morgenstern: Lassen Sie es heute besser etwas ruhiger angehen!
Aller Anfang ist schwer – aber das wird schon! Außerdem: Was bedeutet die US-Intervention in Venezuela für uns – und ist Trump noch zu stoppen? Die Lage am Morgen.
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser – und ein frohes neues Jahr!
Nach unserer kleinen Feiertags-Pause geht es heute weiter mit dem morgenstern. Mein Name ist Stefan Düsterhöft, ich bin Sitemacher beim stern und freue mich darauf, Sie an dieser Stelle in den Tag begleiten zu dürfen. Moin!
Wenn Sie einen Büro-Job haben, bei der Urlaubs- und Brückentags-Planung alles richtig gemacht haben und beim Einreichen der Urlaubs-Anträge schneller waren als Ihre Kolleginnen und Kollegen – dann ist das heute wahrscheinlich auch Ihr erster Arbeitstag im Jahr 2026.
Und vielleicht beschleicht Sie gerade so ein Gefühl: Wäre doch ganz schön gewesen, noch ein paar Tage länger frei zu haben … Aber keine Sorge: Gemeinsam schaffen wir das!
Post-Holiday-Syndrom: Herrje, der Job-Alltag ist zurück!
Für das Tief, das uns am ersten Arbeitstag nach dem Urlaub möglicherweise beschleicht, gibt es einen Begriff: das "Post-Holiday-Syndrom". Psychologen sprechen nicht von einer Krankheit, sondern von einem temporären emotionalen Zustand, ausgelöst durch die Rückkehr in den Alltag: Während wir gerade noch entspannen, gutes Essen genießen, feiern und Geschenke auspacken durften, müssen wir jetzt wieder malochen.
Der Kontrast – Urlaub, Selbstbestimmung, Belohnung (Ausschüttung von Dopamin, Glücksgefühle!) im Vergleich zu Routine und Pflichten – ist groß. Und kann deshalb herausfordernd sein. Mögliche Folgen: Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme, Müdigkeit oder Schlafstörungen.
Das Gute: Nach ein paar Tagen ist der Spuk meist vorbei. Und wir können auch was dagegen tun: Expertinnen und Experten, etwa die Psychologin Ankita Guchait vom Magazin "Psychology Today", empfehlen, es nach Möglichkeit etwas ruhiger angehen zu lassen. Starten Sie nicht direkt in einen Termin-Marathon, beantworten Sie die angestauten Arbeitsmails nach und nach, priorisieren Sie – und machen Sie zwischendurch genug Pausen. Auch der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen hilft – und die Planung des nächsten Urlaubs ebenso!
US-Angriff auf Venezuela – und jetzt?
Der amerikanische Angriff auf Venezuela hat am Wochenende die Welt beschäftigt (aktuelle Informationen hier im stern-Liveblog). Während niemand daran zweifelt, dass der entmachtete Staatschef Nicolás Maduro ein rücksichtsloser Diktator ist, sorgt das Vorgehen der Trump-Regierung für Entsetzen: Die USA überfallen ein souveränes Land, töten, verstoßen gegen Völkerrecht.
Es gehe um den Kampf gegen "Drogenterroristen", sagt der US-Präsident. An den vorgeblich hehren Absichten darf gezweifelt werden. Zu groß ist Trumps Öl-Durst: Venezuela ist das Land mit den größten nachgewiesenen Erdölvorkommen. Und während wir gebannt nach Venezuela schauen, strecken Trump und Co. erneut die Hände nach Grönland aus: Eine der Trump-Regierung nahestehende Influencerin färbte die größte Insel der Welt schon in USA-Farben ein, auch Trump erneuerte seine Ansprüche. Grönland sei "umzingelt von russischen und chinesischen Schiffen", behauptet er. Doch unter Fels und Eis lagern Abermillionen Tonnen wertvoller Rohstoffe, die ihn ebenso interessieren dürften.
In den USA erhitzt der Militärschlag unterdessen auch innenpolitisch die Gemüter: Die Trump-Regierung soll Abgeordnete im Vorfeld bewusst getäuscht haben. Bald tagt der Kongress wieder – er könnte dem Präsidenten ein Bein stellen, analysiert mein Kollege Fabian Huber:
5-Minuten-Talk: Was der US-Angriff auf Venezuela für Europa bedeutet
Auch in unserem Podcast "5-Minuten-Talk" geht es um Venezuela und die Folgen: Für Deutschland und die EU gibt es gleich mehrere Alarmzeichen, analysieren die stern-Politikchefs Veit Medick und Jan Rosenkranz:
Weitere Schlagzeilen im Überblick
- Behörden haben alle Opfer des Brandes in Crans-Montana identifiziert
- Bundesnachrichtendienst hörte offenbar Barack Obama ab
- Deutscher stirbt auf Mallorca nach langem Koma – Verbrechen gibt Rätsel auf
Das passiert am Montag, dem 5. Januar 2026
- Venezuelas Präsident Nicolás Maduro wird einem Gericht in Manhattan (18 Uhr MEZ) vorgeführt
- Im Prozess wegen Cybermobbings von Frankreichs First Lady Brigitte Macron werden in Paris (10 Uhr) die Urteile gegen acht Männer und zwei Frauen erwartet
- Die Vierschanzentournee erreicht Bischofshofen und damit ihre finale Station – Qualifikation ab 16.30 Uhr (läuft bei ARD und Eurosport)
Unsere stern+-Empfehlung des Tages
Sie wollen dieses Jahr mehr Sport machen, aber jetzt wirklich, ohne Ausreden? Dann machen Sie es doch unserer Autorin nach! Sie startet seit zwei Monaten jeden Morgen mit Sit-ups in den Tag. Das hat nicht nur ihrem Bauch etwas gebracht, sondern auch ihrem Kopf:
Wie hat Ihnen dieser morgenstern gefallen? Schreiben Sie es mir gerne: stefan.düsterhöft@stern.de. Sie können dieses Morgen-Briefing auch als Newsletter in Ihr Postfach erhalten. Melden Sie sich einfach unter folgendem Link an.
Ich wünsche Ihnen einen wundervollen Tag, lassen Sie sich nicht ärgern!
Stefan Düsterhöft