Was fasziniert uns so am Bösen? Anne Kunze von „Zeit Verbrechen“ über True Crime
der Freitag: Frau Kunze, können Sie etwas mit dem Gegensatzpaar „Gut“ gegen „Böse“ anfangen?
Anne Kunze: Solche Pole helfen höchstens als Rahmen. Aber letztlich bewegt sich alles dazwischen. Menschen, die vermeintlich böse sind, haben gute Anteile – und umgekehrt. Ich habe im Studium für die Magisterarbeit die Gewaltpraktiken des November-Pogroms 1938 in Deutschland untersucht. Als ich die Originalquellen las, war ich überrascht, wie schnell sich nette nicht-jüdische Deutsche gegen ihre jüdischen Mitbürger wandten. Ich glaube, „das Gute“ wie „das Böse“ kann jederzeit aus uns hervorbrechen. Und trotzdem bleiben wir die Menschen, die wir sind. Die Schwarz-Weiß-Pole helfen also beim Ver
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