Das BSW stellt sich neu auf. Wagenknecht gibt den Parteivorsitz ab, bleibt aber in Partei aktiv. BSW-Chefin Sahra Wagenknecht will den Bundesvorsitz ihrer Partei abgeben. Dies teilte die 56-Jährige in Berlin mit. Gleichwohl will sie sich nach eigenen Angaben weiter in führender Position für das BSW engagieren. So wolle sie eine Grundwertekommission in der Partei aufbauen und leiten, sagte Wagenknecht. Für den Fall, dass das BSW doch noch in den Bundestag einziehen sollte, wolle sie Fraktionschefin werden. Die Parteispitze sollen künftig die bisherige Co-Vorsitzende Amira Mohamed Ali und der Europaabgeordnete Fabio De Masi bilden. Sie wolle den Kopf wieder frei haben für das, was dem BSW wirklich helfen könne, sagte Wagenknecht. Kommentar zum Wagenknecht-Rückzug: Das war's, oder? Wagenknecht kritisiert Wehrdienstpläne: "Per Los in den Krieg?" Wagenknecht: "Wir haben Wähler verloren teilweise an die AfD" Das Profil des BSW sei für viele Wähler in letzter Zeit "nicht mehr so klar erkennbar" gewesen, räumte Wagenknecht ein. Dies spiegele sich auch in sinkenden Umfragewerten und schwachen Wahlergebnissen wider. "Wir haben Wähler verloren teilweise an die AfD , wir können damit nicht zufrieden sein." Die Partei müsse wieder ein schärferes Profil bekommen – "genau da sehe ich meine Aufgabe", sagte Wagenknecht. Der neue Co-Vorsitzende de Masi erklärte: "Mir ist bewusst, dass ich in sehr große Fußstapfen trete." Er sei aber Wagenknechts Bitte um Übernahme des Parteivorsitzes "mit großer Überzeugung nachgekommen", weil er spüre, "dass es das BSW weiter braucht". De Masi gehörte wie Wagenknecht lange der Linkspartei an. Aus Kritik am Kurs der Linken verließ der in Hessen geborene Deutsch-Italiener 2022 die Partei. In seiner Zeit im Bundestag war der Diplom-Volkswirt Obmann der Linksfraktion im Untersuchungsausschuss zum Skandal um den Finanzdienstleister Wirecard . BSW ändert Namen Wagenknecht ist nicht nur Gründerin, sondern auch die prägende Figur und bei Weitem das bekannteste Gesicht des BSW. Angekündigt ist aber bereits, dass sich die Partei auch vom Namen der Gründerin trennt. Zwar soll es bei dem Kürzel BSW bleiben, es soll aber nicht mehr für Bündnis Sahra Wagenknecht stehen. Der offizielle Vorschlag der Parteiführung für die Langform lautet "Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft". Der Landesverband Rheinland-Pfalz hält das für zu wenig griffig und will stattdessen: "Bürger schaffen Wandel – Vernunft und Gerechtigkeit". Die Entscheidung liegt beim Parteitag in Magdeburg am 6. und 7. Dezember.