Übernahme-Drohung: Ryanair-Kunden können vom Streit mit Elon Musk profitieren
Tech-Milliardär Elon Musk hat einen neuen Lieblingsfeind: Ryanair-Chef Michael O'Leary. Die Billigfluggesellschaft nimmt die Publicity durch die Fehde gerne mit.
Seit Tagen schon läuft das Wortgefecht zwischen Elon Musk und Ryanair-Chef Michael O’Leary hin und her. Der Milliardär und der Airline-Boss sticheln munter gegeneinander (der stern berichtete). Kunden von Ryanair können dadurch sogar beim Reisen sparen.
Die Billigfluggesellschaft hat im Zuge des Streits nämlich eine Werbeaktion ausgerufen: 100.000 Tickets gibt es als Sonderangebot zu einem besonders günstigen Preis. "Idioten-Angebot" nennt O'Leary diese Aktion – mit dieser wenig schmeichelhaften Bezeichnung hatten er und Musk sich zuvor gegenseitig bedacht. "Nur verfügbar für Elon Musk und die anderen Idioten bei X", lautet der Werbeslogan.
Ryanair-Chef bedankt sich für Publicity
O'Leary veranstaltete sogar eigens eine Pressekonferenz, um sich zu seiner Auseinandersetzung mit dem reichsten Mann der Welt zu äußern. Süffisant dankte er Musk dabei für die Publicity und teilte mit, dass die Ticketverkäufe seiner Airline in den vergangenen fünf Tagen um zwei bis drei Prozent gestiegen seien. Die Aussagen des Tesla-Chefs fasse er nicht als Beleidigung auf, von seinen vier Teenagern müsse er sich regelmäßig Schlimmeres anhören.
"Wenn er mich einen Idioten nennen will, ist er nicht der erste und sicherlich auch nicht der letzte", sagte O'Leary. "Aber wenn es hilft, die Absätze von Ryanair zu steigern, darf er mich den ganzen Tag lang beleidigen."
Elon Musk lässt über Kauf von Ryanair abstimmen
Worum geht es bei dem kindergartenähnlichen Streit der beiden Alphatiere? Ausgangspunkt waren Äußerungen O'Learys zu Musk und dessen Internetsatellitensystem Starlink. Ryanair werde seine Flugzeuge nicht mit Internetverbindung über Starlink ausrüsten, sagte der Ire in einem Interview, und wies auf zusätzliche Treibstoffkosten hin. Musk selbst nannte er einen "Idioten".
Daraufhin schlug Musk über seinen Online-Kurznachrichtendienst X zurück, forderte O'Learys Entlassung und nannte ihn ebenfalls "einen echten Idioten". Außerdem startete er eine Abstimmung darüber, ob er Ryanair kaufen sollte. Ähnlich ging Musk schon vor, bevor er das damalige Twitter kaufte und in X umbenannte.
Ryanair-Boss O'Leary sieht die Tiraden und Drohungen Musks weiterhin gelassen. "Nicht-europäische Staatsbürger können keine Mehrheit an europäischen Fluggesellschaften besitzen", verwies der Chef des irischen Unternehmens auf EU-Regeln, die eine Übernahme durch Musk verhindern würden. "Wenn er in Ryanair investieren möchte, hielten wir das für ein sehr gutes Investment."
Quellen: Ryanair auf Facebook, BBC, Nachrichtenagentur AFP