"Geopolitische Krise": Nordkorea will Hyperschallraketen getestet haben und verweist auf Venezuela
Nordkorea führt immer häufiger Raketentests durch. Jetzt will das Land unter Aufsicht seines Machthabers eine Hyperschallrakete getestet haben. Aus welchem Grund?
Nordkorea hat eigenen Angaben nach bei dem gestrigen Raketentest Hyperschallraketen getestet. Mit dem Einsatz habe man die nukleare Kriegsabschreckung des Landes stärken wollen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un bestätigte indirekt einen Zusammenhang mit dem US-Militäreinsatz in Venezuela.
Pjöngjangs Aktivitäten dienten dabei der Abschreckung und seien "notwendig, wie die jüngste geopolitische Krise und die komplizierten internationalen Ereignisse" zeigten, sagte Kim unter Anspielung auf den US-Militäreinsatz auf Caracas in der Nacht zum Samstag. Details nannte er nicht.
"In letzter Zeit wurden wichtige Fortschritte dabei erzielt, unsere Nuklearstreitkräfte auf eine praktische Basis zu stellen und sie auf einen tatsächlichen Krieg vorzubereiten", sagte Kim. In nordkoreanischen Staatsmedien verbreitete Fotos zeigten Kim, wie er in Begleitung hochrangiger Beamter eine Zigarette rauchte, während eine Rakete in den Morgenhimmel aufstieg.
Experten zweifeln an Nordkoreas Erzählung von den Hyperschallraketen
Hyperschallraketen gelten wegen ihrer hohen Fluggeschwindigkeit, schnellen Manövrierfähigkeit und niedrigen Fluglaufbahn als besonders gefährlich. Nordkorea behauptet seit Jahren, diese zu testen. Experten bezweifeln allerdings, dass das Land tatsächlich schon voll entwickelte Hyperschallwaffensysteme hat.
Es handle sich vielmehr um einen "quasi-Hyperschall-Flugkörper", wie etwa der leitende Forscher am Korea Institute for National Unification (KINU), Hong Min, der südkoreanischen Zeitung Chosun Ilbo sagte.
Waffentests auch ein Test für den Westen der Welt
Am Sonntag hatten die Verteidigungsministerien in Japan und Südkorea die Sichtung "mehrerer Geschosse, mutmaßlich ballistischer Raketen" über dem Meer gemeldet, die in der Nähe der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang abgefeuert worden seien. Zwei Raketen hätten eine Höhe von 50 Kilometern erreicht und seien 900 beziehungsweise 950 Kilometer weit geflogen. Der Raketentest erfolgte wenige Stunden vor der Abreise des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung zu einem Staatsbesuch in China.
Zuletzt hatte Pjöngjang im November einen Raketentest vorgenommen, nachdem US-Präsident Donald Trump Südkoreas Plan für den Bau eines Atom-U-Bootes gebilligt hatte. Nordkorea hat in den vergangenen Jahren seine Tests von Raketen und Marschflugkörpern deutlich verstärkt. Analysten zufolge zielt Pjöngjang darauf ab, seine Präzisionsfähigkeiten zu verbessern, die USA und Südkorea herauszufordern – und Waffen zu testen, bevor diese an den Verbündeten Russland geliefert werden.