Kai Wegner steht in der Kritik, nachdem bekannt wurde, dass er sich während des Stromausfalls Zeit für das Tennisspielen nahm. Doch es gibt auch Unterstützung. Zahlreiche Politiker haben deutliche Kritik an Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner geübt. Sie werfen ihm bewusste Täuschung vor, weil er während des großflächigen Stromausfalls in der Hauptstadt Tennis spielte, in der Öffentlichkeit aber behauptete, sich in seinem Büro eingeschlossen zu haben. Der Berliner SPD-Abgeordnete Steffen Krach äußerte bei der Berlin-Redaktion von t-online kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe scharfe Kritik: "Kai Wegner hat vermutlich nicht daheim im Arbeitszimmer Tennis gespielt." Entweder habe er die Berliner belogen oder er habe andere Prioritäten gesetzt. Dies sei "inakzeptabel" und "eines Regierenden Bürgermeisters unwürdig". Gemeinsam mit Lebensgefährtin: Kai Wegner ging während des Stromausfalls seinem Hobby nach Wut in sozialen Medien: Frau stirbt während Stromausfall: Polizei spricht Andere Politiker gingen noch weiter. Linken-Landeschef Maximilian Schirmer sagte t-online Berlin : "Diese Stadt verdient einen Bürgermeister oder eben eine Bürgermeisterin, die zuerst an die Menschen dieser Stadt denkt, zuhört, anpackt und Krisen löst." Schirmer legte dem Bürgermeister den Rücktritt nahe: "Wer lieber Tennis spielt, als in der größten Not bei den Menschen zu sein, sollte sich vielleicht überlegen, ob dieser Job noch der richtige für ihn ist." Lesen Sie weitere Reaktionen hier bei der Berlin-Redaktion von t-online Dirk Wiese, der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, hält die Kritik an Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) für berechtigt. "Diese scheibchenhafte Informationspolitik, das ist etwas, das ist ehrlicherweise nie gut. Und darum ist die Kritik an ihm auch berechtigt", sagte Wiese im RTL/ntv Frühstart. Niemand werfe einem Politiker vor, dass man mal Sport mache und dass man auch mal einen Moment den Kopf frei kriegen müsse, so Wiese. "Aber warum man dann erst mit falschen Aussagen an die Öffentlichkeit geht, das kann ich tatsächlich nicht nachvollziehen. Und darum muss er sich zu Recht Fragen gefallen lassen." Berliner GdP-Chef verteidigt Wegner Der Berliner Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Stephan Weh, hält die Kritik für überzogen. "Es hat für die Bewältigung derartiger Einsatzlagen für Polizei und Feuerwehr keinerlei Mehrwert, wenn Politiker draußen sind", sagte er zu den Vorwürfen, Wegner hätte am ersten Tag des Stromausfalls nicht Tennis spielen gehen sollen. "Den Strom hätte er auch nicht wieder anstellen können." "Natürlich nagt so etwas an der Glaubwürdigkeit eines Politikers, gerade weil jeder Satz auf die Goldwaage gelegt wird", so der GdP-Landeschef. "Aber mal ganz ehrlich, der Regierende ist ein Mensch und der braucht Pausen." Wegner hatte seine Tennis-Pause damit begründet, er habe den Kopf freibekommen wollen. "Ich habe von 13 bis 14 Tennis gespielt, weil ich einfach den Kopf freikriegen wollte", sagte er bei Welt TV. "Ich war die ganze Zeit erreichbar, auch als ich Tennis gespielt habe. Das Handy war auf laut gestellt, bin danach sofort zurückgefahren und habe weitergearbeitet." Weh sagte nun dazu: "Wir sind uns sicher, dass er die letzten Tage dennoch ein ordentliches Arbeitspensum abgespult hat." Er forderte: "Wir sollten jetzt auch aufpassen, dass durch diese Debatte nicht von den eigentlichen Problemen abgelenkt wird." Wichtig sei, dass Wegner und der Senat nun Maßnahmen ergriffen, um die kritische Infrastruktur Berlins besser zu schützen.