Der chinesische Hersteller Dreame überrascht auf der CES mit einem elektrischen Supersportwagen – und denkt laut über ein Werk in Deutschland nach. Auf der Technikmesse CES in Las Vegas sind Prototypen nichts Ungewöhnliches, aber dieser hier hat dennoch Aufsehen erregt: Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Dreame Technology, bislang bekannt für smarte Staubsauger und Klimageräte, hat eine Studie für ein erstes Elektroauto vorgestellt: den Nebula Next 01. Beeindruckende technische Werte Der Dreame Nebula Next 01 ist ein elektrischer Sportwagen mit vier Türen, flacher Silhouette und ausgefeilter Aerodynamik. Türgriffe fehlen, stattdessen dominieren Carbon-Elemente, ein großer Heckflügel und ein Diffusor das äußere Erscheinungsbild. Die Studie soll laut Hersteller mit vier Elektromotoren eine Systemleistung von 1.399 kW (entspricht rund 1.900 PS) erreichen und damit in 1,8 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Zur Reichweite, Batteriekapazität oder zum Ladeverhalten macht Dreame bislang keine Angaben. Auch der angepeilte Preis oder ein Termin für die Markteinführung werden nicht genannt. Lediglich das Jahr 2027 wird als mögliches Produktionsziel erwähnt. Neue Autosparte, neue Ambitionen Dreame (mit Sitz im chinesischen Suzhou) hatte im Sommer 2025 angekündigt, ein zweites Standbein im Automobilbereich aufbauen zu wollen. Dafür wurde die Sparte Dreame Cars gegründet. Das Konzeptfahrzeug ist Teil einer neuen Design- und Entwicklungsstrategie, mit der sich das Unternehmen im Markt für elektrische Luxusfahrzeuge positionieren will. Laut eigenen Angaben will Dreame eine "High-End-Marke" etablieren, bei der nicht der Preis im Vordergrund steht, sondern technologische Differenzierung – unter anderem durch Sensorik, Robotik-Kompetenz und Software, wie sie aus dem Haushaltsgerätegeschäft bekannt ist. Blick nach Brandenburg Interessant für Deutschland: Laut Informationen vom Herbst 2025 prüft Dreame den Bau eines Werks für Elektroautos in Brandenburg – dort, wo auch Tesla produziert. Firmengründer Yu Hao soll dazu mit einem Team nach Deutschland gereist sein, um geeignete Flächen zu besichtigen. Als Vorteile der Region nannte Dreame die vorhandene Lieferkette und die gut angebundene Logistik des europäischen Marktes. Inzwischen berichten chinesische Medien, dass BNP Paribas als möglicher Finanzierungspartner gewonnen wurde. Nicht der erste Versuch eines Staubsaugerherstellers Dreame ist nicht das erste Unternehmen, das versucht, Know-how aus einem ganz anderen Bereich in die Elektromobilität zu übertragen. Der britische Konzern Dyson hatte 2017 ebenfalls ein E-Auto-Projekt gestartet, es jedoch 2019 wieder eingestellt. Besser lief es für Xiaomi , den chinesischen Smartphone-Hersteller: Er verkauft seit Kurzem eigene Elektrofahrzeuge – mit Erfolg. Dreame wiederum ist Teil der sogenannten Xiaomi Ecological Chain, also ein assoziiertes Unternehmen aus dem Netzwerk der Xiaomi-Gruppe. Das erklärt, warum bereits ein Team von rund 1.000 Mitarbeitenden an der Fahrzeugentwicklung arbeitet – viele davon mit Erfahrung in Hard- und Softwareentwicklung aus dem Bereich smarter Haushaltsgeräte. Ob es sich beim Nebula Next 01 um mehr als einen ambitionierten Messeauftritt handelt, bleibt abzuwarten. Technische Daten auf dem Papier und ein futuristisches Showcar sind das eine, Serienfertigung in Europa das andere. Doch die Erfahrungen bei Xiaomi zeigen, dass solche Ankündigungen chinesischer Unternehmen ernst zu nehmen sind.