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Auto-Rückrufe steigen: ADAC nennt Gründe – was Betroffene jetzt tun müssen

Von defekten Airbags bis zu wackeligen Anlasserkabeln: Warum Rückrufe zunehmen und was das für Autofahrer bedeutet. Autos müssen aufgrund von Rückrufen immer häufiger überprüft werden: 532 Mal wurden im Jahr 2025 Fahrzeuge in Deutschland in die Werkstätten beordert – fast dreimal so oft wie noch 2010. Das zeigen aktuelle Auswertungen der ADAC-Rückrufdatenbank auf Basis von Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA). Dabei trifft es nicht nur immer mehr Modelle, sondern auch deutlich mehr Besitzer: 2024 waren 2,84 Millionen Fahrzeuge betroffen – ein Anstieg um 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten Rückrufe gingen auf das Konto von Mercedes-Benz (45 Aktionen), am stärksten betroffen war ein BMW-Modell mit rund 136.000 fehlerhaften Anlassern. Viele Ursachen – ein Trend Der ADAC nennt für den Anstieg gleich mehrere Gründe: Zum einen bringen viele Hersteller heute mehr verschiedene Modelle auf den Markt – und das in immer kürzeren Abständen. Zwischen zwei Modellgenerationen vergehen mitunter nur fünf Jahre. Gleichzeitig wird die Technik in den Autos komplexer, wodurch die Anfälligkeit für Fehler größer ist. Hinzu kommen neue Marktteilnehmer, vor allem aus Asien, die zusätzliche Vielfalt, aber auch neue Fehlerquellen mitbringen. Und nicht zuletzt haben große Skandale wie der Abgasbetrug oder defekte Takata-Airbags die Statistik in die Höhe getrieben. Positiv allerdings: Hersteller stehen dem Thema Rückrufe heute offener gegenüber. Wo früher ein Rückruf oft aus Angst vor Reputationsschäden vermieden wurde, wird heute auch bei kleineren Mängeln reagiert – was der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer dient. Rückruf ist nicht gleich Rückruf: die Unterschiede Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Rückrufaktionen: verpflichtende und freiwillige. Verpflichtende Rückrufe ordnet das KBA an, wenn ein sicherheitsrelevanter oder umweltgefährdender Mangel vorliegt – zum Beispiel bei defekten Bremsen, Airbags oder Lenkungen. Wer dem nicht nachkommt, riskiert die Stilllegung des Fahrzeugs. Bereits drei ignorierte Schreiben können genügen, damit das Auto bei der nächsten Hauptuntersuchung durchfällt. Freiwillige Aktionen , oft als "Serviceaktion" oder "Qualitätsmaßnahme" bezeichnet, betreffen meist weniger kritische Probleme. Dabei kann es um verarbeitungsbedingte Undichtigkeiten oder fehlerhafte Software gehen. Auch wenn Sie nicht verpflichtet sind, diese Maßnahmen durchführen zu lassen, empfiehlt es sich laut Automobilclub ACE, sie wahrzunehmen – allein schon, um spätere Schäden und Gewährleistungsverluste zu vermeiden. So läuft ein Rückruf ab In der Regel informiert der Hersteller oder das KBA die betroffenen Fahrzeughalter schriftlich. Die Adressdaten stammen aus dem Zentralen Fahrzeugregister oder aus den Kundenakten der Hersteller. In manchen Fällen folgen auf die erste Benachrichtigung weitere Schreiben oder Medienberichte, um die Rücklaufquote zu erhöhen. Wenn Sie ein gebrauchtes Fahrzeug fahren, das möglicherweise schon vom Vorbesitzer nicht zum Rückruf gebracht wurde, hilft Ihnen eine Markenwerkstatt weiter. Dort kann geprüft werden, ob offene Maßnahmen vorliegen. Was Sie bei einem Rückruf beachten sollten Pflicht oder Service? Prüfen Sie, ob es sich um einen verpflichtenden Rückruf handelt – erkennbar ist das meist an einer Referenznummer des KBA. In solchen Fällen sind Sie verpflichtet, das Fahrzeug in die Werkstatt zu bringen. Wer übernimmt die Kosten? Die Reparaturkosten übernimmt in der Regel der Hersteller. Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Leihwagen oder eine Zeitentschädigung haben Sie jedoch nicht. Einige Hersteller bieten freiwillig Ersatzfahrzeuge an. Schadenersatz? Wenn durch einen Produktmangel ein Folgeschaden entsteht – etwa weil sich ein defekter Zahnriemen weiter "durchfrisst" und den Motor beschädigt –, können Sie unter Umständen Schadensersatz verlangen. Dafür müssen Sie aber nachweisen, dass der Hersteller fahrlässig oder schuldhaft gehandelt hat – was oft nur mit anwaltlicher Hilfe gelingt. Mobil bleiben: Muss Ihr Auto länger in die Werkstatt, sollte der Hersteller laut ADAC eine Lösung für Ihre Mobilität anbieten – auch wenn es keinen Anspruch darauf gibt.

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