Nächste Eskalation in der Auseinandersetzung zwischen China und Japan. Peking untersagt die Einfuhr von Garnelen, Krabben und Langusten. Auslöser war eine Aussage von Japans neuer Regierungschefin Takaichi. China stoppt im Taiwan-Streit mit Japan die Importe von Meeresfrüchten aus dem Land. Das berichteten japanische Medien unter Berufung auf Regierungskreise. Hintergrund der diplomatischen Krise ist eine Äußerung der neuen japanischen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi. Diese hatte Anfang November erklärt, ein chinesischer Angriff auf Taiwan stelle eine "existenzbedrohende Situation" dar. Das könnte dazu führen, dass Japan sein Recht auf Selbstverteidigung ausübe. China, das die Hoheit über Taiwan beansprucht, betrachtete dies als "Einmischung in innere Angelegenheiten" und reagierte mit wirtschaftlichen Sanktionen. "Ohne zu zögern": Chinesischer Diplomat droht Japans Premier mit Enthauptung Drohung: China schickt Kriegsschiffe in japanische Gewässer Nun folgen Restriktionen beim Import japanischer Meeresfrüchte. Chinas Außenministerium bezog sich dabei auf Formalien. Die chinesische Regierung rechtfertigte den Schritt damit, dass Japan zugesagte Unterlagen für den Export der Produkte nicht vorgelegt habe und die jüngsten Äußerungen Takaichis große Verärgerung im chinesischen Volk verursacht hätten. Selbst wenn japanische Meeresfrüchte nach China exportiert würden, werde es unter diesen Umständen keinen Markt dafür geben, sagte Sprecherin Mao Ning. China hatte ein zuvor verhängtes Importverbot für japanische Meeresfrüchte erst im Juni größtenteils aufgehoben. Die Führung in Peking hatte die Einfuhr seit August 2023 untersagt, weil Japan begann, Kühlwasser aus dem 2011 havarierten Atomreaktor Fukushima ins Meer zu leiten. China war davor der wichtigste Zielmarkt für japanische Exporte von Meeresfrüchten. China droht mit weiterer Eskalation Peking hatte der chinesischen Bevölkerung wegen des Streits bereits von Reisen nach Japan abgeraten – ein weiteres wirtschaftliches Druckmittel, denn Chinesen stellen die größte Gruppe unter den Auslandstouristen in Japan. Die Führung in Peking fordert, dass Takaichi ihre Aussagen zurücknimmt. "Andernfalls wird China weitere Maßnahmen ergreifen müssen", sagte Mao. Auch ein Gespräch zwischen hochrangigen Diplomaten beider Seiten am Dienstag in Peking schien den Streit nicht abgekühlt zu haben. Wie die chinesische Zeitung "The Paper" berichtete, erklärte Chinas Vertreter Liu Jinsong im Anschluss, mit dem Ergebnis nicht zufrieden gewesen zu sein.