Lange galten Elektroautos als günstiger in der Versicherung. Doch neue Daten zeigen: Dieser Vorteil ist mittlerweile oft dahin. Die Versicherungskosten für Elektroautos steigen. In vielen Fällen überholen sie sogar die Tarife für vergleichbare Verbrenner. Das zeigen aktuelle Modellrechnungen des Vergleichsportals Verivox . Demnach ist inzwischen etwa die Hälfte der angebotenen Vollkaskotarife für Stromer teurer als für Fahrzeuge mit klassischem Antrieb. Kfz-Versicherung: Diese Kostensenker bringen kaum etwas Teure Irrtümer: Wann die Kfz-Versicherung nicht zahlt Untersucht wurden über 400 Tarife von rund 70 Versicherern. Ergebnis: Bei gleichen Rahmenbedingungen kann die Versicherung eines E-Autos bis zu 44 Prozent mehr kosten als die eines Verbrenners. E-Auto bis zu 44 Prozent teurer Für die Analyse wurde ein 45-jähriger Modellkunde aus Berlin mit 12.000 Kilometern Jahresfahrleistung und Schadenfreiheitsklasse 15 herangezogen. Verglichen wurden jeweils ein elektrisches und ein benzinbetriebenes Modell derselben Fahrzeugklasse. Beim BMW X3 etwa liegt die Prämie für das Elektromodell in der Spitze um 44 Prozent über der des Verbrenners. Von allen verfügbaren Tarifen waren 49 Prozent für den Stromer teurer, 32 Prozent günstiger, bei 19 Prozent herrschte Gleichstand. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Skoda Enyaq, der dem Benziner-Modell Kodiaq gegenübergestellt wurde. Auch hier liegt die Vollkasko für das E-Modell in vielen Fällen höher – bis zu 18 Prozent. Insgesamt war die Versicherung bei 40 Prozent der Angebote teurer und nur bei 35 Prozent günstiger. Deshalb steigen die Prämien Lange Zeit galten E-Autos bei Versicherern als günstig – unter anderem, weil es an aussagekräftigen Schadensstatistiken fehlte. Zudem wollten sich viele Anbieter frühzeitig Marktanteile sichern. "Versicherer haben E-Autos lange Zeit per se günstiger bepreist als Benziner", sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich. Doch diese Strategie scheint sich zu ändern. Mittlerweile zeigen die Langzeitdaten: Zwar verursachen Stromer im Schnitt seltener Schäden, doch wenn es kracht, wird es teuer, etwa wegen kostspieliger Ersatzteile oder aufwendiger Reparaturen an Akkus und Karosserien. Das treibt vor allem die Vollkaskoprämien nach oben. Unterschiedliche Strategien bei den Versicherern Allerdings gehen die Anbieter mit diesen Erkenntnissen unterschiedlich um. Einige setzen weiter auf niedrige Beiträge, um gezielt E-Auto-Fahrer zu gewinnen. Andere kalkulieren konservativer. So schwanken die Ergebnisse der Modellrechnungen stark: Während manche Tarife für das E-Auto spürbar teurer sind, bieten andere einen deutlichen Preisvorteil – beim BMW X3 etwa bis zu 23 Prozent. Deshalb sollten Sie die Tarife gründlich vergleichen. Neben dem Preis ist auch entscheidend, welche Leistungen enthalten sind, insbesondere beim Schutz des Akkus, der sich je nach Tarif deutlich unterscheiden kann.