Mitten am Tag fallen in Washington Schüsse. Zwei Nationalgardisten werden getroffen. Über ihren Zustand gibt es zunächst widersprüchliche Berichte. Mehrere Schüsse treffen am Mittwochnachmittag (Ortszeit) in der US-Hauptstadt Washington , D.C. zwei Nationalgardisten, unweit des Weißen Hauses. Vieles ist auch Stunden später noch unklar. Was wir wissen: Die Opfer: Bei den beiden Opfern handelt es sich um Angehörige der Nationalgarde aus dem Bundesstaat West Virginia. Die Nationalgarde ist eine militärische Reservekomponente der US-Streitkräfte. Sie untersteht in der Regel der Kontrolle der Bundesstaaten und wird etwa bei Naturkatastrophen, Unruhen oder anderen Notlagen eingesetzt. In bestimmten Fällen kann jedoch auch der US-Präsident das Kommando übernehmen. Der Zustand der Opfer: Am späten Nachmittag teilten die Bundespolizei FBI und die Bürgermeisterin von Washington gemeinsam in einer Pressekonferenz mit, dass sich die beiden Nationalgardisten in einem kritischen Zustand befänden. Zuvor hatte es diesbezüglich Verwirrung gegeben. Der Gouverneur von West Virginia, Patrick Morrisey, hatte zunächst auf mehreren Kanälen im Netz mitgeteilt, die beiden Opfer seien tot. Der Republikaner teilte mit, dass die Nationalgardisten aus seinem Bundesstaat stammten. Danach setzte er einen weiteren Post ab und sprach von "widersprüchlichen Informationen" zum Zustand der beiden. Der Tathergang: Am Mittwochnachmittag (Ortszeit) fielen in der Innenstadt von Washington Schüsse. Die Tat ereignete sich in der Nähe des Weißen Hauses, einen Tag vor dem wichtigen Feiertag Thanksgiving (Erntedankfest). Viele US-Amerikaner sind auf dem Weg zu ihren Familien, um gemeinsam zu feiern. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem erklärte, dass zwei Nationalgardisten von Schüssen getroffen worden seien. Laut FBI-Chef Kash Patel wurden sie "schamlos in einem entsetzlichen Akt der Gewalt" angegriffen. Die Opfer sollen gezielt angegriffen worden sein. US-Präsident Trump sprach in einer Ansprache von einem Terrorakt. Der Täter: Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wurde der mutmaßliche Schütze gefasst. Er ist demnach schwer verletzt. Der Mann wurde nach Behördenangaben angeschossen und von weiteren Soldaten der Nationalgarde, die in der Nähe waren, überwältigt. Es wurde Videomaterial aus der Gegend sichergestellt. Man ermittle auch, wer genau auf den mutmaßlichen Schützen geschossen habe. Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge soll es sich um einen 29-jährigen afghanischen Staatsbürger handeln, der sich seit 2021 in den USA aufhält. Laut Heimatschutzministerin Kristi Noem reiste er im Rahmen der Operation Allies Welcome in die Vereinigten Staaten ein. Dieses Programm ermöglichte es afghanischen Staatsangehörigen, die vor der Machtübernahme der Taliban flohen, in die USA einzureisen. Die Umstände: Seit dem Sommer sind mehr als 2.000 Nationalgardisten in Washington im Einsatz. Trump hatte sie im August in die Hauptstadt beordert und ihre Mobilisierung mit angeblich ausufernder Kriminalität begründet. Das ist heftig umstritten. Kriminalitätsstatistiken stützen diese Darstellung nicht. Die Hauptstadt ging juristisch gegen den Einsatz vor. Pentagon-Chef Pete Hegseth erklärte nach dem Angriff, Trump habe ihn gebeten, 500 weitere Nationalgardisten nach Washington zu entsenden. Was wir nicht wissen: Das Motiv: Über den Verdächtigen ist bislang nur wenig bekannt. Die Behörden sprechen davon, dass die Schüsse gezielt abgegeben worden seien. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem behauptete in einem Post auf X, der Mann sei ohne die nötigen Überprüfungen ins Land gekommen. Auch hieß es in Medienberichten, er habe sich ohne gültiges Visum im Land aufgehalten. Bestätigt ist dies bislang nicht. CNN berichtete, dass der Verdächtige im Jahr 2024 Asyl beantragt hatte und dieses ihm von der Trump-Regierung im April 2025 gewährt wurde. Weitere Beteiligte: Von den Behörden hieß es, dass es bislang keine Hinweise auf weitere Verdächtige gebe. Die Ermittlungen sind aber weiter im Gange.