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War bekannter Neo-Nazi: Ex-Rechtsextremist Philip Schlaffer schlägt Alarm

Er war selbst einer der bekanntesten Neonazis in Deutschland. Mittlerweile macht Philip Schlaffer Präventionsarbeit mit Jugendlichen an Schulen – der Ex-Nazi schlägt Alarm. Philip Schlaffer erlangte fragwürdige Prominenz, als er im Sommer 2006 mit einem Baseballschläger bewaffnet auf Demonstranten vor seinem rechtsextremen Szeneladen losging. Er war damals Anführer der rechtsextremen Kameradschaft "Werwolf" und betrieb den zugehörigen "Werwolfshop". Nur Polizisten, die mit geladener Pistole dazwischengingen, konnten ihn aufhalten. Schlaffer wurde als Teenager zum Neonazi, später zum rechtsextremen Musikhändler und Chef der Rockergruppierung "Schwarze Schar Wismar". Als er eines Tages im Gefängnis landete, stieg er aus der Szene aus und kämpfte sich mit einem YouTube-Kanal, auf dem er seine Geschichte erzählte, in ein normales Leben zurück. Mittlerweile macht er Präventionsarbeit an Schulen, hält Vorträge, gibt Workshops und nennt sich selbst einen "liberalen Demokraten". Kaum jemand hat den Ausstieg so glaubhaft geschafft wie er. Schlaffer ist eine imposante Erscheinung, gut zwei Meter groß, am ganzen Körper tätowiert und mit lauter Stimme ausgestattet. Bei seinen Vorträgen, die er in ganz Deutschland hält, ändert sich nach und nach die Stimmung. Anfangs schlug ihm, neben einigen kritischen Stimmen, viel Begeisterung entgegen. Inzwischen muss er teilweise unter Polizeischutz in die Schulen. Im Interview mit t-online schlägt Schlaffer Alarm. Die Jugend werde zunehmend radikaler und auch selbstverständlicher im Umgang mit dieser Radikalität. t-online: Herr Schlaffer, Sie waren anfangs ein klassischer Nazi: Glatze, Bomberjacke, gewaltbereit, so wie man es aus den sogenannten Baseballschlägerjahren kannte. Später änderte sich das, Rechtsextreme waren teilweise äußerlich nicht mehr von Linksextremen zu unterscheiden. Wenn Sie jetzt die aktuelle Entwicklung anschauen: Kommen die alten Zeiten zurück? Philip Schlaffer: Ja, ich bin ein Vertreter der These, dass die sogenannten Baseballschlägerjahre zurückkommen – natürlich sehr stark in gewissen Regionen. Die Optik ist wieder da. Ich bin teilweise in Gegenden unterwegs, wo der halbe Jahrgang, so ab der 8. oder 10. Klasse, aussieht wie die Hitlerjugend. Es gibt natürlich auch eine neue Mode dazu. Marken werden gerade wieder missbraucht. Es gibt ganz starke Überschneidungen mit dieser Fußballoptik. Ausschließlich Fußballoptik? Nein. Sehr viel "North Face"-Klamotten in Schwarz werden missbraucht. "North Face", das passt zum Bild vom arischen Deutschen. Aber ich sehe auch ganz klassisch die bedruckten T-Shirts mit Wehrmachtsymbolen, der 88, schwarz-weiß-rot. Es werden Bomberjacken getragen. Ich sehe junge Leute, die wieder mit Springernstiefeln unterwegs sind, was ich für absolut ausgeschlossen gehalten hatte. Ich bin teilweise erschrocken, das wieder zu sehen. Das muss ich ganz ehrlich gestehen. Ich hätte nicht gedacht, dass das passiert. Wie erklären Sie sich, dass dieser stumpfe Rassismus in der Szene wieder anerkannt ist? Das ist eine sehr komplexe Frage. Ich glaube, es hat viel dazu beigetragen, dass eine Zeit lang einige deutsche Schüler auch als "Kartoffel" oder Ähnliches bezeichnet wurden. Das Deutschsein galt als schwach. Da gab es dann eine Gegenbewegung, besonders im Internet und in den sozialen Medien: Sei stark, stabil, der stabile Deutsche. Zeigt euch nach außen, macht Sport, geht in den Wald. Wie kam es Ihrer Meinung nach dazu? Dazu haben Social-Media-Kampagnen von neonazistischen Kleinparteien wie "Der Dritte Weg" oder der "Identitären Bewegung" beigetragen, die ein großes