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Hausbau – Keller beim Eigenheim: Lohnt sich die Investition?

Praktisch, aber teuer: Der Keller zählt beim Hausbau zu den größten Kostenfaktoren. Ob er sich trotzdem auszahlt, hängt von mehreren Faktoren ab. Partyraum, Abstellkammer, Hobbykeller oder Platz für die Heizungsanlage: Kellerräume bieten zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten. Aber der Bau eines Kellers ist oft teuer. Bauherren, die ihr Eigenheim planen, stehen also vor einer wichtigen Entscheidung: Ist es sinnvoll, aus Kostengründen auf einen Keller zu verzichten? Wann lohnt sich die Investition? Und was kostet ein Keller wirklich? Kosten kalkulieren: Eigene Wünsche sind entscheidend "Es gibt zwei große Hebel, um beim Hausbau Kosten zu sparen: die Verringerung der Baufläche und den Verzicht auf einen Keller", sagt Erik Stange, Pressesprecher beim Bauherren-Schutzbund. Wie viel Geld Bauherren für ihren Keller einplanen müssen, lässt sich pauschal kaum beantworten. Die Kosten hängen maßgeblich davon ab, wie der Keller ausgestattet sein soll. Für den Minimalstandard ohne Heizung, Putzarbeiten und Co. nennt Erik Stange Kosten von 150 bis 200 Euro pro Quadratmeter. Bei einer Fläche von 100 Quadratmetern wären das insgesamt also etwa 20.000 Euro. Immobilienfinanzierung: Hier lauern die größten Kostenfallen beim Hausbau Erbpachtverträge: Eigenheim auf fremdem Grund – ein riskantes Modell? Wer sich hingegen einen Wohnkeller wünscht, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. "Hier bewegen wir uns im Bereich von 800 bis 1.200 Euro pro Quadratmeter", so Stange. Somit wären dann im Vergleich schnell 80.000 Euro oder mehr für den Keller fällig. Vorteile und Nachteile abwägen – Kosten langfristig betrachten Die immensen Baukosten sind einer der größten Nachteile. Das liegt nicht nur an den zusätzlichen Materialkosten. Um Schäden durch Feuchtigkeit zu verhindern, müssen Keller aufwendiger als einfache Bodenplatten abgedichtet werden, so Stange. "Dadurch verlängert sich auch die Bauzeit." Apropos Feuchtigkeit: In Überschwemmungsgebieten kann ein Keller schnell überfluten und damit zusätzliches Gefahrenpotenzial bieten, so die Bayerische Ingenieurekammer-Bau. Je nach Lage kann ein Keller also ein Nachteil sein. Schutz vor Risiken: Fünf Versicherungen, die jeder haben sollte Mieter, WGs, Eigentümer: So sinnvoll ist eine Hausratversicherung Keller haben aber auch Vorteile. Allen voran bieten sie Platz und Lagerfläche. Ob für die Haustechnik, die Tischtennisplatte oder ein Gästezimmer. Mit einem Keller lässt sich sogar der Wohnraum vergrößern. Und das hat seinen Wert: "Immobilien mit Keller bringen im Wiederverkauf deutlich mehr ein", so Stange. Bedürfnisse überprüfen: Platzbedarf und Alternativen klären Bevor Bauherren eine Entscheidung treffen, sollten sie ihre Bedürfnisse aber genau überprüfen: Brauchen wir den Platz überhaupt? Und wenn ja, wofür? Zur Unterbringung der Haustechnik ist ein Keller zwar schön, aber längst nicht mehr zwingend nötig, zumal in Neubauten oft kein Öl und Gas mehr genutzt wird. "Früher hat man am Keller festgehalten, weil dort auch Verbrennung stattfand. Etwas, das man eher verbannen will", sagt Alexander Lyssoudis, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Moderne Anlagen sind inzwischen so klein, leise und sauber, dass man sie ohne großen Aufwand in Nebenräumen unterbringen kann. "Da reichen oft schon vier bis sechs Quadratmeter", sagt Diplom-Ingenieur Lyssoudis. Wer die Anlage nicht im Haus haben will, findet Alternativen. "Oft kriegt die Garage einen kleinen Anbau oder wird verlängert. Im hinteren Teil ist dann der Raum, wo alles untergebracht wird", sagt der Fachexperte für Haustechnik. Bei Wärmepumpen befindet sich ein Teil der Technik ohnehin außerhalb des Wohnraums, um die Außenluft als Wärmequelle zu erschließen. Aber auch wenn man sich ganz sicher einen Waschkeller wünscht, ist langfristige Planung sinnvoll: "Man sollte sich die Frage nach der Nutzung auch immer im Hinblick auf das Alter stellen", rät Stange. Denn: Im Alter kann es zur Belastung werden, wenn Geräte wie Waschmaschine und Trockner im Keller stehen. Fakten berücksichtigen: Lage kann Entscheidung beeinflussen In die Entscheidung sollten weitere Faktoren einbezogen werden. Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau nennt einige Beispiele: Der Baugrund ist felsig: Dadurch wird der Aushub aufwendiger und teurer. Bietet er hingegen wenig Tragfähigkeit für das Fundament, wäre das tendenziell eher ein Argument für einen Keller, weil man ohnehin tiefer graben muss. Der Grundwasserspiegel ist hoch: Das bedeutet meist einen Mehraufwand bei der Abdichtung des Kellers. Dann müsste man den Experten zufolge prüfen lassen, ob das Grundwasser Probleme bei der Statik bereitet. Die Bebauung im innerstädtischen Bereich: Bei einer engen Bebauung zwischen anderen Häusern müssen sich Bauherren bewusst machen, dass sie gegebenenfalls für die Sicherheitsvorkehrungen an den Nachbargebäuden zuständig sind. Dafür muss man dann unter Umständen auch aufkommen, so die Experten. In jedem Fall ist es wichtig, die Bodenbeschaffenheit des Baugrunds, den Grundwasserspiegel und die Tragfähigkeit zu kennen. Aufschluss darüber gibt ein Bodengrundgutachten. "Manchmal denken Bauleute, sie könnten daran sparen, weil der Nachbar auch einen Keller gebaut hat und alles gut gegangen ist", so Erik Stange. Doch: Der Boden kann wenige Meter weiter schon ganz anders beschaffen sein. "Wenn ich falsch plane, die Bodenverhältnisse unterschätze und Wasser in den Keller eindringt, sind die Nacharbeiten wahnsinnig aufwendig und teuer", so Stange. Solche unnötigen Mehrkosten können Bauherren vermeiden, wenn sie bereits bei der Planung wichtige Informationen dazu einholen.

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