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Trump kann Deutschland ausknipsen

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser, heute möchte ich Ihnen ein tolles Wort vorstellen: "geostrategisch". Es ist ein Adjektiv, das ordentlich was hermacht. Erstens klingt es wichtig. Wer es im Munde führt, hat die Weltlage augenscheinlich im Blick – anders als die Provinznasen, die bloß strategisch denken, so ganz ohne "geo". Zweitens ist man damit sofort bei der ganz großen Politik, bei Allianzen, Mächten, Poker um Einfluss, Gipfeltreffen bis tief in die Nacht: ein Drama, das spannend zu beobachten ist und für Hunderte Millionen Menschen die Weichen stellt. Drittens, und das ist der größte Verdienst des kleinen Wörtchens, ist alles, was geostrategisch genannt werden darf, erfreulich weit weg. Hier unser Alltag, dort die nervenaufreibenden Winkelzüge auf der Weltbühne, dazwischen ganz viel Platz. Das entspannt. Wem es im Nachrichtengewitter mal wieder zu viel wird, der knipst halt die Glotze aus und klickt die Nachrichten-Websites weg. Dafür danke an alle Geostrategen! Dass man zwischendurch mal abschalten kann, ist schon okay, denn geostrategisch ist an diesem Jahresbeginn ganz schön was los. Szenarien, die selbst in der ersten Amtszeit Donald Trumps als Hirngespinste von Schwarzmalern abgetan werden durften, eignen sich jetzt als Planungsgrundlage. Auf dieser Seite des Atlantiks von besonderem Belang ist der Albtraum, zu dem Grönland werden könnte: Trump will es haben und alle Mittel scheinen ihm dabei recht zu sein – selbst militärische, wie das Weiße Haus ausdrücklich nicht ausgeschlossen hat. Ein amerikanischer Angriff auf das Territorium eines Nato-Partners ist also tatsächlich eine Option. Mindestens muss man damit rechnen, dass die USA in näherer Zukunft auf vollen Konfrontationskurs zu Europa gehen. Das wäre eine politische Katastrophe. Aber zum Glück keine private. Die Verwerfungen in den internationalen Beziehungen sind von unserem Alltagsleben weit entfernt. Stimmt doch, oder? An dieser Stelle habe ich leider eine schlechte Nachricht für Sie. All die geostrategischen Belange ähneln nämlich dem Gang zum Zahnarzt: Da passiert schon nichts, denkt man, während man zur Routinekontrolle im Wartezimmer Platz nimmt – aber hinterher hat man die unaufschiebbare Wurzelbehandlung am Hals. Haben Trumps Eskapaden mit unserem eigenen Leben wirklich nichts zu tun, oder muss ich Ihnen diesen Zahn heute ziehen? Nehmen Sie Platz, entspannen Sie sich. Möchten Sie vorab noch einen Schluck Wasser trinken? Ich hole inzwischen den Bohrer. Ein hypothetisches, aber leider ganz und gar nicht weltfremdes Krisenszenario verschafft uns einen Einblick. Nehmen wir an, Trump und seine Riege entscheiden sich, den Europäern ordentlich Dampf zu machen. Vielleicht wegen Grönland oder vielleicht wegen etwas anderem, Gründe für Spannungen gibt es mittlerweile genug. Immerhin sind die Strategen im Weißen Haus, Entschuldigung, die Geostrategen natürlich, in unserem fiktiven Planspiel klug genug, nicht gleich zum letzten Mittel zu greifen und ihre Flugzeugträger in der Nordsee aufkreuzen zu lassen. Die militärische Option erscheint ihnen vielleicht unnötig riskant, zumal es darüber mit der eigenen Partei im Kongress zum Streit käme. Trumps Mannschaft entscheidet sich stattdessen für das naheliegende, erprobte Mittel wirtschaftlicher Zwangsmaßnahmen: Sanktionen, um genau zu sein. Die tun nämlich auch ganz schön weh. Wie weh genau, das bemerken wir, als wir in unser E-Mail-Postfach schauen wollen. Dort gibt es nämlich nichts zu sehen. "Log-in fehlgeschlagen", begrüßt uns unser Gmail-Konto, darunter ein rot umrandeter Infokasten: "Gemäß regulatorischer Vorgaben der Regierung der Vereinigten Staaten, die den Export digitaler Dienstleistungen beschränken, sind wir zurzeit nicht in der Lage, unsere Services in Ihrem Land anzubieten." Wie bitte? Wie kann das sein?, fragen