Dem Mullah-Regime im Iran gelingt es bislang nicht, die Massenproteste im Land zu unterdrücken. Nun greifen sie zu einer berüchtigten Maßnahme. Seit zwölf Tagen demonstrieren Menschen in immer mehr iranischen Städten gegen das Mullah-Regime, nun erreichen die Massenproteste auch die Hauptstadt. In Teheran ertönten mit Einbruch der Dunkelheit in vielen Stadtteilen Protestrufe gegen die autoritäre Staatsführung. "Tod dem Diktator", riefen Menschen aus ihren Häusern, wie Einwohner der Millionenmetropole berichteten. Proteste im Iran eskalieren : "Diesmal fühlt es sich anders an" Im Stadtzentrum kam es an einem großen Verkehrsknotenpunkt zu Protesten, wie Augenzeugen berichteten. Vermummte Demonstranten strömten auf die Straße und riefen Protestslogans, begleitet von Hupkonzerten vorbeifahrender Autos. Die Polizei feuerte Tränengas in die Menge. Danach zogen sich die Demonstranten in Nebenstraßen zurück. Diese in sozialen Medien verbreiteten Aufnahmen sollen die Lage in Teheran am Donnerstagabend zeigen: Shah-Sohn ruft aus Exil zu Protesten auf In Randbezirken Teherans berichteten Anwohner von Rufen aus den Fenstern und von Balkonen. Die Slogans richteten sich gegen den autoritären Staat. "Das ist der letzte Kampf, Pahlavi kommt zurück", ertönte es über die Häuser. Reza Pahlavi, der im US-Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs, hatte für Donnerstag und Freitag zu Protesten aufgerufen. Ausgelöst wurde die jüngste Protestwelle durch die massive Wirtschaftskrise und einen plötzlichen Absturz der landeseigenen Währung Rial. In Teheran gingen daraufhin zunächst wütende Händler spontan auf die Straße, dann weiteten sich die Proteste auf fast alle Landesteile aus. Iran: Mullah-Regime kappt Internet Auch in der zweitgrößten Stadt des Landes, der Millionenmetropole Maschhad, kam es am Donnerstag zu heftigen Protesten. In der Stadt im Nordosten des Iran gingen Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen die Demonstranten vor, wie Einwohner berichteten. Es sei "wie Krieg", sagten Augenzeugen. Das Mullah-Regime reagierte am Donnertag auf die Proteste, indem es das Internet im ganzen Land massiv einschränkte. Seither dringen kaum noch Nachrichten nach außen. Bereits bei früheren Protestwellen hatten die Behörden zu dieser Maßnahme gegriffen, um die Verbreitung von Bildern und Videos zu unterbinden. Das Land befinde sich in einem "Internet-Blackout", berichtete die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks. Dieser folge auf eine Reihe von Zensurmaßnahmen, die "das Recht der Öffentlichkeit auf Kommunikation in einem kritischen Moment behindern", hieß es in einem Beitrag auf X. Auch Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten am Donnerstag einen Einbruch des Web-Traffics um etwa 90 Prozent. Ein kleiner Teil der Regierung sowie des Militär- und Machtapparats dürfte das Internet weiter frei nutzen können.