungssystem hinkt hinterher und wird nicht in der Lage sein, aufzuholen.

Welche Änderungen müssten vorgenommen werden, damit die ghanaische Journalistenausbildung auf dem neuesten Stand ist?

Auf der Grundlage meiner Erkenntnisse habe ich mehrere Empfehlungen. Erstens fordere ich eine umfassende Reform des ghanaischen Journalismus-Lehrplans, vom Bachelor- bis zum Masterstudium. Wir vermitteln den Studierenden immer noch die traditionelle Art der Journalistenausbildung, aber wir sind darüber hinausgewachsen. Dozenten sollten auch die Möglichkeit erhalten, sich durch Workshops und Seminare weiterzubilden.

Außerdem empfehle ich, viele Praktika in den Lehrplan aufzunehmen, damit die Studierenden Zugang zu praktischen Erfahrungen erhalten. Bei der Gestaltung des Lehrplans sollten Vertreter:innen der Medienbranche in das Gremium aufgenommen werden, das den Lehrplan plant. Diese Zusammenarbeit zwischen Industrie und Bildung sollte stattfinden, damit die Universität Erkenntnisse aus der Medienbranche gewinnt und die Medienbranche wiederum Erkenntnisse von den Ausbildenden. Derzeit gibt es bei der Gestaltung des Lehrplans keine Beiträge aus der Medienbranche. Deshalb treten diese Probleme auf und wiederholen sich.

Ich bin auch auf der Suche nach Finanzmitteln, damit diese Forschung in anderen afrikanischen Ländern wiederholt werden kann. Ich denke, dass die Thematik nicht Ghana allein betrifft. Vielmehr gehe ich davon aus, dass dies ein afrikanisches, ein kontinentales Problem sein könnte.

Was denken Sie, wie die Ergebnisse sich auf andere afrikanische Länder anwenden lassen könnten?

Die von mir benannten Herausforderungen könnten ein kontinentales Problem darstellen. Denn in Afrika fehlt es uns an finanziellen Mitteln, um unsere Universitäten zu unterstützen. Die University of Media, Arts and Communication ist die erste Universität in Afrika, die Journalisten ausbildet. Selbst diese Einrichtung hat diese Probleme. Wie würde sich die Situation für andere Universitäten auf dem afrikanischen Kontinent unterscheiden? Das ist mein Schwerpunkt. Ich werde versuchen, die Forschung auf andere Universitäten auszuweiten.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

 

 

 

 

Der Beitrag Fehlende Ressourcen für Journalistenausbildung in Ghana: „Dies könnte ein kontinentales Problem sein.“ erschien zuerst auf Europäisches Journalismus-Observatorium (EJO).

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