wir uns. Sind das die Sanktionen, von denen alle reden? Lieber kurz mal googeln ... oh, geht nicht, "Suche nicht verfügbar" steht dort, darunter derselbe Kasten. Google ist in Europa blockiert. Okay, wenn die nicht wollen, dann suchen wir eben bei Bing. Geht auch nicht. Natürlich nicht, ist ja von Microsoft, auch ein US-Unternehmen. Das ist alles gar nicht gut. Das Telefon klingelt, eine Kollegin ist dran und klagt: Der ganze "Office"-Kram im Büro läuft nicht, Word, Excel, PowerPoint und so weiter, auch all die in der Cloud gespeicherten Dokumente sind nicht mehr zugänglich. Die Firma ist faktisch lahmgelegt, wie bei einer Cyberattacke! Jetzt sind wir wirklich nervös. Wir wollten uns ja längst diese Krisen-Warn-App aufs Handy holen, haben es zwar nie geschafft, aber das holen wir nun auf der Stelle nach. Eine gute Idee eigentlich – doch auf unseren iPhones hat Apple dazu Folgendes zu sagen: "Der App Store ist in dem Land oder der Region, in der du dich befindest, nicht verfügbar". Das darf ja wohl nicht wahr sein. Das ist exakt derselbe Text, den die Iraner zu sehen bekamen, als die USA Sanktionen gegen ihr Land verhängten. Von dem übrigen Chaos um uns herum bekommen wir gar nicht so viel mit. Freunde und Bekannte, die auf Instagram oder X ihre Stories über die globale, aber plötzlich auch sehr persönliche Krise posten würden, sind verstummt. Ältere Verwandte, die eher auf Facebook unterwegs sind, schweigen ebenfalls. Die US-dominierten sozialen Medien sind in Europa lahmgelegt, Messenger wie WhatsApp und iMessage ebenso, das halbe Internet übrigens auch. Denn bei zahllosen Websites mischen die großen Server- und Cloud-Anbieter im Hintergrund mit, und die heißen Amazon, Google und Microsoft. Allein diese drei Firmen haben 70 Prozent des europäischen Marktes in der Tasche. Wenn es nur bei einem von ihnen kurz hakelt, merken wir das sofort. Pannen bei US-Anbietern haben schon Krankenhäuser auf Notbetrieb schalten lassen und Flughäfen lahmgelegt. Das kennt man, es kommt gelegentlich vor und verursacht riesige Schäden nicht nur bei den direkt betroffenen Firmen und Institutionen, sondern in der gesamten Volkswirtschaft. Aber sobald es geostrategisch wird, ist so etwas Kinderkram. Sanktionen spielen in einer ganz anderen Liga. Sie merken also: Das mögliche Krisenszenario, dessen Auftakt wir hier durchgespielt haben, ist keine Science-Fiction mehr, sondern etwas, worauf man sich einstellen muss. Denn Weltpolitik von diesem Schlag spielt sich nicht irgendwo in der Ferne ab, sondern kommt in unseren eigenen vier Wänden und an unserem eigenen Arbeitsplatz an. Diese Erkenntnis mag beunruhigend sein, hilft aber beim Aufwachen: Auf die gravierenden Veränderungen zu reagieren, die sich gegenwärtig auf der Weltbühne vollziehen, ist nicht länger nur eine Aufgabe für Politiker und den Staat. Eine umfassende Entflechtung von den USA ist zwar weder wünschenswert noch machbar, aber Risiken verringern kann man durchaus – im Betrieb und auch zuhause. Das erfordert einigen Aufwand. Firmen müssen angesichts der geostrategischen Gefahrenlage darauf achten, dass sie ihre Daten möglichst auf Servern auf dieser Seite des Atlantiks unterbringen und die Nutzung amerikanischer Dienste eher drei- als zweimal abwägen, damit im Fall zunehmender Spannungen die Website nicht schwarz wird und die Telefonanlage noch funktioniert. Aber auch jeder einzelne Bürger ist für sich selbst verantwortlich. Restlose Entflechtung von den amerikanischen Konzernen muss gar nicht sein und funktioniert auch nicht. Aber ein bisschen aufräumen kann man schon. Hilfe dazu gibt es hier im Internet – am besten, solange es noch funktioniert. Zitat des Tages "Wenn wir uns nicht zusammenreißen und uns auch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammenschließen, um uns gegen solche Exzesse zu wehren, dann werden wir unsere Demokratie in Deutschland in den nächsten zehn Jahren nicht wiedererkennen." Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) fordert ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren, um die deutsche Demokratie zu schützen. Hintergrund: Plattformen wie TikTok, Facebook, X und Instagram zerstören den gesellschaftlichen Frieden, indem sie ihre Nutzer in Filterblasen einsperren und mit Lügen, Hass und Belanglosigkeiten überschwemmen. Die meisten Kinder und Jugendlichen lassen sich davon einwickeln und bekommen ein verzerrtes Weltbild. Die EU hat zwar Richtlinien zur Regulierung der Digitalkonzerne erlassen, traut sich aber aus Angst vor Donald Trumps Rache bislang nicht, diese durchzusetzen. Die Bundesregierung kuscht ebenso. Alles weiß Geschlossene Schulen, gesperrte Straßen, abgesagte Veranstaltungen: So ein flächendeckendes Winterwetter wie dieser Tage gab es hierzulande lange nicht. Nach starken Schneefällen in den vergangenen Tagen verschärft Sturmtief "Elli" heute die Lage. Während im Südwesten der Schnee in Eisregen übergeht und die Straßen in Rutschbahnen verwandelt, sollen in Mitteldeutschland bis zu 15 Zentimeter Schnee fallen. In einem Streifen von der Nordsee bis tief in den Osten können regional bis zu 20 Zentimeter zusammenkommen, im Harz sind gar 40 Zentimeter Neuschnee möglich. Für den Nordwesten des Landes hat der Deutsche Wetterdienst die Warnstufe Rot (Stufe drei von vier) ausgerufen, die Meteorologen sprechen von "Gefahr für Leib und Leben". In Hamburg, Bremen und Niedersachsen haben die Behörden daher entschieden, den Präsenzunterricht an Schulen ausfallen zu lassen. In Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ist es Eltern freigestellt, ihre Kinder zu Hause zu behalten. In Hessen ruft das Innenministerium dazu auf, auf unnötige Auto- und Fahrradfahrten zu verzichten; die Kölner Stadtverwaltung warnt vor Astabbrüchen durch Sturm, Schnee und gefrierenden Regen. Wälder und Parks sollte man meiden. Die Deutsche Bahn empfiehlt, Fernreisen gar nicht erst anzutreten. Für vorab gekaufte Tickets zwischen Freitag und Sonntag hat der Konzern die Zugbindung aufgehoben. Und obgleich viele Menschen heute zu Hause bleiben, dürfte es auf vielen Straßen chaotisch zugehen, rechnen Krankenhäuser mit zahlreichen Verletzten. Aber auch schöne Winterszenen in der Natur und in verschneiten Städten werden zu sehen sein. Unsere Nachrichtenteams um Philipp Michaelis und unsere Regionalredaktionen unter der Leitung von Sabrina Först werden Sie auf t-online rund um die Uhr über alle Geschehnisse informieren. Am Samstag soll das Gröbste überstanden sein. Dann bewegt sich "Elli" in Richtung Tschechien und schwächt sich dabei ab. Der Sonntag steht im Zeichen einer Wetterberuhigung, vielerorts ist strahlender Sonnenschein angekündigt. Ohrenschmaus Der passende Song zum Wetter? Voilà. Lesetipps Heute Venezuela, morgen Grönland? Europa sollte Donald Trumps Ambitionen todernst nehmen, warnt der Historiker Thomas Weber im Gespräch mit meinem Kollegen Marc von Lüpke. Kai Wegner spielte lieber Tennis, statt sich rund um die Uhr um das Krisenmanagement beim Berliner Stromausfall zu kümmern. Die Uhr des Regierenden Bürgermeisters ist abgelaufen, kommentiert mein Kollege Philipp Michaelis. Mit vielen Ideen wollen CDU, CSU und SPD die Wirtschaft in Schwung bringen. Einen echten Fortschritt würden aber nur zwei Dinge bringen, meint mein Kollege Florian Schmidt. Zum Schluss Kleiden Sie sich warm an diesem klirrenden Tag – oder bleiben Sie zu Hause. Herzliche Grüße und bis morgen Ihr Florian Harms Chefredakteur t-online E-Mail: t-online-newsletter@stroeer.de Gefällt Ihnen der Tagesanbruch? Dann leiten Sie diesen Newsletter an Ihre Freunde weiter. Haben Sie diesen Newsletter von einem Freund erhalten? Hier können Sie ihn kostenlos abonnieren. Alle bisherigen Tagesanbruch-Ausgaben finden Sie hier . Alle Nachrichten von t-online lesen Sie hier . Mit Material von dpa.

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