Seit über einem Jahr ist Stefan Raab zurück – doch die Begeisterung hält sich in Grenzen. Bei RTL hält man trotzdem an der Zusammenarbeit fest. Vor mehr als 30 Jahren startete Stefan Raab seine beispiellose Karriere beim damaligen Musiksender Viva. Nicht nur im Fernsehen als Moderator, auch in der Musik fasste er Fuß. Schließlich landete Raab mit seiner Kultshow "TV total" bei ProSieben. Diese präsentiert er fast 17 Jahre lang, bis er Ende 2015 Schluss machte. Der Entertainer verabschiedete sich von der großen Bühne, zog sich zurück. Doch dieses vermeintliche TV-Aus dauert nicht einmal zehn Jahre. 2024 kehrte Raab zurück, lieferte sein Comeback aber nicht bei ProSieben, sondern bei der Konkurrenz RTL. Mit einem Boxkampf gegen Regina Halmich feiert der inzwischen 59-Jährige seine mediale Auferstehung. Premiere von "Die Stefan Raab Show": Das war wohl nichts Sein Comeback sorgte zwar für Aufmerksamkeit, konnte aber bislang nicht den gewünschten Effekt beim Publikum vorweisen. Seine neuen TV-Formate verfehlten die Reichweitenziele deutlich. Das Publikum blieb zum Teil aus – ein Umstand, der dem Kölner Sender Kritik einbrachte. Doch intern zieht man andere Maßstäbe heran. "Die linearen Quoten sind maximal die Hälfte der Wahrheit" RTL-Programmgeschäftsführerin Inga Leschek verteidigte die Kooperation mit Raab. In einem Interview mit dem "Spiegel" betonte sie: "Die linearen Quoten sind maximal die Hälfte der Wahrheit." Stattdessen verwies sie auf Abrufzahlen und andere digitale Kennzahlen – genaue Daten legt der Sender jedoch nicht vor. Das Vertrauen in Raabs Potenzial scheint trotz der bisherigen Zahlen ungebrochen. Der Sender stellte seine Entscheidung als langfristige Investition dar. Für Leschek steht dabei nicht allein die Reichweite im klassischen Fernsehen im Vordergrund, sondern auch die Aufmerksamkeit, die man mit Raab errege. Der Entertainer sorge weiterhin für Resonanz – das sei ein Faktor, den man in der Medienlandschaft nicht unterschätzen dürfe: "Man braucht Menschen wie ihn, die für Gesprächsstoff sorgen, besonders jetzt, da der Fernseh- und Streamingmarkt so fragmentiert ist wie noch nie."