Ein umstrittener Polizeieinsatz am Bahnhof Leverkusen erhitzt die Gemüter. Aufnahmen zeigen eine brisante Szene, die heftige Reaktionen auslöst. Nach dem Derby zwischen dem 1. FC Köln und Bayer Leverkusen am Samstag ist im Netz ein brisantes Video aufgetaucht. Es zeigt, wie Bundespolizisten einen mutmaßlichen FC-Fan über den Bahnsteig in Leverkusen schleifen. Die Fanhilfe Köln hat daraufhin schwere Vorwürfe erhoben. Die Aufnahmen zeigen mehrere Beamte, die einen Mann über den Boden ziehen. Ein Mitarbeiter der DB-Sicherheit fordert derweil: "Unterlassen Sie sofort das Filmen." Die Fanhilfe Köln veröffentlichte das Material am 15. Dezember auf der Plattform X. Die Fanorganisation berichtet von E-Mails besorgter FC-Anhänger. Diese schildern laut Fanhilfe "unverhältnismäßige Gewalt der Polizei nach Abpfiff am Bahnhof in Leverkusen". Die Fanhilfe betont: "Die Videos stehen stellvertretend dafür, was Fußballfans regelmäßig erdulden müssen." Die Bundespolizei weist die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher erklärt gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger", es sei zu vereinzelten Zwischenfällen in einem ruhigen Einsatzverlauf gekommen. Zwangsmaßnahmen seien nötig gewesen, um Gefahren abzuwehren. Diese würden nach Androhung und verhältnismäßig durchgeführt. Die Bundespolizei betont, eine vollständige Beurteilung sei nicht allein durch eine kurze Videosequenz möglich. Erkenntnisse zu unverhältnismäßiger Gewaltanwendung lägen nicht vor. Man werde Hinweisen nachgehen. Auch Kontrollen vor dem Spiel stehen in der Kritik Der Vorfall ist nicht das Einzige, was die Fanhilfe Köln im Rahmen des Nachbarschaftsduells kritisiert. Auch die Kontrollen vor dem Spiel verursachten Unmut bei den Fans , heißt es. Demnach seien zwei polizeibekannte FC-Fans aus der Menge geholt worden, um sie einer sogenannten Nacktkontrolle zu unterziehen. Laut Fanhilfe soll der betroffene Fan lediglich kein gültiges Ticket bei sich gehabt haben. Die Organisation spricht in diesem Zusammenhang von einer "Schikane gegenüber Fußballfans – überzogen, unangemessen und in keiner Weise verhältnismäßig." Sie fordert: "Wir erwarten von der Polizei eine transparente und zutreffende Einordnung solcher Maßnahmen. Sprachliche Beschönigungen tragen nicht zur Aufklärung bei." Die Bundespolizei hat angekündigt, den Vorfall weiter zu untersuchen.