Folgen des Winterwetters: Sturm "Elli" sorgt weiter für Probleme im Nordwesten
Schneeverwehungen, eingefrorene Weichen und gestrandete Autos: Wintersturm "Elli" hat Niedersachsen und Bremen vielerorts weiter fest im Griff. Wie es weitergeht – und wo es Hindernisse gibt.
Wintersturm "Elli" sorgt in Niedersachsen und Bremen weiter für Probleme im öffentlichen Leben. Der Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn soll nur langsam wieder anlaufen. Zahlreiche Land- und Kreisstraßen sind noch gesperrt, weil es Schneeverwehungen gibt oder Straßen zu glatt sind.
Der Schneefall und auch der Sturm haben inzwischen zwar nachgelassen, in einigen Städten und Kreisen ist der ÖPNV noch eingeschränkt oder ganz eingestellt. An der Küste soll der Fährverkehr langsam wieder aufgenommen werden. Ein Überblick über die Lage:
Bahn will Fernverkehr wieder aufnehmen
Die Deutsche Bahn kündigte an, den wegen Unwetters eingestellten Fernverkehr in Norddeutschland – anders als zunächst erwartet – erst später wieder schrittweise aufzunehmen. Die ersten Fernzüge sollten statt ab 10.00 Uhr doch erst ab mittags wieder fahren, sagte eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur und korrigierte damit vorherige Prognosen. "Der Zugverkehr bleibt insgesamt stark eingeschränkt."
Bundesweit sei weiter mit Einschränkungen und Zugausfällen zu rechnen, teilte das Unternehmen mit. Auf mehreren Zugverbindungen bleibt der Bahn zufolge der Fernverkehr am Samstag weiterhin ausgesetzt, darunter etwa zwischen Amsterdam und Hannover sowie Norddeich/Emden und Hannover/Ruhrgebiet.
Besonders Schneeverwehungen sorgten laut Bahn für erhebliche Probleme. "Es geht wirklich langsam los. Der Zugverkehr bleibt insgesamt stark eingeschränkt", sagte die Bahnsprecherin. Reisende werden gebeten, sich vor Fahrtantritt in der App DB Navigator oder auf der Internetseite der Bahn zu informieren.
Regionalverkehr soll anlaufen
Auch im Regionalverkehr der Bahn kommt es weiterhin zu Ausfällen. Am Vormittag sollten auf Strecken Erkundungsfahrten gemacht werden. "Sofern diese erfolgreich verlaufen, werden wir schrittweise den Betrieb aufnehmen. Es kann dabei zu einem verringerten Platzangebot kommen", teilte die Bahn mit.
Für mehrere Bahnlinien wurde angekündigt, dass Regionalbahnen vom Mittag oder Nachmittag an wieder fahren sollten. Das gilt etwa für die Strecken RE 1 (Norddeich(Mole) – Hannover) und RE 8 (Bremerhaven-Lehe – Hannover).
Probleme auf Metronom-Linien
Der Zugverkehr auf den Linien des Metronom wird sich unterdessen noch auf unbestimmte Zeit verzögern. Aktuell seien zahlreiche Weichen noch eingefroren, teilte ein Metronom-Sprecher auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Durch die Wetterlage könnten die Züge nicht aus den Abstellanlagen geholt werden. "Es können keine Erkundungsfahrten aufgenommen werden", sagte der Sprecher. Die Menschen sollten lieber zu Hause bleiben und nicht zu den Bahnhöfen kommen. So könne das Risiko von gestrandeten Passagieren vermieden werden.
Betrieb an Flughäfen läuft
An den Flughäfen in Hannover und Bremen lief der Betrieb trotz winterlicher Bedingungen am Morgen weitgehend regulär. Einzelne Flüge starten oder landen jedoch verspätet, vereinzelt mussten auch Flüge abgesagt werden, wie Sprecherinnen der Flughäfen mitteilten.
