Nach den tödlichen Schüssen eines ICE-Agenten auf eine Frau in Minneapolis kritisiert der Bürgermeister von Minneapolis die Behörde – das Weiße Haus verteidigt die Beamten und bezeichnet sie als "Helden". Nach der Tötung einer Frau durch Schüsse eines ICE-Agenten in Minneapolis hat Tim Walz , der Gouverneur von Minnesota, sein Entsetzen zum Ausdruck gebracht. Er versicherte: "Der Staat wird gewährleisten, dass es ein volles, faires und rasches Ermittlungsverfahren gibt, um Verantwortung und Gerechtigkeit zu gewährleisten." Walz reagierte außerdem auf eine Mitteilung des US-Innenministeriums, in der es hieß, die Beamten der Einwanderungsbehörde hätten in Notwehr gehandelt: "Ich habe das Video gesehen. Glaubt dieser Propagandamaschine nicht." Er rief die Bevölkerung auf, ihren Protest nach den Schüssen friedlich zu äußern, "wie ihr das immer macht". Er warnte vor chaotischen Situationen. "Wenn wir solche Dinge geschehen sehen – und wir haben das nach dem Mord an George Floyd gesehen –, gibt es Menschen, die Chaos stiften wollen." Minneapolis: ICE-Agenten erschießen Frau in ihrem Auto Innenministerin Kristi Noem verteidigte das Vorgehen der Beamten als Notwehr. Die Agenten seien mit ihren Fahrzeugen im Schnee stecken geblieben, als die Frau sie plötzlich attackierte, behauptete sie. Jacob Frey, der Bürgermeister von Minneapolis, widersprach dieser Darstellung. Die Notwehr-Erzählung sei "Schwachsinn". Frey forderte die ICE-Beamten auf: "Verlasst verdammt nochmal Minneapolis." Ein Video in sozialen Netzwerken zeigt, dass ein Mann, der sich als medizinisch ausgebildet identifizierte und helfen wollte, von den ICE-Beamten weggeschickt wurde. "Wir haben unsere eigenen Sanitäter", antwortet einer von ihnen. "Wo sind sie?" hört man in dem Video eine aufgebrachte Frau fragen. "Ihr habt gerade meine Nachbarin erschossen". "Gebt ihnen nicht, was sie haben wollen" Der Bürgermeister weiter: "Sie reißen Familien auseinander und bringen Chaos auf unsere Straßen." Die Stadt müsse jetzt "die beste Version ihrer selbst" sein: "Wir sind besser als ein Haufen ICE-Agenten, die in Städte im ganzen Land geschickt werden, um Familien und Gemeinden auseinanderzureißen." Er verstehe die Wut seiner Bürger. "Aber gebt ihnen nicht, was sie haben wollen." Minneapolis solle mit Liebe statt Hass reagieren. Das Weiße Haus reagierte mit einer Mitteilung, in der es die ICE-Agenten als "Helden" bezeichnete. Bürgermeister Frey hingegen wurde von einem Sprecher von Präsident Donald Trump als ein "Drecksack, der sich schämen sollte", beschimpft. Der republikanische Abgeordnete Randy Fine wiederholte die Beleidigung und forderte die Verhaftung Freys. Trump selbst griff die Tote an. Er schrieb bei Truth Social : "Die Frau war sehr durcheinander, stand im Weg und wehrte sich. Dann überfuhr sie gewalttätig, absichtlich und bösartig den ICE-Agenten, der in Selbstverteidigung auf sie schoss. Es ist kaum zu glauben, dass er noch am Leben ist." Trump sagt hier die Unwahrheit: Keines der vorliegenden Videos zeigt, wie die Frau einen Agenten überfährt. Trump weiter: "Unsere Beamten tun ihr Bestes, um Amerika sicher zu machen. Wir müssen zu ihnen stehen und sie vor dieser linksradikalen Bewegung voller Gewalt und Hass schützen!" "Raus aus unserer Stadt" Polizeichef Brian O'Hara sagte, die 37-Jährige sei gerade im Begriff gewesen, davonzufahren, als Schüsse auf sie abgegeben wurden. Es gebe keine Hinweise darauf, dass ICE gegen sie ermittelte. "Ich bin mehr als besorgt darüber, dass eine Frau, die in ihrem Auto saß, um die Straße zu blockieren und nicht Ziel irgendeiner Ermittlung war, jetzt tot ist." Keith Ellison, der Generalstaatsanwalt von Minnesota, schrieb bei X: "Donald Trumps Entscheidung, Tausende von bewaffneten ICE-Agenten nach Minnesota zu schicken, bringt großes Leid mit sich." Tom Emmer, republikanischer Abgeordneter aus Minnesota, schrieb bei X: "Unsere tapferen ICE-Agenten riskieren jeden Tag ihr Leben, um uns vor gefährlichen Kriminellen zu schützen. Möge Gott sie segnen und in ihrer Arbeit schützen." Die Demokratin Ilhan Omar, ebenfalls Abgeordnete aus Minnesota, warf dem Innenministerium dagegen Lüge vor: "Keine ICE-Agenten scheinen verletzt zu sein. Raus aus unserer Stadt."