Ein Jahr Trump – bittere Lehren für Anleger
US-Präsident Trump hält die Welt in Atem. Auch die Finanzwelt. Nach seiner Amtseinführung vor einem Jahr gingen die Kurse erstmal auf Tauchfahrt. Sie erholten sich wieder. Die Anleger bleiben aber nervös. Was können wir tun?
Saidi Sulilatu ist Chefredakteur bei Finanztipp. In SWR Aktuell analysiert er, was man aus einem Jahr Trump für das Investment lernen kann: "Wenn ich investiere, ist es sehr schwierig, sich von US-Unternehmen und der US-Politik unabhängig zu machen. Ganz egal, ob ich einen weltweiten ETF bespare oder mir spezielle Aktien aussuche – in den meisten Fällen hängt der Weltmarkt gerade bei kurzfristigen Einbrüchen sehr stark zusammen."
Die Folge: Wenn die Kurse in den USA fallen, werden Handelsplätze auf der ganzen Welt in Mitleidenschaft gezogen. Andererseits zeigt sich aber auch: "Dass sich die Kurse so gut erholt haben, beweist, dass ich mit einem weltweit anlegenden ETF solche Krisen aussitzen kann."
Sind EU-Anlagen sinnvoller?
Finanzexperte Sulilatu ist skeptisch: "Es ist sehr schwierig vorherzusagen, ob sich eine Investition in der Eurozone mehr auszahlt, als ein weltweites Investment." Man gehe zwar kein "gewaltiges Risiko" ein, wenn man sich mehr auf Europa konzentriert. "Aber langfristig ist immer die beste Devise, möglichst breit aufgestellt zu sein. Und da gehört auch die US-Wirtschaft dazu." Am Ende helfe es nur, Einbrüche durch die Politik Trumps langfristig auszusitzen.
Der US-Präsident sieht sich selbst als "Bitcoin-Präsident". Die Realität, so Sulilatu, spreche eine andere Sprache. "Der Bitcoin ist seit seinem Amtsantritt um 16 Prozent gefallen. Was vermutlich auch daran lag, dass der Kurs nach seiner Wiederwahl schon sehr stark gestiegen war." Der Kursverlauf zeige aber, dass die Kryptowährung in hohem Maße spekulativ sei. "Er schwankt etwa viermal so stark, wie ein weltweiter Aktien-ETF. Man muss schon wissen, worauf man sich da einlässt", sagt Saidi Sulilatu im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler.