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"Lifestyle-Teilzeit": Eon-Chef widerspricht CDU-Vorstoß zur Arbeitszeit

Die Mittelstandsunion will "Lifestyle-Teilzeit" einschränken. Für den Vorstoß gibt es Kritik aus der Wirtschaft – und den eigenen Reihen. Der Vorstoß aus der CDU , den Rechtsanspruch auf Teilzeit einzuschränken, hat breite Kritik ausgelöst – auch in der Wirtschaft. Martin Endress, der operative Chef des Energiekonzerns Eon, erklärte im Interview mit t-online: "Beschäftigte zu mehr Arbeitszeit zu drängen, obwohl sie gut davon leben können, halte ich für den falschen Ansatz". Teilzeit dürfe nicht pauschal infrage gestellt werden. Aus seiner Erfahrung im Unternehmensalltag sei Teilzeit ein wichtiges Instrument, um Fachkräfte zu halten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Problematisch werde Teilzeit aus seiner Sicht dort, wo Arbeitszeit reduziert und zugleich Sozialleistungen in Anspruch genommen werden. "Das ist bei uns aber kein Thema", sagte Endress. Wer freiwillig weniger arbeite, um mehr Freizeit zu haben, treffe eine bewusste Entscheidung und verdiene entsprechend weniger. "Da sehe ich keinen staatlichen Regelungsbedarf". "Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit" Mit dieser Position stellt sich Endress gegen einen Vorstoß aus dem Wirtschaftsflügel der CDU. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) hat gefordert, den allgemeinen Rechtsanspruch auf Teilzeit abzuschaffen oder deutlich einzuschränken. Künftig soll Teilzeit demnach nur noch bei "besonderen Gründen" wie Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder Weiterbildung gelten. Der Antrag trägt den Titel "Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit" und soll Ende Februar auf dem CDU-Bundesparteitag beraten werden. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes arbeitet hierzulande knapp ein Drittel der Erwerbstätigen in Teilzeit. Besonders hoch ist der Anteil bei Frauen: Rund jede zweite erwerbstätige Frau arbeitet mit reduzierter Stundenzahl, bei Männern sind es zwölf Prozent. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit deutlich über dem Durchschnitt: EU-weit beträgt die Teilzeitquote rund 20 Prozent. Spitzenreiter sind Länder wie die Niederlande , wo mehr als 40 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit arbeiten – in vielen süd- und osteuropäischen Staaten ist Teilzeit dagegen deutlich seltener verbreitet. Die MIT begründet ihren Vorstoß mit dem Fachkräftemangel und der aus ihrer Sicht zu starken rechtlichen Stellung von Beschäftigten. Die Vorsitzende Gitta Connemann kritisiert "anlasslose" Teilzeit, bei der Beschäftigte ihre Arbeitszeit allein aus privaten Gründen reduzierten. "Es geht uns ausschließlich darum, kein einseitiges Recht gegenüber Arbeitgebern zu haben, wenn es darum geht, sein Freizeitinteresse leben zu können", sagte sie dem Sender n-tv. Wer mehr arbeiten könne, solle dies auch tun. Anachronismus aus den 2000ern Unterstützung bekommt die MIT von wirtschaftsnahen Instituten. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) bezeichnet den Rechtsanspruch auf Teilzeit als einen "Anachronismus" aus Zeiten hoher Arbeitslosigkeit. Die Regelung stamme aus den frühen 2000er Jahren, erklärt der IW-Ökonom Holger Schäfer. "Von der Idee, das vorhandene Arbeitsvolumen auf mehr Menschen zu verteilen, versprach sich die rot-grüne Bundesregierung seinerzeit eine Entlastung des Arbeitsmarktes". Diese Logik passe jedoch nicht mehr zur heutigen Lage auf dem Arbeitsmarkt. Aus Sicht des Instituts ist Teilzeit bereits ausreichend etabliert. Schon vor Einführung des Rechtsanspruchs sei der Anteil der Teilzeitbeschäftigten deutlich gestiegen. Heute hätten Beschäftigte angesichts des Fachkräftemangels eine starke Verhandlungsposition und könnten Arbeitszeitwünsche auch ohne den Rechtsanspruch durchsetzen. Stattdessen