Lennart Karl wird bereits als Nationalspieler gehandelt. Welcher prominente Ex-Profi ist sein Berater? Und wer ist sein Vorbild? Er ist der Spieler der Stunde: Lennart Karl. Bayerns Toptalent liefert momentan einen Gala-Auftritt nach dem anderen ab. So auch am Mittwochabend gegen den FC Arsenal im Topspiel der Champions League . Arsenal führte 1:0 – bis zur 32. Minute. Mit einer schönen Kombination über Joshua Kimmich , Serge Gnabry und eben Karl gelang dem deutschen Rekordmeister dann der Ausgleich. Wieder Karl, wieder ein schönes Tor des 17-Jährigen. Und es gab noch etwas Besonderes, eine etwas kuriose Begebenheit an diesem Champions-League-Abend: Denn die Partie wurde bei DAZN von Karls Berater kommentiert. Michael Ballack , zwischen 2002 und 2006 Mittelfeld-Regisseur beim Rekordmeister, kümmert sich um die Belange des Supertalents. Der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft fungiert als Geschäftsführer der Agentur Lucky 13 und betreut den Teenager. Ballack im DAZN-Live-Kommentar: "Lennart mit einem super Abschluss. Die Bayern mit einem hervorragend vorgetragenen Angriff und dem verdienten Ausgleich, wenn es nach Spielanteilen geht." Kurz vor der Halbzeit lobte Ballack seinen Schützling bei einer gelungenen Defensivaktion: "Was Lennart gelernt hat, ist das Verteidigen. Sonst spielst du in so einer Mannschaft nicht. Das hat er mitbekommen von Vincent Kompany . Es ist eben nicht nur das Toreschießen, was er eindrucksvoll macht. Das gilt für alle Offensivspieler. Wenn du auf dem Niveau gewinnen willst, musst du deine Verteidiger unterstützen. Das bedarf einer riesigen Laufbereitschaft." Lennart Karl: Mit zehn verwehrte die "Sportschau" ihm das "Tor des Monats" Aus Karls Sicht wäre bestimmt etwas anderes spektakulär gewesen: Ein Duell mit seinem großen Vorbild. Doch "Gunners"-Kapitän Martin Ødegaard saß zunächst nur auf der Bank gegen Bayern. Nach einer Verletzung befand sich der Kapitän zuletzt noch im Aufbautraining, wird langsam herangeführt. Was ihn am Norweger fasziniert, erklärte Karl einst in einem Klub-Interview: "Er ist auch Linksfuß, spielt auf der Spielmacherposition, hat eine gute Übersicht und einen guten Abschluss. Er stand ebenfalls bereits früh bei einem großen Verein (Real Madrid, Anm. d. Red ) im Fokus und hat sich am Ende über mehrere Leihstationen zu einem Weltklassespieler entwickelt. Er hat gezeigt, dass neben Talent auch Geduld und Mentalität dazugehört." Über Leihstationen denken Karl und der FC Bayern derzeit jedoch nicht nach. Im Gegenteil. Karl ist als fester Bestandteil des künftigen Bayern-Kaders eingeplant. Als minderjähriger Spieler besitzt er aktuell noch einen Fördervertrag. Der wurde erst im August bis 2028 verlängert. Eine Drei-Jahres-Laufzeit ist das Maximum für einen Spieler unter 18 Jahren. Karl besitzt noch einen Fördervertrag bei Bayern Im Februar 2026 wird Karl volljährig. Sollten seine Leistungen bis dahin so herausragend bleiben, wird dann wohl direkt über einen Profivertrag mit leistungsgerechter Vergütung verhandelt, der den bisherigen Fördervertrag ablöst. Gespräche über den nächsten Karl-Kontrakt werden die Klubverantwortlichen dann mit Michael Ballack führen müssen, der seinen Schützling begleitet und an das Profigeschäft heranführt. "Wir sind regelmäßig im Austausch – ob persönlich oder am Telefon. Michael war ein Weltklassespieler und absoluter Vollprofi, von dem ich viel lernen kann", sagte Karl über das Verhältnis zu Ballack und ergänzte: "Er gibt mir wertvolle Tipps, sagt mir zum Beispiel, dass ich meiner Spielweise treu bleiben und authentisch sein soll. Aber er spricht auch offen an, wo ich mich verbessern muss – zum Beispiel im Defensivverhalten." Gut möglich, dass ihm Ballack auch Tipps gibt, wie Karl seine besondere Doppelbelastung am besten meistert. Denn neben dem Fußball absolviert der U21-Nationalspieler weiterhin die Schule. Im kommenden Jahr möchte er seinen Realschulabschluss machen. Karl setzte bereits eine Champions-League-Bestmarke Weiter "Leistung zeigen" und "Vollgas geben": So beschreibt Karl die Marschroute seiner Karriere. Am vergangenen Samstag glänzte Karl einmal mehr als Torschütze und Vorbereiter beim 6:2-Bundesliga-Heimsieg gegen den SC Freiburg . Und auch in der Königsklasse hat der nur 1,68 Meter große Linksfuß bereits seine Spuren hinterlassen. Seit seinem Tor gegen Brügge in seinem zweiten Spiel in diesem Wettbewerb ist er mit 17 Jahren und 242 Tagen der jüngste deutsche Torschütze in der Champions League.