Die parteiinterne Trump-Gegnerin Marjorie Taylor Greene hat ihren Rücktritt als Abgeordnete erklärt. Sie verweist auf wachsende Unzufriedenheit auch in der eigenen Partei. Die republikanische Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene hat ihren Rücktritt aus dem US-Repräsentantenhaus zum 5. Januar erklärt. In einem Schreiben an ihre Wählerinnen und Wähler aus Georgia begründete sie den Schritt mit tiefen politischen Differenzen innerhalb der eigenen Partei und dem aus ihrer Sicht gescheiterten Kurs der republikanischen Führung. Der Schritt folgte nur wenige Tage, nachdem Präsident Donald Trump ihr öffentlich die Unterstützung entzogen hatte. Greene, eine der bekanntesten MAGA-Aktivistinnen, schrieb, sie habe seit ihrem Amtsantritt 2020 für eine Politik "des gewöhnlichen amerikanischen Mannes und der gewöhnlichen amerikanischen Frau" gekämpft. In Washington sei sie jedoch zunehmend auf Widerstände gestoßen – sowohl von Demokraten als auch von der eigenen Parteiführung. Sie kritisierte, dass der Kongress trotz republikanischer Mehrheit kaum Gesetzesinitiativen vorangebracht habe und politische Auseinandersetzungen wichtige Entscheidungen blockiert hätten. Greene wurde 2020 in den Kongress gewählt. Sie gehört zu den bekanntesten Gesichtern von Trumps MAGA-Bewegung (Make America Great Again, Macht Amerika wieder großartig). Die 51-Jährige galt jahrelang als glühende Trump-Anhängerin. In den vergangenen Monaten wich sie dann allerdings mehrfach von Trumps Linie ab. Spannungen in der Republikanischen Partei In dem Schreiben verwies Greene zudem auf wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Sie beschrieb eine Situation, in der steigende Lebenshaltungskosten, sinkende Kaufkraft und Probleme auf dem Arbeitsmarkt viele Familien belasten. Zahlreiche politische Maßnahmen, die sie selbst eingebracht habe – darunter Vorschläge zu Gesundheitskosten, Einwanderungspolitik oder Steuerregeln – seien nie zur Abstimmung gekommen. Epstein-Skandal: Trumps Machtprobe ist gescheitert Nach Trump-Streit: Taylor Greene fürchtet um ihre Sicherheit Ihren Rücktritt begründete Greene auch mit zunehmenden Spannungen innerhalb der Republikanischen Partei. Während des längsten Shutdowns der US-Geschichte habe sie gegen die eigene Fraktionsführung protestiert, die sich aus ihrer Sicht nicht ausreichend für Reformen eingesetzt habe. Gegen Ende ihres Schreibens betonte Greene, dass sie weiterhin zu ihren politischen Grundüberzeugungen stehe, darunter ein restriktiver Kurs in der Einwanderungs- und Gesundheitspolitik. Sie dankte den Menschen im 14. Wahlbezirk von Georgia für die Unterstützung in den vergangenen Jahren und bezeichnet sie als "hart arbeitende, patriotische Amerikaner". Mit ihrem Rücktritt verlieren die Republikanische Partei und die MAGA-Bewegung einen ihrer bekanntesten und zugleich umstrittensten politischen Köpfe. Wie es politisch für Greene weitergeht, ließ sie offen. In einem Telefonat mit einem Reporter des Senders ABC News wurde Trump mit den Worten zitiert, Greenes Rücktritt sei "eine großartige Nachricht für das Land". Er fügte hinzu, dass Greene ihn nicht über ihren Rücktritt informiert habe. Aber "das macht nichts, wissen Sie, ich finde es großartig", sagte Trump demnach. "Ich denke, sie sollte glücklich sein." Tochter meldet sich zu Wort Greenes Schwerpunkt lag auf einer strikten Einwanderungspolitik, konservativen gesellschaftspolitischen Positionen sowie einer deutlichen Kritik am politischen Establishment in Washington. Dennoch geriet sie zunehmend mit Donald Trump aneinander. Sie gehörte zu den Republikanerinnen, die eine komplette Veröffentlichung der Epstein-Akten forderten. Trump entzog ihr daraufhin seine Unterstützung. Ihre Tochter Lauren schrieb unter Greenes Beitrag auf X: "Ich liebe Dich, Mama, Du bist so stark". Ein anderer Kommentator schrieb: "Ich war sicherlich kein Fan von ihr, aber jeder, der auch nur einen Teil dieser herzlichen Rede gehört hat, muss akzeptieren, dass sie eine Frau mit Werten ist. Nicht meinen und nicht denen vieler von Ihnen, aber sie hat Werte. Etwas, das Donald Trump völlig fehlt."