Runde 5 Verb.liga: UF 1 – Lünen 4,5:3,5
Am 5. Spieltag gelang uns ein wichtiger Sieg gegen den Tabellennachbarn aus Lünen, so dass wir endlich die Abstiegsränge in der Verbandsliga verlassen konnten.
Zur Chronologie:
Zunächst wollten wir an den Spitzenbrettern das gefährliche Brüderpaar Babar (FM + CM) neutralisieren. Das gelang perfekt. An Brett 1 kam es bei mir (Rainer) nach 18 Zügen zu einer dreimaligen Stellungswiederholung, nachdem schon etliche Leichtfiguren getauscht waren. Dann bekam Dirk an Brett 2 nach neun Zügen (!) in einer verschachtelten Stonewallstellung ein unwiderstehliches Remisangebot, so dass wir unsere Aufgaben an den Spitzenbrettern als erfüllt ansehen konnten.
Für die Führung sorgte Heiko an Brett 6. Er spielte einen mustergültigen Königsindischen Angriff. Als zu viele schwarze Figuren am Damenflügel versammelt waren, opferte Heiko eine Figur und setzte den schwarzen König mitten auf dem Brett matt!
Ein weiteres wichtiges Remis steuerte Andreas an Brett 7 bei. Seine Stellung war zumindest schwierig, aber glücklicherweise bot der Gegner remis an, so dass wir jetzt 2,5:1,5 führten. Da die restlichen Partien von uns durchaus aussichtsreich standen, waren wir jetzt schon recht optimistisch.
Vorrübergehend kam es durch die Niederlage von Julian an Brett 5 zum Ausgleich. Julian hatte eine durchaus ordentliche Position, wurde aber taktisch überrumpelt.
Dank Michael an Brett 3 gingen wir wieder in Führung. Michael spielte gegen seinen erfahrenen und trickreichen Gegner Wolfgang Prüske mit schwarz Französisch. Es mag sein, dass der Vorteil in der Vorstoßvariante durchaus wechselte. Das muss durch eine präzise Analyse geprüft werden. In einem taktischen Finale konnte Michael 2 Bauern gewinnen, so dass das Turmendspiel letztlich klar war.
Den entscheidenden Punkt holte dann Emre an Brett 8. Emre stand eigentlich immer etwas besser und lehnte ein Remisangebot seines ca. 50 Jahre älteren Gegners ab. Für meinen Geschmack spielte er aber zu schnell, so dass sich der Vorteil vorübergehend verflüchtigte. Der Gegner übersah aber eine Taktik und Emre landete in einem sicherlich gewonnenen Turmendspiel. Dieses spielte er aber nicht optimal, da seine 2 Mehrbauern auf h + f standen, was theoretisch remis wäre. Hier half aber sein Gegner wieder und spielte den letzten entscheidenden Fehler. Glück für Emre, denn gedanklich hatte ich ihm schon die Todesstrafe angedroht, wenn er dieses Endspiel verbaselt hätte.
So hatten wir letztlich die erforderlichen 4,5 Punkte zusammen, so dass die Niederlage von Martin an Brett 4 keine Rolle mehr spielte. Diese Partie konnte ich – weil zu kompliziert – einfach nicht sicher einstufen. Vorübergehend dachte ich, Martin würde mit einer Mehrfigur auf Gewinn stehen. Auch hier müssen wir die Computeranalyse abwarten, um gesicherte Erkenntnisse zu gewinnen.
Alles in allem war es also ein gelungener Mannschaftskampf. Zu erwähnen wäre noch, dass parallel 3 weitere Mannschaften von uns spielten. Es war erfreulich zu sehen, welche Kampfkraft die dort spielenden Jugendlichen haben! Und last but not least waren auch noch zahlreiche Kiebitze anwesend, was in unterklassigen Ligen ja auch nicht selbstverständlich ist. Unser Verein ist also auf einem sehr guten Weg!