Augenmerk auf diese ur-germanische Tradition gelegt haben – ein homogenes Volk. Das hat dazu beigetragen, martialisch aufzutreten und eine neue Stärke nach außen zu tragen. Man bekommt Likes dafür, wenn man sich wieder vor eine schwarz-weiß-rote Fahne stellt oder wenn man alten Rechtsrock singt. Welche Rolle spielen soziale Medien dabei? Soziale Medien ermöglichen natürlich eine absolut schnelle Radikalisierung. Es ist alles mit einem Klick verfügbar. Man muss sich zum Beispiel nur ein Video zum Thema Spaghetti ansehen, und schon wird man danach zwei Stunden lang mit Spaghettirezepten zugemüllt. Genauso funktioniert das natürlich auch mit extremistischen Inhalten. Egal, ob sie religiös oder politisch sind, man wird regelrecht damit zugespammt. Welcher Mechanismus greift da? Es sind extreme Inhalte vorhanden, die junge Leute befeuern – und das von morgens bis abends, mit wenig Kontrolle. Es ist sehr schwer für die Eltern heute, standzuhalten und zu kontrollieren, was in den sozialen Medien konsumiert wird. Social Media ist ein absoluter Brandbeschleuniger für Radikalisierung. Bei Ihnen begann es mit Musik und dem Gefühl ein Zuhause in der Gemeinschaft der Rechtsextremen zu finden. Was hätte TikTok mit Ihnen als Jugendlicher gemacht? Hätte es Sie ebenfalls oder sogar stärker radikalisiert? Ich glaube, es wäre noch schneller passiert. Ich musste ja noch wirklich vor die Haustür gehen, ältere Kameraden finden, zu einem Stammtisch gehen, wo sich damals die NPD getroffen hat. Heute könnte man Gleichgesinnte sofort finden, über Hashtags, über Themen, über Videos – man kommentiert. Man hätte viel schneller die Szenesprache gelernt. Ich hätte gewisse Stationen in meiner Radikalisierung übersprungen und wäre ganz schnell von diesem wütenden jungen Mann zum Neonazi geworden. Ich wäre da hundertprozentig anfällig gewesen. Sie sind in Schulen in ganz Deutschland unterwegs und erzählen dort Ihre Radikalisierungsgeschichte: vom Jugendlichen zum Nazi zum Rockerchef und wieder raus aus der Szene. Welche Erfahrungen machen Sie an den Schulen? Es gibt eine ganz große Ablehnung gegen "die da oben" und die Presse. Alles sei gesteuert, alles bezahlt, Deutschland sei nicht frei. Das wurde alles übergestülpt. Vieles kommt aus dem Elternhaus, und die Schüler geben viele Fake News wieder. Sie glauben Dinge, die im Internet erzählt und unreflektiert aufgenommen wurden. Welche Rolle spielt die Corona-Zeit? Corona war auf jeden Fall eine Zeitenwende. Zudem gibt es ein neues Selbstbewusstsein, diese Haltungen zu zeigen und darüber zu sprechen. Früher war das im Geheimen, die jungen Leute haben sich nicht geoutet. Heute kommen junge Leute zu mir, auch wenn Lehrer daneben stehen, und sagen: "Ja, ich bin rechtsradikal." Da gibt es also ein neues Selbstbewusstsein. Es ist schon sichtbarer in Ostdeutschland, aber ich bin auch viel im Westen unterwegs. Auch in unserem schönen Schleswig-Holstein, in ländlichen Regionalschulen, begegnen wir dem. Es begegnet uns in Bayern, Baden-Württemberg. Wir dürfen also nicht so arrogant sein und sagen, das sei ein Ost-Phänomen. Das ist aus meiner Sicht ein gesamtdeutsches Phänomen. Erleben Sie denn mittlerweile auch Anfeindungen, und wie sehen sie aus? Es gibt Regionen, in die ich fahre, ohne mir Gedanken zu machen. Aber es gibt mittlerweile Regionen, da werde ich schon vorher über soziale Medien angeschrieben, und Leute weisen mich auf Artikel bei Facebook oder in Chatgruppen hin. Dort heißt es dann: "Hier kommt Philip Schlaffer, der Volksverräter." Ich war jetzt gerade in der schönen Stadt Plauen unterwegs, einer toll gelegenen Stadt in Sachsen. Da musste die Polizei mit ins Boot geholt werden, damit ich dort auftreten kann. Machen die Jugendlichen gegen Sie mobil oder eher Eltern? Es gibt schon massiven Gegenwind von Elternvertretern, die sagen: Warum wird nur etwas zum Thema Rechtsextremismus gemacht? Was ist mit Linksextremismus, was ist mit Islamismus? Auch das erwähne ich natürlich in meinen Vorträgen. Es bleibt jedoch nicht nur bei kritischen Fragen. Als ich bin zum Beispiel nach Mecklenburg-Vorpommern in die schöne Stadt Bad Doberan gekommen bin, war die Halle, in der ich auftreten sollte, über Nacht mit Anfeindungen gegen mich beschmiert worden. Da stand "Volksverräter", "Glaubt dem Lügner nicht, der Philip Schlaffer war nie richtig dabei". Was macht das mit Ihnen, wenn so etwas passiert? Ich selbst sorge mich nicht so massiv um meine Sicherheit, aber natürlich macht sich meine Familie Gedanken: meine Frau, meine Eltern. Alle hatten mir geraten: "Sag den Auftritt ab!" Aber dann gewinnen die. Dann hätten sie das erreicht, was sie wollten, nämlich dass Angst geschürt wurde. Ich habe den Auftritt dann wirklich durchgezogen. Danach kamen so viele Schüler und waren so begeistert. Ich bin gerade ganz euphorisch, weil ich an diese jungen Leute denke, die sagten: "Wir werden nicht allein gelassen, es gibt ein paar Idioten hier an unserer Schule, das sind die Idioten da draußen." Deswegen glaube ich schon, müssen wir das auch aushalten können und zusammenstehen. Der Bürgermeister kam spontan und hat eine Rede gehalten. Können Sie das einfach vergessen und weitermachen? Ich kann das abhaken, aber es macht auch etwas mit mir. Das sage ich ganz ehrlich. Und eines möchte ich noch ergänzen, weil es mir wichtig ist: Nachdem die Halle beschmiert worden war, wurde die örtliche Polizeistation informiert. Die Reaktion lautete: "Wissen wir, Schlaffer, aber das ist jetzt für uns nichts Traumatisches hier." Da muss man wirklich einmal hinschauen und fragen: Über welche polizeilichen Zustände sprechen wir da eigentlich? Was ist da los? Sie wurden also in dem Moment nicht geschützt. Genau. Und auch die Schule wurde allein gelassen. Die Polizei sagt: "Ja, wir haben das nachts aufgenommen." Und jetzt findet diese Veranstaltung statt. Das hätte auch anders ausgehen können für gewisse Leute, die da sind – auch mit mir, mit einer Stiftung, mit der ich da war, der Friedrich-Naumann-Stiftung. Und dann meldet sich das Landeskriminalamt Staatsschutz aus Mecklenburg-Vorpommern erst zwei Tage später. Ich frage mich: Was war denn da los? Wieso kümmert sich da keiner? Was muss Ihrer Meinung nach passieren, damit Jugendliche nicht mehr so leicht in diese Szene abrutschen? Wenn ich das wüsste, würde ich wahrscheinlich vor dem Bundestag und in allen Landtagen sprechen. Ich kann nur sagen: Ich glaube, wir müssen davon wegkommen – auch zu Hause –, dass wir alles katastrophisieren. Nicht alles in Deutschland und Europa ist kaputt. Wir müssen uns wieder auf unsere Stärken und das Positive konzentrieren. Wir dürfen jungen Leuten nicht nur mit Angst begegnen, dass die Welt untergeht, dass KI , Arbeit, Geld und alles kaputt ist. Wir müssen auch das Positive zeigen und jungen Menschen Chancen mitgeben. Kann Schule das alles leisten? Ich glaube, dass Demokratie im Elternhaus damit anfängt, dass man achtsam ist. Was ich mitgeben kann, ist: Eltern sollten schauen, was die Tochter oder der Sohn konsumiert. Dort fängt es an, glaube ich. Denn ein großes Problem, das ich oft von Lehrkräften höre, ist, dass Eltern glauben, die Schule müsse alles machen. Nein, Demokratie fängt im Elternhaus an. Was wird da vorgelebt? Was wird gesagt? Was saugen die eigenen Kinder auf, was die Eltern sagen? Das fängt für mich im Elternhaus an und kann nicht nur von der Schule übernommen werden. Danke für das Gespräch.

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