"Die Schneemengen sind geringer als am Vortag, daher laufen die Räumarbeiten schneller", sagte die Sprecherin des Flughafens Hannover. "Trotzdem müssen alle Flugzeuge einzeln enteist werden, was Zeit in Anspruch nimmt." Der reguläre S-Bahn-Verkehr zum Hannover Airport ist weiterhin eingestellt.
Busverkehr teils eingestellt
Der Busverkehr in der Stadt und Region Hannover wurde am späten Freitagabend komplett eingestellt. Nach Vorfällen mit festgefahrenen und rutschenden Bussen sei die Sicherheit der Fahrgäste nicht mehr gewährleistet gewesen, teilte das Verkehrsunternehmen Üstra mit.
Auch in Osnabrück wurde der Busverkehr im Stadtgebiet eingestellt. Am Samstagvormittag wurde dort erkundet, ob Linien wieder befahrbar seien, teilte die VOS Verkehrsgemeinschaft Osnabrück mit.
Die S-Bahn Hannover hatte nach dem wetterbedingten Stopp auf einer ersten Teilstrecke den Betrieb wieder aufgenommen. Die Linie S5 zwischen Paderborn und Hameln fährt im Pendelverkehr, teilte der Betreiber Transdev mit. "Die anderen Linien blieben aufgrund der Wetterlage weiterhin eingestellt", hieß es am Samstagvormittag.
In Bremen fahren die Straßenbahnen heute nicht. Der Verkehr war zwar zunächst wie angekündigt gestartet, kam dann aber schnell ins Stocken. Der Busverkehr wurde dagegen wieder aufgenommen, allerdings müssen Fahrgäste mit erheblichen Verspätungen rechnen, wie eine Sprecherin der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) mitteilte.
Unfälle und unbefahrbare Straßen
Auf den Straßen kam es in vielen Regionen Niedersachsens und in Bremen zu witterungsbedingten Unfällen. In der Stadt und der Region Hannover hat die Polizei seit Freitagabend bis Samstagmorgen 21 witterungsbedingte Unfälle registriert. Dabei entstand vor allem Blechschäden, keiner wurde verletzt, wie ein Polizeisprecher mitteilte.
Zudem rückten die Einsatzkräfte zu weiteren wetterbedingten Einsätzen aus: In diesen Fällen hatten sich Fahrzeuge festgefahren, waren aufgrund von Glätte ins Schleudern geraten oder Straßen mussten wegen Schnees geräumt und kurzzeitig gesperrt werden.
In der Gemeinde Zetel im Landkreis Friesland waren zwischenzeitlich 15 Autos und drei Lastwagen auf einer Straße festgefahren.
Fußballspiele abgesagt
Das Winterwetter hatte auch Auswirkungen auf den Sport. Die Bundesliga-Partie zwischen Werder Bremen und der TSG 1899 Hoffenheim im Weserstadion wurde wegen des starken Schneefalls abgesagt. Ein Nachholtermin soll zeitnah bekanntgegeben werden. Auch das Spiel zwischen dem FC St. Pauli und RB Leipzig in Hamburg fällt aus.
Fährverkehr weiter beeinträchtigt
Der Fährverkehr zu den ostfriesischen Inseln bleibt am Wochenende teilweise eingeschränkt. Die Reederei Norden-Frisia kündigte an, dass je eine erste Abfahrt von Norddeich nach Norderney sowie von der Insel ans Festland am Samstagmittag erfolgen sollte. Am Freitag war der Fährverkehr eingestellt worden.
Auch die Fähre am Samstagmittag von Norddeich nach Juist soll fahren. Die Abfahrten für Sonntag und Montag seien aber wetterbedingt gefährdet, hieß es von der Reederei. Auch von und nach Wangerooge, Langeoog und Spiekeroog sollen am Samstag und Sonntag wieder Fähren verkehren.
Wetterdienst warnt weiter
Für den Norden Niedersachsens und Bremerhaven warnt der Deutsche Wetterdienst vor starken Schneeverwehungen. Vielerorts werde es glatt, Verkehrsteilnehmende müssten mit eingeschränkter Sicht und blockierten Straßen rechnen.