fordert das IW, dass die Bundesregierung mehr Menschen den Wechsel in Vollzeit ermöglichen soll, um den demografischen Wandel zu bewältigen. Dafür sei ein Ausbau der Kinderbetreuung und eine spürbare Entlastung bei Steuern und Abgaben nötig, damit sich zusätzliche Arbeitsstunden für Beschäftigte auch finanziell lohnen. Auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) fordert, den Teilzeitanspruch auf den Prüfstand zu stellen. "Denkverbote darf es nicht geben", so der Verband. Der Rechtsanspruch sei so wie das Arbeitszeitgesetz und hohe Lohnkosten in Deutschland eine "Wachstumsbremse", die gelöst werden müsste. "Wer daraus eine Diskussion um vermeintliche Faulheit ableitet, der zeigt, dass ihm Populismus wichtiger ist als Wirtschaftswachstum", so der BDA. Dem widersprechen arbeitnehmernahe Ökonomen deutlich. Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, warnt davor, Teilzeit pauschal als individuelle Lifestyle-Entscheidung zu diffamieren. Sie erklärt, dass der hohe Teilzeitanteil bei Frauen vor allem Ergebnis struktureller Probleme sei. "Zählt man bezahlte und unbezahlte Arbeit zusammen, arbeiten Frauen im Durchschnitt pro Woche eine Stunde mehr als Männer", betont Kohlrausch. Der größte Teil der unbezahlten Arbeit bestehe dabei nicht aus Kinderbetreuung oder Pflege, sondern aus alltäglichem wie Waschen, Putzen oder Einkaufen. "Wer Teilzeiterwerbstätigkeit ernsthaft reduzieren möchte, sollte Vorschläge machen, wie unbezahlte Arbeit gerechter zwischen den Geschlechtern verteilt werden kann", so die Professorin. Kritik von Markus Söder Auch gesamtwirtschaftlich könne eine Einschränkung des Teilzeitrechts nach hinten losgehen, sagt Sebastian Dullien vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Menschen, die gesundheitlich oder psychisch nicht in Vollzeit arbeiten könnten, würden sich dann vielleicht ganz aus dem Arbeitsmarkt zurückziehen. Ähnliches gelte für Zweitverdiener in gutverdienenden Haushalten. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht andere Hebel, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Eine Reform des Ehegattensplittings und der Minijobs könnte dazu beitragen, dass insbesondere Frauen ihre Arbeitszeit ausweiten. Die Kritik kommt nicht nur aus der Wissenschaft, sondern auch aus der Politik. So stößt der Vorstoß der MIT auch innerhalb der Union auf Widerstand. Mehrere CDU-Politiker warnen davor, Arbeitnehmerrechte infrage zu stellen, statt Vollzeitarbeit attraktiver zu machen. Aus SPD und Grünen kommt scharfe Kritik an Ton und Inhalt der Debatte. Auch CSU-Chef Markus Söder distanzierte sich klar von einem Teilzeit-Verbot. Zwar sei es richtig, dass in Deutschland mehr gearbeitet werden müsse, um die Produktivität zu steigern, sagte der bayerische Ministerpräsident. Eine Einschränkung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit lehnt er jedoch ab. Stattdessen plädierte Söder für Anreize, etwa über das Steuer- und Abgabensystem. Schon eine zusätzliche Stunde Arbeit pro Woche könne volkswirtschaftlich viel bewirken, rechnete er vor – umgerechnet seien das lediglich wenige Minuten pro Arbeitstag. Ähnlich äußert sich der Arbeits- und Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, zu t-online: "In Nordrhein Westfalen arbeiten knapp 70 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Vollzeit und 30 Prozent in Teilzeit. Und im Jahr 2024 haben die Erwerbstätigen in Deutschland, die in Vollzeit beschäftigt waren, durchschnittlich rund 1.589 Stunden gearbeitet." Es gebe "sehr gute Gründe" für eine Teilzeitbeschäftigung: "Beispielsweise nutzen Eltern und pflegende Angehörige die Möglichkeit, um Arbeitsverhältnis und Care-Arbeit bestmöglich miteinander zu vereinbaren. Vor diesem Hintergrund sehe ich keinen Änderungsbedarf bei der jetzigen Rechtslage."

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