Die Zeitenwende kommt in der Fläche an. Die Luftwaffe setzt wieder auf Tiefflüge. Es geht hinab bis auf eine Flughöhe von 80 Metern über Grund. Die Zeitenwende ist im Bundesgebiet künftig deutlich zu hören. Denn es könnte laut werden über Deutschland. Wegen der veränderten sicherheitspolitischen Lage nutzt die Luftwaffe wieder besondere Tieffluggebiete. Kampfflugzeuge könnten dort auf eine Mindestflughöhe von 250 Fuß sinken – das sind etwa 80 Meter über dem Boden, teilte die Luftwaffe mit. Allerdings gelte dies "ausschließlich im geplanten Übungszielanflug und für maximal zwei Minuten", erklärte die Armee weiter. Betroffen sind unter anderem die Region Nordhessen , Niedersachsen an der Grenze zu den Niederlanden, die Region um Rothenburg an der Wümme, in Schleswig-Holstein die Gegend um den Stützpunkt Jagel, in Bayern unter anderem die Region um Ellwangen und Donauwörth sowie im Osten die Gegend um Neubrandenburg . In der Regel sind die Flüge auf die Zeit zwischen 9 Uhr und 17 Uhr begrenzt. Doch kann es Ausnahmen geben, etwa zu Manöverzeiten. Berlin: Bundeswehr beharrt auf Areal in Tegel Schattenflotte: Britischer Minister warnt Putin "Trotz zahlreicher Maßnahmen zur Reduzierung von Fluglärmemissionen und Berücksichtigung in den operativen Planungen wird es zu einer erhöhten Wahrnehmung dieser Flüge kommen", hieß es weiter. Die Bundeswehr bleibe aber dem Prinzip der Lärmemissionsreduzierung verpflichtet. Derartige Flüge würden auf das für die Auftragserfüllung erforderliche Minimum beschränkt. Die neue Regelung wurde am Mittwoch in Kraft gesetzt. Dabei geht es um die Maschinen Eurofighter und Tornado . Die Militärexperten weisen auf Erfordernisse der Landes- und Bündnisverteidigung hin und sprechen von einer Hochwertausbildung des Tiefflugs in den speziell dafür vorgesehenen Gebieten. Debatte um Militär-Areale Die Luftwaffe hatte die Nutzung dieser Tieffluggebiete nach dem Ende des Kalten Krieges eingeschränkt. Ein großer Teil dieser Ausbildung von Kampfpiloten findet weiterhin in Nordamerika statt. Zuvor hatte das Ministerium von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) schon die Umwandlung zahlreicher Militärstandorte in zivile Flächen ausgesetzt. In mehreren Kommunen wie etwa Fürstenfeldbruck war deshalb ein Streit entbrannt, weil ein Wohngebiet geplant war. Von dem Moratorium sind zunächst 187 ehemalige militärische Liegenschaften sowie 13 weitere betroffen, hieß es aus Pistorius' Haus.